Die Kosten einer Anschlagmittel-Prüfung liegen beim Prüfdienst bei rund 25 € pro Anschlagkette, textile Anschlagmittel sind meist deutlich günstiger. Über einen gemischten Bestand gerechnet ergeben sich etwa 10 € je Stück, dazu kommen Anfahrt oder Versand und der Prüfbericht. Eine eigene befähigte Person kostet einmalig 345 € für den Online-Kurs plus rund 5 Minuten Prüfzeit je Anschlagmittel. Ab etwa 30 bis 40 Anschlagmitteln hat sich der Kurs meist innerhalb von zwei Jahren bezahlt gemacht, bei großen Beständen nach wenigen Monaten. Die Rissprüfung von Ketten bleibt in beiden Fällen beim Spezialisten.
Was kostet die externe Prüfung von Anschlagmitteln?
Prüfdienste, Hebezeughändler und Kettenhersteller rechnen die jährliche Prüfung fast immer pro Stück ab. Der Preis hängt davon ab, wie aufwendig das einzelne Teil zu prüfen ist. Eine vierstrangige Kette mit Verkürzungshaken braucht deutlich mehr Zeit als eine Rundschlinge, bei der vor allem Etikett und Ummantelung angesehen werden. Die folgenden Werte sind Richtwerte aus veröffentlichten Preisangaben. Ihr tatsächliches Angebot kann nach oben oder unten abweichen.
| Position | Richtwert extern | Was den Preis beeinflusst |
|---|---|---|
| Anschlagkette | ca. 25 € je Kette | Anzahl der Stränge, Verkürzungselemente, Kettendicke |
| Hebeband, Rundschlinge | meist deutlich unter 10 € je Stück | Menge, Zustand der Etiketten, Verschmutzung |
| Gemischter Bestand | ca. 10 € je Anschlagmittel im Mittel | Verhältnis von Ketten zu textilen Anschlagmitteln |
| Anfahrt oder Versand, Prüfbericht | ca. 40 € je Termin | Entfernung, Mindestauftrag, Art des Berichts |
| Rissprüfung Rundstahlketten | gesondert nach Aufwand | Prüfverfahren, Anzahl der Glieder, Reinigung |
| Instandsetzung, Ersatzteile | nach Aufwand | Hakensicherungen, Verbindungsglieder, neue Anhänger |
Viele Anbieter nennen zusätzlich einen Mindestauftragswert. Wer nur zehn Anschlagmittel hat, zahlt deshalb pro Stück oft mehr als ein Betrieb mit zweihundert. Große Bestände bekommen dagegen häufig Staffelpreise. Region und Anfahrtsweg spielen eine Rolle, wenn der Prüfer zu Ihnen kommt. Beim Einschicken entfallen die Anfahrtskosten, dafür zahlen Sie den Versand in beide Richtungen.
Kosten, die auf keiner Rechnung stehen
Der Stückpreis ist bei Anschlagmitteln selten der größte Posten. Teurer ist die Organisation: Jemand muss alle Ketten und Schlingen aus Hallen, Fahrzeugen und Baustellen einsammeln, zählen, verpacken und nach der Rückkehr wieder verteilen. Für die Dauer der Prüfung fehlen die Teile im Betrieb, also braucht es Ersatz oder die Arbeit wartet. Und wird nach einem Vorfall eine außerordentliche Prüfung fällig, etwa weil eine Kette über eine scharfe Kante gezogen wurde, kostet der Sondertermin meist mehr als die reguläre Prüfung.
Was kostet eine eigene befähigte Person?
Der größte Einzelposten ist der Kurs: Der Online-Kurs zur befähigten Person für Anschlag- und Lastaufnahmemittel kostet einmalig 345 € pro Teilnehmer. Dazu kommen etwa drei Stunden Lernzeit, die Sie als Arbeitszeit einplanen sollten. Bei einem internen Stundensatz von 40 € sind das rund 120 €.
Für die Prüfung selbst rechnen wir mit etwa 5 Minuten je Anschlagmittel, wenn der Bestand nummeriert ist und an einem festen Ort hängt. Ketten dauern länger, weil Glieddicke und Längung gemessen werden, Rundschlingen gehen schneller. An Ausrüstung brauchen Sie einen Messschieber, eine Kettenlehre passend zu Ihren Nenngrößen, Prüfplaketten oder Prüfringe und ein Verzeichnis, in dem jedes Stück mit Nummer steht. Das alles kostet einmalig einen niedrigen dreistelligen Betrag.
Laufende Kosten nach dem ersten Jahr
Ab dem zweiten Jahr bleiben nur die Prüfzeit und gelegentlich neue Plaketten. Einplanen sollten Sie eine Auffrischung in sinnvollen Abständen, damit die Fachkunde aktuell bleibt. Welche Abstände üblich sind, lesen Sie unter Auffrischung für befähigte Personen. Nicht wegfallen wird die Rissprüfung der Rundstahlketten: Sie ist längstens alle drei Jahre fällig, erfordert spezielle Prüfverfahren und bleibt beim Spezialisten. Wie die eigene Jahresprüfung abläuft, zeigt die Anleitung zur Anschlagmittel-Prüfung.
Rechenbeispiele: Wann rechnet sich der eigene Prüfer?
Die beiden Beispiele verwenden die Richtwerte von oben: extern 10 € je Anschlagmittel im Mittel und 40 € je Termin, intern 5 Minuten je Stück zu 40 € pro Stunde. Die Rissprüfung der Ketten ist nicht eingerechnet, weil sie in beiden Varianten extern bleibt. Die Amortisation ergibt sich aus Kurspreis geteilt durch die monatliche Ersparnis.
Beispiel 1: Schlosserei mit 30 Anschlagmitteln
Eine Schlosserei mit zwölf Beschäftigten hat vier Anschlagketten und 26 Hebebänder und Rundschlingen im Einsatz. Extern kostet die Jahresprüfung 30 × 10 € + 40 € = 340 € pro Jahr. Intern braucht der Meister 30 × 5 Minuten, also 2,5 Stunden, das sind 100 € Arbeitszeit. Die Ersparnis beträgt 240 € pro Jahr oder 20 € pro Monat. Der Kurs für 345 € hat sich damit nach gut 17 Monaten bezahlt gemacht. Rechnet man die drei Stunden Lernzeit mit 120 € hinzu, sind es rund 23 Monate. Das ist ein knappes Ergebnis. Es lohnt sich vor allem, wenn dieselbe Person ohnehin schon Kran oder Kettenzug betreut.
Beispiel 2: Stahlbaubetrieb mit 120 Anschlagmitteln
Ein Stahlbaubetrieb mit Montagekolonnen besitzt 30 Anschlagketten, 80 textile Anschlagmittel und zehn Schäkel und Traversen. Extern: 120 × 10 € + 40 € = 1.240 € pro Jahr. Intern: 120 × 5 Minuten sind 10 Stunden, also 400 € Arbeitszeit. Die Ersparnis liegt bei 840 € pro Jahr oder 70 € pro Monat. Der Kurs ist nach rund 5 Monaten bezahlt, mit Lernzeit nach knapp 7 Monaten. Über drei Jahre stehen 3.720 € extern gegen 1.545 € intern.
| Kennzahl | Schlosserei (30 Stück) | Stahlbau (120 Stück) |
|---|---|---|
| Externe Prüfung pro Jahr | 340 € | 1.240 € |
| Interne Prüfzeit pro Jahr | 2,5 Std. = 100 € | 10 Std. = 400 € |
| Ersparnis pro Jahr | 240 € | 840 € |
| Kurs amortisiert nach | ca. 17 Monaten | ca. 5 Monaten |
Ihre eigenen Zahlen setzen Sie im Kostenrechner für Anschlagmittel ein. Dort können Sie Stückpreis, Anzahl und Prüfzeit an Ihr Angebot anpassen.
Externer Prüfdienst
- 120 Anschlagmittel zu ca. 10 €
- plus 40 € Anfahrt und Bericht
- jedes Jahr erneut
Eigene befähigte Person
- Online-Kurs, ca. 3 Stunden
- plus ca. 10 Std. Prüfzeit im Jahr
- Rissprüfung der Ketten weiter extern
Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.
Vor- und Nachteile: selbst prüfen oder prüfen lassen?
Nicht in jedem Betrieb ist die eigene Prüfung die bessere Wahl. Die Tabelle zeigt beide Seiten ehrlich, auch die Fälle, in denen der Prüfdienst die vernünftigere Lösung bleibt.
| Kriterium | Eigene befähigte Person | Externer Prüfdienst |
|---|---|---|
| Kosten bei großem Bestand | deutlich günstiger ab dem ersten Jahr | steigen mit jedem Stück |
| Kosten bei sehr kleinem Bestand | Kurs amortisiert sich langsam | oft günstiger |
| Reaktion nach Schadensfällen | sofortige Bewertung vor Ort | Wartezeit bis zum Termin |
| Logistik | kein Einsammeln und Verschicken | Teile fehlen während der Prüfung |
| Rissprüfung von Ketten | nicht möglich ohne Spezialverfahren | aus einer Hand möglich |
| Personalabhängigkeit | Wissen geht mit der Person, Vertretung nötig | unabhängig von eigenem Personal |
| Reparatur und Ersatz | eigene Beschaffung nötig | oft direkt beim Händler mit erledigt |
Wann der Prüfdienst die bessere Wahl bleibt
Wer nur eine Handvoll Rundschlingen hat, niemanden mit passender Berufsausbildung und Erfahrung beschäftigt oder komplexe Lastaufnahmemittel wie Vakuumheber mit eigener Energieversorgung betreibt, fährt mit einem Prüfdienst oft besser. Das Gleiche gilt, wenn der Händler ohnehin bei jeder Prüfung verschlissene Teile austauscht und Sie diesen Service schätzen.
Für wen lohnt sich die eigene Prüfung?
Die eigene befähigte Person rechnet sich besonders, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
- Sie haben mehr als etwa 40 Anschlagmittel oder der Bestand wächst.
- Anschlagmittel sind auf Baustellen, Fahrzeuge oder mehrere Hallen verteilt, das Einsammeln kostet jedes Jahr Stunden.
- Im Betrieb arbeitet ein Industriemechaniker, Metallbauer oder Mechatroniker mit Erfahrung an Hebezeugen, der die Voraussetzungen erfüllt.
- Dieselbe Person prüft schon oder soll künftig auch Krane und Kettenzüge prüfen.
- Nach Schäden, etwa einer Kette nach Überlast, brauchen Sie eine schnelle Entscheidung, ob das Teil weiter verwendet werden darf.
Ob eine Person geeignet ist, klärt der Selbstcheck unter Voraussetzungen für befähigte Personen. Grundsätzliches zur Prüfpflicht finden Sie auf der Übersichtsseite Anschlagmittel prüfen. Fehlt eine geeignete Person, bleibt der Prüfdienst die ehrlichere Lösung.
So überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber
Wenn Sie selbst prüfen möchten, die Entscheidung aber bei der Geschäftsführung liegt, hilft eine kurze Rechnung auf einer Seite: Anzahl der Anschlagmittel, letzte Rechnung des Prüfdienstes, geschätzte Prüfzeit intern und der Kurspreis von 345 €. Ergänzen Sie, wie viele Stunden das Einsammeln und Verteilen bisher gekostet hat, und wie lange Teile nach einem Schadensfall gesperrt waren. Ein weiteres Argument ist die Dokumentation: Mit einer Prüfprotokoll-Vorlage für Anschlagmittel liegt der Nachweis jederzeit im Betrieb vor. Wichtig für die Geschäftsführung: Die Verantwortung für die Auswahl des Prüfers liegt ohnehin beim Arbeitgeber, auch beim Prüfdienst. Weitere Argumente und eine Vorlage für das Gespräch finden Sie unter Arbeitgeber überzeugen.
Häufige Fragen zu den Kosten der Anschlagmittel-Prüfung
Was kostet die Prüfung einer Anschlagkette?
Prüfdienste berechnen für eine Anschlagkette nach veröffentlichten Preisangaben rund 25 €. Mehrsträngige Ketten mit Verkürzungselementen liegen eher darüber, einfache einsträngige Ketten darunter. Nicht enthalten sind in der Regel Anfahrt oder Versand, Ersatzteile wie Hakensicherungen und die Rissprüfung, die längstens alle drei Jahre gesondert berechnet wird. Holen Sie für Ihren Bestand immer ein konkretes Angebot ein.
Warum ist die Prüfung von Hebebändern günstiger?
Bei Hebebändern und Rundschlingen gibt es keine Messung von Glieddicke oder Längung. Die befähigte Person prüft Etikett, Gewebe, Nähte, Schlaufen und Ummantelung durch Sehen und Tasten. Das geht schneller als bei einer Kette, deshalb liegt der Stückpreis meist deutlich darunter. Dafür werden textile Anschlagmittel häufiger abgelegt, weil sie empfindlicher gegen Schnitte, Hitze und Chemikalien sind. Die Ersatzbeschaffung sollten Sie deshalb im Budget mitdenken.
Ab wie vielen Anschlagmitteln lohnt sich ein eigener Prüfer?
Mit den Richtwerten dieser Seite hat sich der Kurs bei 30 Anschlagmitteln nach etwa 17 Monaten bezahlt gemacht, bei 120 nach rund 5 Monaten. Als grobe Faustregel gilt: Ab etwa 40 Stück fällt die Rechnung klar aus. Darunter lohnt es sich vor allem, wenn dieselbe Person auch Krane oder Kettenzüge prüft oder wenn Einsammeln und Verschicken viel Zeit kosten. Rechnen Sie mit Ihren Zahlen im Kostenrechner nach.
Welche Kosten bleiben trotz eigener Prüfung extern?
Extern bleibt vor allem die zerstörungsfreie Rissprüfung von Rundstahlketten, die längstens alle drei Jahre fällig ist und spezielle Verfahren erfordert. Auch Reparaturen an Ketten, das Ersetzen von Verbindungsgliedern durch den Fachbetrieb und herstellerspezifische Prüfungen an komplexen Lastaufnahmemitteln wie Vakuumhebern werden meist vergeben. Die jährliche Prüfung aller Anschlagmittel übernimmt dagegen die eigene befähigte Person im Betrieb.
Kann ich die Kurskosten steuerlich absetzen?
Wenn der Betrieb den Kurs für einen Mitarbeiter bezahlt, ist die Weiterbildung in der Regel eine Betriebsausgabe. Bezahlt wird per Rechnung, die Rechnungsadresse geben Sie bei der Anmeldung an. Zahlen Sie den Kurs selbst, weil Sie sich beruflich weiterbilden, kommen Werbungskosten in Betracht. Die Einzelheiten Ihrer Situation klären Sie am besten mit Ihrer Steuerberatung, wir können dazu keine verbindliche Auskunft geben.