Der Online-Kurs vermittelt die Fachkunde, die Sie als befähigte Person für die Prüfung von Leitern und Tritten brauchen. Sie lernen die Prüfkriterien nach DGUV Information 208-016, von Holmen und Sprossen bis zu Spreizsicherung und Leiterfüßen, und legen eine Online-Prüfung mit 20 Fragen ab. Der Kurs kostet 275 €, bezahlt wird per Rechnung. Voraussetzung sind eine passende Berufsausbildung, Berufserfahrung und eine aktuelle Tätigkeit, in der Sie mit Leitern zu tun haben.
Für wen ist der Kurs?
Leitern gibt es in fast jedem Betrieb, deshalb ist dieser Kurs der häufigste Einstieg in die Rolle der befähigten Person. Typischerweise melden sich drei Gruppen an:
Betriebe jeder Größe
Handwerk, Lager, Produktion und Verwaltung: Sie wollen die jährliche Leiterprüfung selbst erledigen, statt für jede Leiter einen Prüfdienst zu bezahlen.
Hausmeister und Haustechniker
Sie betreuen Gebäude und Ausstattung ohnehin und sollen künftig auch Leitern, Tritte und Kleingerüste prüfen und dokumentieren.
Selbstständige Prüfer
Sie bieten Leiterprüfungen als Dienstleistung an oder erweitern Ihr Prüfangebot um einen Bereich mit sehr breiter Nachfrage.
Gemeinsam ist allen: Leitern wirken unscheinbar, sind aber an vielen Absturzunfällen beteiligt. Wer sie prüft, braucht einen geschulten Blick für Verformungen, lockere Verbindungen und abgenutzte Füße und muss wissen, wann eine Leiter sofort aus dem Verkehr gezogen wird. Ob Sie den Kurs aus eigenem Antrieb belegen oder im Auftrag Ihres Arbeitgebers: Inhalte, Prüfung und Zertifikat sind dieselben. Entscheidend für die spätere Prüftätigkeit ist nicht, wer den Kurs bezahlt, sondern dass Ihre Ausbildung und Erfahrung zur Prüfaufgabe passen.
Was Sie nach dem Kurs können
Nach dem Kurs können Sie Leitern und Tritte systematisch prüfen und das Ergebnis sauber dokumentieren. Im Einzelnen:
- Sie kennen die Anforderungen der DGUV Information 208-016 und der TRBS 1203 an die Prüfung und an den Prüfer.
- Sie prüfen Holme, Sprossen, Stufen und Plattformen auf Verformung, Beschädigung und Abnutzung, bei Holzleitern auch die Schutzbehandlung.
- Sie beurteilen Spreizsicherungen, Beschläge, Leiterfüße und Rollen auf Vollständigkeit und Funktion.
- Sie bewerten Zubehör wie Holmverlängerungen, Fußverbreiterungen und Wandabstützungen.
- Sie entscheiden, ob eine Leiter weiter genutzt, instand gesetzt oder ausgesondert wird, und dokumentieren das im Leiterkontrollbuch.
Das Wissen ist so aufbereitet, dass Sie es direkt bei Ihrer ersten eigenen Leiterprüfung anwenden können. Laut Anbieter umfasst die Qualifikation gewerblich und privat genutzte Leitern und Tritte. Was die Leiterprüfung im Betrieb insgesamt verlangt, erklärt unser Ratgeber zur Leiterprüfung nach DGUV Information 208-016.
Kursinhalte im Detail
Der Kurs folgt den Prüfkriterien der DGUV Information 208-016 „Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten“. Diese Bauteile und Themen werden behandelt:
| Themenblock | Inhalte |
|---|---|
| Holme | Verformung, Beschädigung, scharfe Kanten, Abnutzung, Schutzbehandlung bei Holzleitern |
| Sprossen, Stufen, Plattform | feste Verbindungen, Abnutzung, rutschhemmende Trittflächen |
| Spreizsicherungen | Vollständigkeit, Funktionsfähigkeit, Beschädigung von Gurt, Kette oder Gelenk |
| Beschlagteile | Korrosion, Befestigung, Schmierung mechanischer Teile |
| Leiterfüße und Rollen | Befestigung, Abnutzung, Funktion von Rollen und Bremsen |
| Zubehör | Holmverlängerung, Fußverbreiterung, Wandabstützung |
| Grundlagen | DGUV Information 208-016, BetrSichV, TRBS 1203, Dokumentation der Prüfung |
Die Themen sind so aufgebaut, dass Sie eine Leiter später in fester Reihenfolge durchgehen können: von den Holmen über Sprossen und Beschläge bis zu den Füßen und dem Zubehör. Gerade bei vielen Leitern im Betrieb spart diese Routine Zeit und sorgt dafür, dass kein Prüfpunkt übersehen wird, etwa die oft vergessene Spreizsicherung an Stehleitern.
Die Regelwerke, die im Kurs vorkommen, begleiten Sie später bei jeder Prüfung: Auf sie beziehen Sie sich im Prüfprotokoll, und nach ihnen fragt die Berufsgenossenschaft, wenn sie die Prüfung von Leitern und Tritten im Betrieb kontrolliert. Deshalb lohnt es sich, die Texte nicht nur für die Abschlussprüfung zu lesen, sondern als Nachschlagewerk zu nutzen.
Lernmaterial und Ablauf
Sie lernen mit einer themenbezogenen PowerPoint-Präsentation und den zugehörigen Regelwerkstexten der DGUV. Die Lernzeit liegt bei etwa drei Stunden, verteilt auf mehrere kurze Lektionen. Der Zugang bleibt 52 Wochen bestehen, sodass Sie vor Ihrer ersten eigenen Leiterprüfung noch einmal nachschlagen können.
Die Abschlussprüfung
Zum Abschluss legen Sie eine theoretische Online-Prüfung ab: 20 Fragen in 20 Minuten. Nach bestandener Prüfung erhalten Sie Ihr Zertifikat. Bei Fragen zum Stoff helfen wir Ihnen während der Geschäftszeiten per E-Mail oder Telefon weiter.
Voraussetzungen: Passt der Kurs zu mir?
Ehrlich vorweg: Ein Kurs allein macht niemanden zur befähigten Person. Nach § 2 Abs. 6 BetrSichV und TRBS 1203 müssen drei Voraussetzungen zusammenkommen. Bei Leitern sind die Anforderungen überschaubar, aber sie gelten trotzdem:
- Berufsausbildung: Haben Sie eine abgeschlossene Ausbildung, idealerweise in einem handwerklichen oder technischen Beruf, etwa als Schreiner, Metallbauer, Elektriker, Haustechniker oder Lagerlogistiker?
- Berufserfahrung: Haben Sie praktische Erfahrung mit Leitern und Tritten und können Sie Schäden an Holz, Aluminium oder Kunststoff erkennen?
- Zeitnahe Tätigkeit: Arbeiten Sie aktuell in einem Bereich, in dem Leitern und Tritte regelmäßig genutzt werden?
Wenn Sie alle drei Fragen mit Ja beantworten, passt der Kurs. Nach dem Kurs beauftragt Ihr Arbeitgeber Sie schriftlich als befähigte Person für die Prüfung von Leitern und Tritten. Größere fahrbare Gerüste wie Rollgerüste nach DIN EN 1004 gehören zu den Gerüsten und werden nach eigenen Regeln geprüft. Wenn Sie unsicher sind, lesen Sie vorher unseren Beitrag zu den Voraussetzungen für befähigte Personen. Einen Überblick über alle acht Prüfbereiche gibt unsere Seite Was ist eine befähigte Person?
Befähigte Person Leitern: Preis und Leistungen
Der Kurs kostet einmalig 275 €. Weitere Kosten für Lernmaterial oder Prüfung fallen nicht an. Der Preis gilt pro Teilnehmer. Sollen mehrere Mitarbeiter qualifiziert werden, meldet sich jeder mit eigenem Konto an, damit jedes Zertifikat auf den richtigen Namen ausgestellt wird. Im Preis enthalten ist:
- Online-Kurs, ca. 3 Stunden
- 52 Wochen Zugang zu allen Unterlagen
- Online-Abschlussprüfung + Zertifikat
- Bezahlung per Rechnung
Zum Vergleich: Ein Prüfdienst berechnet für die Leiterprüfung meist 9 bis 30 € pro Leiter und Jahr, dazu kommt die Anfahrt. Bei einem Bestand von 20 bis 30 Leitern und Tritten liegt man damit schnell über dem Kurspreis. Ein Abo gibt es nicht: Sie zahlen einmal und behalten den Zugang 52 Wochen lang. Die Bezahlung per Rechnung macht es zudem einfach, die Kosten über den Betrieb abzurechnen.
So läuft die Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt direkt auf unserer Lernplattform. Der Button auf dieser Seite führt Sie ohne Umweg zum Anmeldeformular für genau diesen Kurs, sodass Sie nicht erst im Kursangebot suchen müssen.
- Registrieren und Kurs anfragen: Sie legen im Formular ein Konto an. Geben Sie Geburtsdatum und Geburtsort genau an, denn diese Angaben erscheinen unverändert auf Ihrem Zertifikat.
- Rechnung: Sie bezahlen bequem per Rechnung. Die Rechnungsadresse geben Sie bei der Registrierung an.
- Lernen: Sie arbeiten die Unterlagen im eigenen Tempo durch, die Lernzeit liegt bei etwa drei Stunden.
- Prüfung: Sie legen die Online-Prüfung mit 20 Fragen ab, sobald Sie sich sicher fühlen.
- Zertifikat: Nach bestandener Prüfung erhalten Sie Ihr Zertifikat. Danach folgt die schriftliche Beauftragung durch Ihren Arbeitgeber, eine Vorlage finden Sie unter Beauftragung der befähigten Person.
Tipp: Wenn Sie für mehrere Standorte je eine Person qualifizieren, meldet sich jeder einzeln an. So erhält jeder sein eigenes Zertifikat auf den richtigen Namen.
Lohnt sich der Kurs für Ihren Betrieb?
Ab einem mittleren Leiterbestand in aller Regel ja. Die Leiterprüfung durch einen Prüfdienst kostet etwa 9 bis 30 € pro Leiter, dazu kommt eine Anfahrtspauschale. Ein Betrieb mit 30 Leitern und Tritten zahlt so rund 490 € pro Jahr, der Kurs kostet einmalig 275 €. Ehrlich gesagt: Wer nur fünf Leitern hat, braucht zwei bis drei Jahre, bis sich der Kurs rechnet. Dafür ist die eigene befähigte Person jederzeit verfügbar, etwa wenn eine Leiter umgefallen ist.
Und nicht zuletzt bleibt das Wissen im Betrieb: Die eigene befähigte Person kennt die Arbeitsmittel und ihre Geschichte, erkennt Veränderungen von Jahr zu Jahr und kann Mängel direkt mit den Kollegen besprechen, die täglich damit arbeiten.
Externer Prüfdienst
- pro Leiter und Jahr
- zzgl. Anfahrt
- jedes Jahr erneut
- Termin nach Verfügbarkeit
Eigene befähigte Person
- alle Leitern und Tritte
- Prüfung nach eigenem Plan
- sofort nach Schäden
- nur interne Arbeitszeit
Externe Preise: Richtwerte aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer.
Weitere Rechenbeispiele und alle Details zu den externen Preisen finden Sie im Kostenvergleich zur Leiterprüfung.
Online-Kurs oder Präsenzseminar?
Seminare zur befähigten Person für Leitern gibt es auch in Präsenz, meist als Tagesseminar. Für die Leiterprüfung ist der Unterschied kleiner als bei komplexen Arbeitsmitteln, denn die Prüfpunkte lassen sich gut mit Bildern und Checklisten vermitteln. Die Übersicht hilft bei der Entscheidung:
| Kriterium | Online-Kurs | Präsenzseminar |
|---|---|---|
| Preis | 275 € | häufig deutlich höher, zzgl. Reisekosten |
| Zeitaufwand | ca. 3 Stunden, frei einteilbar | meist ein ganzer Tag |
| Start | sofort | feste Termine, oft Wochen im Voraus |
| Arbeitsausfall | kaum, Lernen nebenbei möglich | ganze Arbeitstage |
| Praxis | keine Übungen an echten Leitern | teilweise Übungen an Leitern |
| Nachschlagen | 52 Wochen Zugang zu den Unterlagen | Seminarunterlagen |
Beide Wege führen zur selben Fachkunde, entscheidend ist, was Sie bereits mitbringen. Für die Beauftragung durch Ihren Arbeitgeber spielt das Format keine Rolle. Wer handwerklich erfahren ist und Leitern aus dem Arbeitsalltag kennt, ist mit dem Online-Kurs gut bedient. Wer dagegen bisher kaum mit Leitern zu tun hatte, profitiert eher von einem Präsenztermin mit Anschauungsmaterial. Ob ein Online-Kurs anerkannt wird, erklären wir unter Ist eine Online-Schulung anerkannt?
Über Junge Kranausbildung
Der Kurs wird von Junge Kranausbildung aus Gummersbach angeboten. Gegründet wurde das Unternehmen 2016 von Dominik Junge, einem erfahrenen freiberuflichen Dozenten für Arbeitssicherheit. Neben den Kursen zur befähigten Person bietet Junge Kranausbildung Ausbildungen für Kranführer, Staplerfahrer und Bediener von Hubarbeitsbühnen an. Wer Leitern prüfen lässt, findet dort oft auch passende Unterweisungen für Mitarbeiter, die täglich mit Arbeitsmitteln umgehen. Die Schulungen finden online, im Raum Gummersbach oder direkt beim Kunden statt.
Der Kurs deckt die Prüfkriterien der DGUV Information 208-016 kompakt ab, ist unser günstigster Einstieg und kann sofort gestartet werden. Bei Fragen zum Kurs erreichen Sie uns während der Geschäftszeiten per E-Mail oder Telefon.
[Platzhalter: Kundenbewertungen, nur mit schriftlicher Freigabe der Kunden einbinden]
Häufige Fragen zum Kurs
Bin ich nach dem Kurs automatisch befähigte Person?
Nicht automatisch. Der Kurs vermittelt die Fachkunde für die Prüfung von Leitern und Tritten, also Regelwerke, Prüfkriterien und Dokumentation. Befähigte Person sind Sie zusammen mit einer passenden Berufsausbildung, praktischer Erfahrung mit Leitern und Tritten, einer aktuellen Tätigkeit in diesem Bereich und der schriftlichen Beauftragung durch Ihren Arbeitgeber. Erfüllen Sie diese Punkte, können Sie die Prüfungen im Betrieb selbst übernehmen.
Darf ich nach dem Kurs auch private Leitern prüfen?
Laut Anbieter umfasst der Kurs die Prüfung gewerblich und privat genutzter Leitern und Tritte. Für rein private Leitern gibt es keine Prüfpflicht nach der Betriebssicherheitsverordnung, eine Prüfung ist aber freiwillig möglich, etwa als Dienstleistung für Vereine. Im Betrieb gilt: Sobald eine private Leiter bei der Arbeit genutzt wird, ist sie ein Arbeitsmittel und muss geprüft werden.
Gilt der Kurs auch für Podestleitern und Kleingerüste?
Ja. Podestleitern, Tritte, fahrbare Arbeitsbühnen und Kleingerüste sind ausdrücklich Teil des Kurses. Sie werden nach denselben Grundsätzen geprüft wie Leitern: Rahmen und Holme, Belag und Stufen, Sicherungen, Rollen und Bremsen. Größere fahrbare Gerüste wie Rollgerüste nach DIN EN 1004 gehören dagegen zu den Gerüsten und werden nach eigenen Regeln geprüft.
Wie lange dauert der Kurs?
Die reine Lernzeit liegt bei etwa drei Stunden. Sie können den Kurs an einem Stück durcharbeiten oder aufteilen, zum Beispiel an einem ruhigen Nachmittag. Der Zugang zu allen Unterlagen bleibt 52 Wochen bestehen, sodass Sie auch nach der Prüfung noch nachschlagen können, etwa vor Ihrer ersten eigenen Leiterprüfung. Einen Präsenztermin gibt es nicht.
Wie läuft die Abschlussprüfung ab?
Die Prüfung findet online statt und besteht aus 20 Fragen, für die Sie 20 Minuten Zeit haben. Die Fragen decken alle Bauteile und die Regeln zur Dokumentation ab. Einen festen Termin gibt es nicht, Sie legen die Prüfung ab, wenn Sie sich sicher fühlen. Nach bestandener Prüfung erhalten Sie Ihr Zertifikat mit Name, Geburtsdatum und Geburtsort, so wie Sie es bei der Anmeldung angegeben haben.
Wie oft muss ich Leitern nach dem Kurs prüfen?
Die Frist legt Ihr Arbeitgeber in der Gefährdungsbeurteilung fest. Die DGUV Information 208-016 und die Unfallversicherungsträger empfehlen, Leitern und Tritte mindestens einmal im Jahr zu prüfen, bei starker Beanspruchung wie auf Baustellen auch häufiger. Dazu kommt eine außerordentliche Prüfung nach einem Umsturz oder einer Reparatur. Das Ergebnis jeder Prüfung halten Sie im Leiterkontrollbuch fest, damit es bei einer Kontrolle sofort vorliegt.
Kann mein Arbeitgeber den Kurs bezahlen?
Ja, das ist sogar der Normalfall. Bezahlt wird per Rechnung, die Rechnungsadresse geben Sie bei der Anmeldung an. Soll die Rechnung auf Ihr Unternehmen lauten, klären Sie das am besten kurz mit dem Anbieter. Für Betriebe ist die Weiterbildung in der Regel als Betriebsausgabe absetzbar. Wenn Sie Ihren Chef überzeugen müssen: Schon bei rund 20 Leitern kostet der Prüfdienst jedes Jahr mehr als der Kurs einmalig.
Brauche ich für die Leiterprüfung spezielles Werkzeug?
Nein, teure Ausrüstung ist nicht nötig. Die meisten Prüfpunkte sind Sicht- und Funktionsprüfungen: Holme auf Verformung ansehen, Sprossen auf festen Sitz prüfen, Spreizsicherung und Gelenke betätigen. Hilfreich sind ein Zollstock, eine Taschenlampe, Prüfplaketten und ein Leiterkontrollbuch oder eine digitale Liste. Wichtiger als Werkzeug ist ein geschulter Blick, und den vermittelt der Kurs.