Die UVV-Prüfung eines Fahrzeugs kostet extern meist 15 bis 110 € pro Fahrzeug und Jahr, als Richtwert rund 50 €. Günstig wird es, wenn die Werkstatt sie bei der Inspektion miterledigt, teurer bei Transportern mit Einbauten oder einzelnen Terminen. Auf keiner Rechnung steht die Fahrzeit zur Werkstatt, oft eine Stunde pro Fahrzeug. Eine eigene befähigte Person kostet einmalig 420 € für den Online-Kurs plus rund 45 Minuten Prüfzeit je Fahrzeug. Zählt man die Fahrzeit mit, rechnet sich das ab etwa zehn Fahrzeugen im ersten Jahr, bei drei Firmenwagen dagegen kaum.
Was kostet die UVV-Prüfung eines Fahrzeugs extern?
Für die jährliche UVV-Prüfung nach § 57 DGUV Vorschrift 70 gibt es keine Gebührenordnung. Werkstätten, mobile Prüfdienste und Prüforganisationen kalkulieren frei. Aus veröffentlichten Preisangaben ergibt sich eine Spanne von etwa 15 bis 110 € pro Fahrzeug. Wo ein Angebot in dieser Spanne liegt, hängt weniger vom Anbieter ab als von der Art der Beauftragung:
| Situation | typische Einordnung | warum |
|---|---|---|
| Pkw, zusammen mit der Inspektion | unteres Drittel der Spanne | Fahrzeug steht ohnehin auf der Bühne, kaum Zusatzaufwand |
| Pkw oder Transporter, eigener Termin | um 50 € | eigene Annahme, Prüfung, Protokoll |
| Transporter mit Regaleinbau, Dachträger, Anhängekupplung | oberes Drittel | Laderaum und Aufbauten verlängern die Prüfung |
| Mobiler Prüfdienst auf dem Betriebshof | Stückpreis plus ggf. Anfahrt | lohnt sich erst, wenn mehrere Fahrzeuge an einem Tag bereitstehen |
| UVV-Prüfung im Termin mit der HU | eigene Position auf der Rechnung | zwei Prüfungen, zwei Nachweise, nur ein Termin |
Regionale Unterschiede gibt es vor allem bei den Stundensätzen der Werkstätten. Große Flotten erhalten häufig Mengenpreise, während ein einzelner Firmenwagen eher am oberen Ende landet. Nicht enthalten ist in allen Fällen die Beseitigung festgestellter Mängel, sie wird als Reparatur gesondert berechnet.
Die Kosten, die auf keiner Rechnung stehen
Bei Fahrzeugen ist der Prüfpreis selten der größte Posten. Jedes Fahrzeug muss zur Werkstatt gebracht und wieder abgeholt werden. Rechnet man Hin- und Rückweg, Wartezeit oder einen zweiten Mitarbeiter zum Zurückbringen zusammen, kommt schnell eine Stunde Arbeitszeit pro Fahrzeug zusammen. Hinzu kommt, dass Transporter mit Werkzeug und Material einen halben Tag nicht auf der Baustelle sind. Beim Pflegedienst fehlt das Auto in der Tour. Diese Ausfallkosten sind von Betrieb zu Betrieb verschieden und in den Rechenbeispielen unten deshalb gesondert ausgewiesen.
Was kostet eine eigene befähigte Person für Fahrzeuge?
Wer die UVV-Prüfung selbst durchführen will, braucht eine Person mit fahrzeugtechnischer Ausbildung, Erfahrung und aktueller Tätigkeit an Fahrzeugen. Ihr fehlt meist nur das Prüfwissen nach DGUV Vorschrift 70. Die Kosten setzen sich aus drei Teilen zusammen.
Einmalige Kosten
Der Online-Kurs zur befähigten Person für Fahrzeuge kostet 420 € pro Teilnehmer, bezahlt per Rechnung, mit Abschlusstest (35 Fragen in 45 Minuten) und Zertifikat. Dazu kommen rund drei Stunden Lernzeit. An Ausstattung reichen für den Anfang Profiltiefenmesser, Reifendruckprüfer, eine gute Handlampe, Prüfplaketten und Protokollvorlagen, zusammen meist unter 100 €. Für Bremsleitungen und Unterboden ist eine Grube oder Hebebühne hilfreich, aber nicht zwingend.
Laufende Kosten
Für eine gründliche Prüfung mit Probefahrt und Protokoll setzen wir rund 45 Minuten je Fahrzeug an. Bei einem internen Stundensatz von 40 € sind das 30 € pro Fahrzeug und Jahr. Hinzu kommt die Fortbildung, damit die zeitnahe Tätigkeit im Sinne der TRBS 1203 erhalten bleibt, etwa zu neuen Assistenzsystemen oder Elektrofahrzeugen. Was eine Auffrischung umfasst, lesen Sie unter Auffrischung für befähigte Personen.
Rechenbeispiel: kleiner und großer Fuhrpark im Vergleich
Beide Beispiele rechnen mit den Richtwerten dieser Seite: 50 € pro externer Prüfung, 45 Minuten interner Prüfzeit zu 40 € Stundensatz, also 30 € je Fahrzeug. Die Amortisation ergibt sich aus Kurspreis geteilt durch die monatliche Ersparnis. Die Fahrzeit zur Werkstatt wird zusätzlich mit einer Stunde zu 40 € pro Fahrzeug ausgewiesen.
Beispiel 1: Elektrobetrieb mit 6 Transportern
Extern kostet die Prüfung 6 × 50 € = 300 € im Jahr. Intern fallen 6 × 30 € = 180 € an. Die reine Ersparnis beträgt 120 € pro Jahr, der Kurs amortisiert sich nach 420 € ÷ 10 € = 42 Monaten. Rechnet man die sechs Werkstattfahrten mit je 40 € hinzu, steigt die Ersparnis auf 360 € pro Jahr und der Kurs hat sich nach 420 € ÷ 30 € = 14 Monaten bezahlt gemacht.
Beispiel 2: Sanitär- und Heizungsbetrieb mit 45 Fahrzeugen
Extern: 45 × 50 € = 2.250 € pro Jahr. Intern: 45 × 30 € = 1.350 €. Ersparnis 900 € pro Jahr, Amortisation nach 420 € ÷ 75 € = rund 5,6 Monaten. Mit 45 Werkstattfahrten zu je 40 € (1.800 €) wächst die Ersparnis auf 2.700 € pro Jahr, der Kurs ist dann nach knapp zwei Monaten bezahlt.
| Posten pro Jahr | 6 Transporter | 45 Fahrzeuge |
|---|---|---|
| externe Prüfung (50 € je Fahrzeug) | 300 € | 2.250 € |
| eigene Prüfzeit (30 € je Fahrzeug) | 180 € | 1.350 € |
| Ersparnis ohne Fahrzeit | 120 € | 900 € |
| Amortisation ohne Fahrzeit | 42 Monate | ca. 5,6 Monate |
| Ersparnis mit Fahrzeit (40 € je Fahrzeug) | 360 € | 2.700 € |
| Amortisation mit Fahrzeit | 14 Monate | ca. 1,9 Monate |
Werkstatt, 45 Fahrzeuge
- 45 × 50 € Prüfung
- plus 45 Werkstattfahrten
- jedes Jahr erneut
Eigene befähigte Person
- Online-Kurs, ca. 3 Stunden
- plus ca. 1.350 € eigene Prüfzeit
- Prüfung auf dem Betriebshof
Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.
Vor- und Nachteile: Werkstatt oder eigener Prüfer
Die Rechnung allein entscheidet nicht. Beide Wege haben Stärken, und in manchen Betrieben ist die Werkstatt ehrlich gesagt die bessere Wahl.
| Werkstatt oder Prüfdienst | eigene befähigte Person | |
|---|---|---|
| Pro | kein eigenes Personal nötig, Prüfung und Reparatur aus einer Hand, bei wenigen Fahrzeugen günstiger | Prüfung auf dem Hof, keine Fahrten, Termine passend zum Einsatzplan, schnelle Nachprüfung nach Schäden |
| Contra | Fahrzeit und Ausfall, Termine nach Verfügbarkeit, Prüfumfang bei Laderaum und Einbauten teils knapp | Person muss Voraussetzungen erfüllen, bindet eigene Arbeitszeit, Vertretung im Urlaub nötig, Unterboden ohne Grube schwer einsehbar |
| passt zu | kleinen Fuhrparks, Betrieben ohne technisches Personal | Fuhrparks ab etwa zehn bis 20 Fahrzeugen, Betrieben mit Kfz-Fachkraft oder eigener Werkstatt |
Ein Vorteil der eigenen Lösung wird oft unterschätzt: Wer seine Fahrzeuge jedes Jahr selbst prüft, erkennt Verschleiß im Verlauf. Eine Trennwand, die sich Jahr für Jahr weiter lockert, fällt einem Fremdprüfer mit wechselndem Personal seltener auf. Möglich ist auch ein Mischmodell: Die Werkstatt prüft die Pkw bei der Inspektion mit, die Transporter mit Einbauten prüft der eigene Prüfer auf dem Hof.
Für wen lohnt sich die eigene UVV-Prüfung?
Die Entscheidung lässt sich an wenigen Kriterien festmachen. Je mehr davon zutreffen, desto eher lohnt sich der Kurs:
- Fuhrparkgröße: Ab etwa 20 Fahrzeugen amortisiert sich der Kurs schon über die reinen Prüfkosten nach gut einem Jahr. Mit der Fahrzeit zur Werkstatt gerechnet reichen oft zehn Fahrzeuge, bei weiten Wegen auch weniger.
- Passende Person: Im Betrieb arbeitet jemand mit Kfz-Ausbildung oder vergleichbarer fahrzeugtechnischer Qualifikation, der aktuell mit Fahrzeugen zu tun hat.
- Einsatzprofil: Die Fahrzeuge sind tagsüber im Einsatz, jede Stunde Ausfall kostet Umsatz oder bringt Touren durcheinander.
- Weitere Prüfbereiche: Dieselbe Person könnte auch Hebebühnen oder Leitern prüfen.
- Ausstattung: Grube, Hebebühne oder eine Partnerwerkstatt für den Blick auf den Unterboden sind vorhanden.
Wie Sie Prüftermine, Vertretung und Nachweise für viele Fahrzeuge aufsetzen, zeigt die Seite UVV-Prüfung im Fuhrpark organisieren.
So überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber
Wenn Sie als Kfz-Fachkraft die Prüfungen übernehmen möchten, überzeugen Zahlen mehr als Argumente. Rechnen Sie den eigenen Fuhrpark mit dem Kostenrechner für Fahrzeuge durch und legen Sie das Ergebnis zusammen mit der letzten Werkstattrechnung vor. Ergänzen Sie, wie viele Stunden im vergangenen Jahr für Werkstattfahrten angefallen sind und wie oft ein Fahrzeug deshalb in der Tour oder auf der Baustelle fehlte. Bieten Sie an, im ersten Jahr zunächst einen Teil der Flotte selbst zu prüfen und die Ergebnisse mit der Werkstatt zu vergleichen. Weisen Sie außerdem darauf hin, dass die Verantwortung für die Prüfung ohnehin beim Arbeitgeber liegt, auch bei Leasingfahrzeugen. Eine fertige Argumentationshilfe finden Sie unter Arbeitgeber von der Weiterbildung überzeugen, den rechtlichen Rahmen erklärt die Seite zur UVV-Prüfung von Fahrzeugen.
Häufige Fragen zu den Kosten der UVV-Prüfung
Ist die UVV-Prüfung beim TÜV teurer als in der Werkstatt?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Prüforganisationen, Vertragswerkstätten und mobile Prüfdienste kalkulieren frei, eine Gebührenordnung wie bei der Hauptuntersuchung gibt es für die UVV-Prüfung nicht. Entscheidend ist meist, ob die Prüfung mit einem ohnehin anstehenden Termin verbunden wird. Holen Sie für Ihren Fuhrpark zwei oder drei Angebote ein und achten Sie darauf, dass Laderaum und Einbauten ausdrücklich zum Prüfumfang gehören.
Wer zahlt die UVV-Prüfung bei Leasingfahrzeugen?
Die Pflicht zur Prüfung liegt beim Arbeitgeber, der das Fahrzeug seinen Beschäftigten überlässt, nicht bei der Leasinggesellschaft. Manche Full-Service-Verträge enthalten die UVV-Prüfung als Leistung, dann ist sie in der Leasingrate eingepreist. Prüfen Sie den Vertrag genau. Ist die Prüfung nicht enthalten, trägt das Unternehmen die Kosten und muss die Termine selbst im Blick behalten.
Sind die Kurskosten steuerlich absetzbar?
Für Unternehmen ist die Weiterbildung eines Mitarbeiters in der Regel eine Betriebsausgabe. Bezahlt wird per Rechnung, sodass die Kosten direkt über den Betrieb laufen können. Wer den Kurs als Selbstständiger oder privat für die berufliche Tätigkeit bezahlt, kann ihn in vielen Fällen als Werbungskosten oder Betriebsausgabe geltend machen. Klären Sie Einzelheiten bitte mit Ihrer Steuerberatung, wir geben hier keine Steuerberatung.
Spart man Geld, wenn UVV-Prüfung und HU zusammen stattfinden?
Ja, vor allem Zeit. Werden beide Prüfungen in einem Termin erledigt, fällt nur eine Werkstattfahrt an. Es bleiben aber zwei getrennte Prüfungen mit zwei Nachweisen, die HU nach § 29 StVZO und die UVV-Prüfung nach DGUV Vorschrift 70. Da die HU bei Pkw nur alle 24 Monate fällig ist, die UVV-Prüfung aber jährlich, passt die Kombination ohnehin nur jedes zweite Jahr.
Welche Kosten kommen nach der Prüfung noch hinzu?
Die Prüfung stellt Mängel fest, beseitigt sie aber nicht. Abgefahrene Reifen, defekte Leuchten, ein abgelaufener Verbandkasten oder eine lockere Trennwand werden gesondert repariert oder ersetzt. Diese Kosten entstehen unabhängig davon, wer prüft, denn der Mangel ist ja vorhanden. Eine eigene befähigte Person hat den Vorteil, dass kleine Mängel wie ein fehlendes Warndreieck sofort im Betrieb behoben und nachgeprüft werden können.