UVV-Prüfung im Fuhrpark organisieren: Modelle, Kosten und Prüfplan im Vergleich

Ab zehn Fahrzeugen wird die UVV-Prüfung zur Organisationsaufgabe: Termine verteilen, Fahrzeuge verfügbar machen, Mängel nachverfolgen, Nachweise bündeln. Hier vergleichen wir vier Organisationsmodelle mit Kosten, Vor- und Nachteilen und zeigen, wie ein Prüfplan für einen großen Fuhrpark aussieht.

Von Dominik Junge Lesezeit: ca. 10 Min.
Kurz beantwortet

Die UVV-Prüfung im Fuhrpark lässt sich in vier Modellen organisieren: Werkstatt bei der Inspektion, mobiler Prüfdienst, Prüfung zusammen mit der HU oder eine eigene befähigte Person. Extern kostet die Prüfung meist 15 bis 110 € je Fahrzeug, dazu kommen Fahrten und Ausfallzeiten. Ein eigener Prüfer kostet einmalig 420 € für den Online-Kurs plus rund 45 Minuten je Fahrzeug. Ab etwa 20 Fahrzeugen lohnt sich meist ein eigener Prüfer mit rollierendem Prüfplan, bei großen Flotten besser zwei, damit die Vertretung gesichert ist.

Selbst prüfen statt Prüfdienst? Der Online-Kurs Fahrzeuge kostet 420 €.

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Was kostet die externe UVV-Prüfung im Fuhrpark?

Für Flotten gibt es im Wesentlichen drei externe Wege. Die Kosten je Fahrzeug liegen nach veröffentlichten Preisangaben meist zwischen 15 und 110 €, der Richtwert beträgt 50 €. Entscheidender als der Stückpreis ist beim Fuhrpark, welcher Aufwand drumherum entsteht:

ModellPreis je FahrzeugAufwand im Betrieb
Werkstatt bei der Inspektioneher unteres Ende der Spannegering, solange Inspektionsintervall und UVV-Frist zusammenpassen
Mobiler Prüfdienst auf dem HofStückpreis, je nach Anbieter plus AnfahrtSammeltermin organisieren, alle Fahrzeuge müssen da sein
Prüforganisation zusammen mit der HUeigene Position neben der HU-Gebührpasst nur jedes zweite Jahr, weil die HU bei Pkw alle 24 Monate fällig ist
Leasing mit Full-Servicein der Rate eingepreist, falls enthaltenVertrag prüfen, Nachweise trotzdem selbst einsammeln

Einflussfaktoren sind die Größe der Flotte (Mengenpreise), die Region, der Anteil an Transportern mit Einbauten und die Frage, ob der Dienstleister anfährt oder die Fahrzeuge zu ihm kommen.

Der größte Posten: Verfügbarkeit

Bei einem Pflegedienst fehlt das Auto in der Tour, beim Handwerksbetrieb der Transporter auf der Baustelle. Rechnet man pro Werkstattbesuch eine Stunde Arbeitszeit für Hin- und Rückweg, sind das bei 80 Fahrzeugen 80 Stunden im Jahr, zwei volle Arbeitswochen. Beim mobilen Prüfdienst entfällt die Fahrt, dafür muss die ganze Flotte zu einem festen Termin auf dem Hof stehen, was im laufenden Betrieb oft schwerer ist als gedacht.

Was kostet es, die UVV-Prüfung intern zu organisieren?

Die interne Lösung hat drei Kostenblöcke. Der Online-Kurs befähigte Person Fahrzeuge kostet 420 € pro Teilnehmer, einmalig, mit Abschlusstest und Zertifikat. Die Prüfzeit liegt bei rund 45 Minuten je Fahrzeug, bei 40 € Stundensatz also 30 €. Dazu kommt der Organisationsaufwand, der auch bei externer Prüfung anfällt, aber intern sichtbarer wird.

Vertretung einplanen

Ab etwa 50 Fahrzeugen empfehlen wir zwei befähigte Personen. Fällt der einzige Prüfer über Wochen aus, gerät der Prüfplan sonst ins Rutschen. Zwei Kurse kosten 840 €. Beide sollten nach denselben Maßstäben bewerten, deshalb gehören einheitliche Mängelklassen und Fristen in eine kurze Prüfanweisung.

Werkzeug für die Organisation

Für bis zu 20 Fahrzeuge reicht eine gepflegte Tabelle mit Kennzeichen, Prüfmonat, letzter Prüfung, offenen Mängeln und HU-Termin. Größere Flotten arbeiten meist mit einer Fuhrparksoftware, die Termine meldet und Protokolle digital ablegt. Folgekosten entstehen außerdem durch Fortbildung, damit die zeitnahe Tätigkeit im Sinne der TRBS 1203 erhalten bleibt, mehr dazu unter Auffrischung für befähigte Personen.

Rechenbeispiel: Pflegedienst und kommunaler Bauhof

Beide Beispiele rechnen mit 50 € je externer Prüfung, 30 € interner Prüfzeit je Fahrzeug und 40 € Fahrzeit je Werkstattbesuch. Amortisation bedeutet: Kurskosten geteilt durch die monatliche Ersparnis.

Kleiner Fuhrpark: Pflegedienst mit 12 Kleinwagen

Extern: 12 × 50 € = 600 € pro Jahr. Intern: 12 × 30 € = 360 €. Die reine Ersparnis von 240 € pro Jahr bezahlt den Kurs nach 420 € ÷ 20 € = 21 Monaten. Weil jeder Werkstattbesuch eine Pflegekraft aus der Tour nimmt, zählt hier aber die Fahrzeit: 12 × 40 € = 480 € zusätzlich. Mit ihr steigt die Ersparnis auf 720 € pro Jahr, der Kurs ist nach 420 € ÷ 60 € = 7 Monaten bezahlt. Voraussetzung ist, dass im Dienst jemand mit Kfz-Ausbildung arbeitet, etwa ein Haustechniker.

Großer Fuhrpark: Bauhof mit 80 Fahrzeugen und zwei Prüfern

Extern: 80 × 50 € = 4.000 € pro Jahr. Intern: 80 × 30 € = 2.400 €. Ersparnis 1.600 € pro Jahr. Zwei Kurse kosten 840 €, Amortisation nach 840 € ÷ 133 € = rund 6,3 Monaten. Mit 80 eingesparten Werkstattfahrten zu je 40 € (3.200 €) wächst die Ersparnis auf 4.800 € pro Jahr, die Kurse sind nach gut zwei Monaten bezahlt.

pro JahrPflegedienst, 12 FahrzeugeBauhof, 80 Fahrzeuge
extern600 €4.000 €
intern (Prüfzeit)360 €2.400 €
Kurse einmalig420 € (1 Prüfer)840 € (2 Prüfer)
Amortisation ohne Fahrzeit21 Monateca. 6,3 Monate
Amortisation mit Fahrzeit7 Monateca. 2,1 Monate

Ihren eigenen Fuhrpark rechnen Sie mit dem Kostenrechner für Fahrzeuge durch.

So sieht ein rollierender Prüfplan aus

Statt alle Fahrzeuge an einem Stichtag zu prüfen, verteilt der Bauhof seine 80 Fahrzeuge über das Jahr. Das hält den Betrieb am Laufen und gibt Zeit für Nachprüfungen:

Prüfplan für 80 Fahrzeuge Jan8 Feb8 Mär7 Apr8 Mai7 Jun7 Jul5 Aug5 Sep8 Okt8 Nov9 DezPuffer Urlaubsmonate mit weniger Prüfungen, Dezember für Nachprüfungen und Nachzügler
Rund sieben Prüfungen im Monat, bei zwei Prüfern etwa ein halber Tag je Prüfer und Monat. Jedes Fahrzeug behält seinen Prüfmonat dauerhaft.

Prüfdienst, 80 Fahrzeuge

ca. 4.000 € / Jahr
  • 80 × 50 € Prüfung
  • plus Fahrten oder Sammeltermine
  • jedes Jahr erneut

Eigene befähigte Person

840 € einmalig
  • 2 Online-Kurse, je ca. 3 Stunden
  • plus ca. 2.400 € eigene Prüfzeit
  • rollierender Prüfplan

Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.

Vor- und Nachteile der Organisationsmodelle

Kein Modell ist in jedem Betrieb das beste. Die Tabelle zeigt ehrlich, wo die Stärken und Schwächen liegen:

ModellProContra
Werkstatt bei Inspektionkaum Aufwand, Reparatur direkt vor OrtFristen laufen auseinander, wenn die Inspektion nach Kilometern fällig ist, Laderaum oft knapp geprüft
Mobiler Prüfdienstkeine Fahrten, alles an einem TagFahrzeuge müssen gleichzeitig verfügbar sein, Nachzügler kosten extra
Zusammen mit der HUein Termin für zwei Pflichtennur jedes zweite Jahr passend, dazwischen trotzdem eine Prüfung nötig
Eigene befähigte Personflexibel, günstig ab mittlerer Flottengröße, kennt die Fahrzeugebraucht qualifiziertes Personal und Vertretung, bindet Arbeitszeit, Unterboden braucht Grube oder Bühne

In der Praxis sind Mischmodelle häufig: Dienstwagen, die ohnehin zur Inspektion fahren, prüft die Werkstatt mit, die Transporter und Poolfahrzeuge auf dem Hof prüft der eigene Prüfer. Wichtig ist dann eine zentrale Liste, in der alle Nachweise zusammenlaufen, egal wer geprüft hat. Sonst weiß am Ende niemand, ob der Dienstwagen der Vertriebsleiterin im letzten Jahr überhaupt geprüft wurde.

Für wen passt welches Modell?

Diese Kriterien helfen bei der Entscheidung:

  • Unter zehn Fahrzeuge, kein Kfz-Personal: Werkstatt bei der Inspektion, Termine zentral im Kalender.
  • 10 bis 20 Fahrzeuge, alle am Standort: mobiler Prüfdienst oder eigene befähigte Person, wenn jemand mit Kfz-Ausbildung da ist.
  • Ab etwa 20 Fahrzeugen: eigene befähigte Person mit rollierendem Prüfplan, ab etwa 50 Fahrzeugen zwei.
  • Viele Dienstwagen im Außendienst: Mischmodell, weil diese Fahrzeuge selten auf dem Hof stehen, siehe UVV-Prüfung Firmenwagen.
  • Viele Transporter mit Einbauten: eigener Prüfer, weil der Laderaum gründlicher geprüft wird, siehe UVV-Prüfung Transporter.

Ein Punkt gilt für jedes Modell: Die Verantwortung bleibt beim Unternehmer. Wer die Prüfung auslagert, muss trotzdem wissen, wann welches Fahrzeug fällig ist, und die Protokolle einfordern. Ein Modellwechsel ist jederzeit möglich, etwa wenn der Fuhrpark wächst.

So setzen Sie die Umstellung im Betrieb durch

Wer als Fuhrparkleiter oder Kfz-Fachkraft die Prüfung ins Haus holen möchte, braucht die Zustimmung der Geschäftsführung. Überzeugend ist eine einfache Vorlage mit drei Zahlen: bisherige Prüfkosten laut Rechnungen, geschätzte Fahr- und Ausfallzeiten, Kurskosten. Ergänzen Sie, wer die Voraussetzungen erfüllt und wer vertritt. Schlagen Sie ein Pilotjahr vor, in dem zunächst die Transporter intern geprüft werden. Nach zwölf Monaten liegen dann echte Zahlen vor: Prüfstunden, gefundene Mängel, eingesparte Fahrten. Weisen Sie auch darauf hin, dass ein eigener Prüfer nach einem Unfall oder Schaden sofort nachprüfen kann, statt auf einen Werkstatttermin zu warten. Eine fertige Argumentationshilfe gibt es unter Arbeitgeber von der Weiterbildung überzeugen, den rechtlichen Rahmen liefert die Seite UVV-Prüfung Fahrzeuge.

Häufige Fragen zur Organisation im Fuhrpark

Stichtag oder rollierender Prüfplan: was ist besser?

Bei kleinen Flotten am selben Standort ist ein Stichtag praktisch, etwa ein Prüftag im Frühjahr mit einem mobilen Prüfdienst. Ab etwa 20 Fahrzeugen ist ein rollierender Plan meist besser: Jedes Fahrzeug hat einen festen Prüfmonat, die Arbeit verteilt sich, und es fehlen nie viele Fahrzeuge gleichzeitig. Außerdem bleibt Zeit, Mängel bis zur Nachprüfung abzuarbeiten, ohne dass sich alles auf wenige Wochen ballt.

Wer ist im Unternehmen für die UVV-Prüfung verantwortlich?

Verantwortlich ist der Unternehmer. Er kann Aufgaben schriftlich übertragen, etwa an einen Fuhrparkleiter, der Termine plant und Protokolle einsammelt. Die fachliche Prüfung selbst übernimmt ein Sachkundiger, also eine befähigte Person. Klare schriftliche Regelungen verhindern, dass sich im Ernstfall jeder auf den anderen beruft. Mehr zur Verteilung der Verantwortung lesen Sie auf unserer Seite zur Haftung.

Brauchen wir eine Fuhrparksoftware?

Nicht zwingend. Für bis zu 20 Fahrzeuge reicht eine gut gepflegte Tabelle mit Kennzeichen, Prüfmonat, letzter Prüfung, offenen Mängeln und HU-Termin. Ab einer größeren Flotte oder mehreren Standorten lohnt sich eine Software, die an Termine erinnert, Protokolle digital ablegt und Mängel bis zur Nachprüfung verfolgt. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass jemand die Liste verantwortlich pflegt.

Wie bündeln wir UVV-Prüfung, Unterweisung und Führerscheinkontrolle?

Legen Sie für jedes Fahrzeug eine Akte und für jeden Fahrer eine Übersicht an. Praktisch ist ein gemeinsamer Termin im Jahr, an dem das Fahrzeug geprüft, der Fahrer unterwiesen und der Führerschein kontrolliert wird. Rechtlich bleiben es drei getrennte Pflichten mit eigenen Nachweisen, organisatorisch spart die Bündelung aber viele einzelne Termine und macht Lücken sofort sichtbar.

Was tun, wenn eine Frist überschritten ist?

Holen Sie die Prüfung so schnell wie möglich nach und dokumentieren Sie den Grund der Verspätung. Bis zur Prüfung sollte das Fahrzeug nur genutzt werden, wenn keine Anzeichen für Mängel vorliegen und die Kontrolle vor Fahrtantritt sorgfältig erfolgt. Prüfen Sie danach, warum die Frist gerissen ist, und passen Sie den Prüfplan an, etwa mit Erinnerungen vier Wochen vor Fälligkeit.

Den Fuhrpark selbst prüfen: planbar und günstiger

Mit einer eigenen befähigten Person bestimmen Sie Termine selbst und sparen Werkstattfahrten. Unser Online-Kurs vermittelt das Prüfwissen nach DGUV Vorschrift 70 in rund drei Stunden.

420 € pro Teilnehmer

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Junge Kranausbildung, Gummersbach · Schulungen seit 2016

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Quellen

Dominik Junge · Junge Kranausbildung, Gummersbach
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