Die Kosten der Leiterprüfung liegen bei einem Prüfdienst meist zwischen 9 und 30 € pro Leiter, dazu kommen oft 20 bis 50 € Anfahrt je Termin, ein eigener Prüfer kostet einmalig 275 € für den Online-Kurs plus Arbeitszeit. Rechnet man mit 15 € pro Leiter und zehn Minuten eigener Prüfzeit, spart ein Betrieb mit 80 Leitern rund 700 € im Jahr und hat den Kurs nach knapp fünf Monaten wieder eingespielt. Bei zwölf Leitern dauert das rund zwei Jahre. Den eigenen Bestand rechnen Sie mit dem Kostenrechner nach.
Was kostet die externe Leiterprüfung?
Prüfdienste rechnen die Leiterprüfung fast immer pro Stück ab. In veröffentlichten Preislisten reicht die Spanne von etwa 9 € bis 30 € je Leiter oder Tritt. Der niedrige Wert gilt für einfache Tritte und große Stückzahlen an einem Ort, der hohe für Mehrzweckleitern, Podestleitern oder fahrbare Arbeitsbühnen, bei denen mehr Gelenke, Rollen und Sicherungen zu prüfen sind. Hinzu kommt bei den meisten Anbietern eine Anfahrts- oder Terminpauschale, die unabhängig von der Stückzahl berechnet wird. Einige Dienste setzen außerdem einen Mindestauftragswert an, sodass sich ein Termin für drei Leitern kaum lohnt.
| Kostenposition | Übliche Spanne | Wovon der Preis abhängt |
|---|---|---|
| Prüfung je Leiter oder Tritt | ca. 9 bis 30 € | Bauart, Stückzahl, Zustand des Bestands |
| Anfahrt oder Terminpauschale | ca. 20 bis 50 € je Termin | Entfernung, Region, Zahl der Standorte |
| Prüfplakette je Leiter | oft enthalten, sonst wenige Euro | Anbieter, Art der Kennzeichnung |
| Prüfbericht oder Kontrollbuch | meist enthalten | Papier oder digitale Liste |
| Kleinreparaturen | nach Aufwand | Ersatzteile wie Füße oder Spreizgurte |
Richtwerte aus veröffentlichten Preisangaben von Prüfdiensten. Konkrete Angebote können abweichen.
Für die Rechenbeispiele auf dieser Seite verwenden wir den mittleren Richtwert von 15 € pro Leiter und 40 € Anfahrt je Termin. Wichtig für die Planung: Die Kosten fallen jedes Jahr erneut an, denn die DGUV Information 208-016 empfiehlt die Prüfung mindestens einmal jährlich. Wer Leitern im Außeneinsatz oder auf Baustellen nutzt und die Frist deshalb auf ein halbes Jahr verkürzt, zahlt den Prüfdienst doppelt. Hintergründe zu Pflicht und Fristen stehen auf unserer Seite zur Leiterprüfung.
Was kostet eine eigene befähigte Person für Leitern?
Die eigene Lösung besteht aus drei Kostenblöcken. Der erste ist der Online-Kurs zur befähigten Person für Leitern, Tritte, fahrbare Arbeitsbühnen und Kleingerüste: 275 € pro Teilnehmer, einmalig, bezahlt per Rechnung. Der zweite ist die Lernzeit von rund drei Stunden, die sich auf mehrere ruhige Phasen verteilen lässt. Der dritte ist die laufende Prüfzeit: Eine geübte befähigte Person braucht für eine Leiter mit Sichtprüfung, Funktionsprüfung, Plakette und Eintrag etwa zehn Minuten, bei Tritten weniger, bei Podestleitern mehr.
Kleine Nebenkosten
Prüfplaketten kosten wenige Cent bis ein paar Euro pro Stück, ein Leiterkontrollbuch oder eine Tabelle ist kostenlos. Spezielles Werkzeug ist nicht nötig; Zollstock, Taschenlampe und Schreibzeug reichen. Wie Sie die Unterlagen anlegen, zeigt die Seite zum Leiterkontrollbuch.
Folgekosten durch Auffrischung
Die TRBS 1203 verlangt, dass die befähigte Person zeitnah tätig bleibt und ihr Wissen aktuell hält. Wer regelmäßig Leitern prüft, erfüllt den ersten Teil automatisch. Ändern sich Normen oder Regelwerke, ist eine Auffrischung sinnvoll. Einen festen Turnus schreibt keine Vorschrift vor. Mehr dazu erklärt die Seite zur Auffrischung für befähigte Personen.
Rechenbeispiel: kleiner Handwerksbetrieb und großes Lager
Die beiden Beispielbetriebe sind bewusst unterschiedlich gewählt. Gerechnet wird mit 15 € pro Leiter und 40 € Anfahrt beim Prüfdienst sowie mit zehn Minuten Prüfzeit und einem internen Stundensatz von 40 € für die eigene Prüfung. Die Amortisation ergibt sich aus dem Kurspreis geteilt durch die monatliche Ersparnis.
Beispiel 1: Handwerksbetrieb mit 12 Leitern und Tritten
Ein Malerbetrieb mit acht Beschäftigten hat zwölf Leitern und Tritte. Der Prüfdienst kostet 12 × 15 € plus 40 € Anfahrt, also 220 € pro Jahr. Intern dauert die Prüfung 12 × 10 Minuten, zusammen zwei Stunden, das sind 80 € Arbeitszeit. Die Ersparnis liegt bei 140 € pro Jahr oder rund 11,67 € pro Monat. Der Kurs für 275 € hat sich nach etwa 24 Monaten bezahlt gemacht. Rechnet man die drei Stunden Lernzeit mit 120 € hinzu, sind es rund 34 Monate.
Beispiel 2: Logistikbetrieb mit 80 Leitern und Tritten
Ein Lager mit Kommissionierung nutzt 80 Leitern, Tritte und Podestleitern. Der Prüfdienst kostet 80 × 15 € plus 40 €, also 1.240 € pro Jahr. Intern sind es 800 Minuten, gut 13 Stunden, also rund 533 €. Die Ersparnis beträgt rund 707 € pro Jahr oder 58,89 € pro Monat. Der Kurs ist nach knapp fünf Monaten eingespielt, mit Lernzeit nach knapp sieben.
| Betrieb | Prüfdienst pro Jahr | Eigene Prüfzeit pro Jahr | Ersparnis pro Jahr | Kurs eingespielt nach |
|---|---|---|---|---|
| 12 Leitern und Tritte | 220 € | 80 € | 140 € | ca. 24 Monaten |
| 80 Leitern und Tritte | 1.240 € | ca. 533 € | ca. 707 € | knapp 5 Monaten |
Mit Ihren eigenen Zahlen rechnen Sie im Kostenrechner für die Leiterprüfung nach, etwa wenn Ihr Prüfdienst andere Preise nennt oder Sie halbjährlich prüfen.
Externer Prüfdienst
- 80 Leitern und Tritte zu 15 €
- plus 40 € Anfahrt
- jedes Jahr erneut
Eigene befähigte Person
- Online-Kurs, ca. 3 Stunden
- plus ca. 533 € Prüfzeit im Jahr
- Prüfung nach eigenem Plan
Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.
Vor- und Nachteile: eigene Prüfung oder Prüfdienst?
Geld ist nicht das einzige Kriterium. Die folgende Gegenüberstellung ist bewusst ehrlich, denn in manchen Fällen ist der externe Dienst die bessere Wahl.
| Kriterium | Eigene befähigte Person | Externer Prüfdienst |
|---|---|---|
| Laufende Kosten | nur Arbeitszeit | jedes Jahr Stückpreis plus Anfahrt |
| Verfügbarkeit | sofort, auch nach einem Umsturz | nach Terminplan des Dienstes |
| Kenntnis des Bestands | kennt jede Leiter und ihren Einsatzort | sieht die Leitern einmal im Jahr |
| Organisation | Fristen, Kontrollbuch und Vertretung selbst regeln | Dienst erinnert und dokumentiert |
| Blick von außen | Gefahr der Betriebsblindheit | neutraler Blick, Vergleich mit anderen Betrieben |
| Personalwechsel | Wissen geht mit der Person | unabhängig von eigenem Personal |
Unser Fazit: Der Prüfdienst ist sinnvoll, wenn kaum Leitern vorhanden sind, niemand im Betrieb die Voraussetzungen nach TRBS 1203 erfüllt oder die Organisation bewusst ausgelagert werden soll. Die eigene Prüfung spielt ihre Stärken bei mittleren und großen Beständen aus und überall dort, wo Leitern häufig beschädigt werden und schnell wieder freigegeben werden müssen.
Für wen lohnt sich die eigene Leiterprüfung?
Die folgenden Kriterien helfen bei der Entscheidung. Treffen drei oder mehr zu, spricht viel für eine eigene befähigte Person:
- Im Betrieb gibt es mehr als etwa 20 Leitern und Tritte, oder der Bestand wächst.
- Leitern werden stark beansprucht, etwa auf Baustellen, in der Instandhaltung oder im Lager, und die Frist ist kürzer als ein Jahr.
- Es gibt mehrere Standorte, für die der Prüfdienst jeweils eine eigene Anfahrt berechnet.
- Ein Hausmeister, Haustechniker oder Handwerker bringt Ausbildung und Erfahrung mit, die zur TRBS 1203 passen.
- Neben Leitern sind weitere Arbeitsmittel zu prüfen, etwa Regale, sodass dieselbe Person mehrere Bereiche übernehmen kann.
Wer dagegen nur fünf Tritte im Büro hat, fährt mit einem Prüfdienst, der ohnehin für andere Prüfungen im Haus ist, oft günstiger. Welche Aufgaben die befähigte Person bei der Leiterprüfung konkret erledigt, beschreibt die Anleitung zur Leiterprüfung.
So überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber
Wenn Sie selbst die Leiterprüfung übernehmen möchten, überzeugt die Geschäftsleitung am ehesten eine kurze Rechnung mit echten Zahlen. Nehmen Sie die letzte Rechnung des Prüfdienstes, zählen Sie die Leitern und Tritte im Betrieb und setzen Sie beides in den Kostenrechner ein. Ergänzen Sie drei Argumente: Die Prüfung ist nach einem Schaden sofort möglich, das Wissen bleibt im Haus, und der Online-Kurs für 275 € wird per Rechnung bezahlt. Nehmen Sie der Geschäftsleitung außerdem die Sorge vor zusätzlicher Organisation ab: Bieten Sie an, das Kontrollbuch zu führen, die Fristen im Kalender zu pflegen und für Urlaubszeiten eine Vertretung vorzuschlagen. Weitere Argumente und eine Vorlage für das Gespräch finden Sie unter Arbeitgeber überzeugen.
Häufige Fragen zu den Kosten der Leiterprüfung
Was kostet die Prüfung einer einzelnen Leiter?
Prüfdienste berechnen für eine Leiter oder einen Tritt meist zwischen 9 und 30 €. Einfache Tritte und große Stückzahlen liegen am unteren Rand, Mehrzweck- und Podestleitern am oberen. Hinzu kommt fast immer eine Anfahrts- oder Terminpauschale von etwa 20 bis 50 €. Bei sehr kleinen Beständen macht diese Pauschale deshalb einen großen Teil der Rechnung aus.
Muss ich die Kosten jedes Jahr einplanen?
Ja, solange ein Prüfdienst prüft. Die DGUV Information 208-016 empfiehlt, Leitern und Tritte mindestens einmal im Jahr durch eine befähigte Person prüfen zu lassen. Bei starker Beanspruchung legt die Gefährdungsbeurteilung oft kürzere Fristen fest, dann fallen die Kosten entsprechend häufiger an. Eine eigene befähigte Person verursacht dagegen nach dem Kurs nur noch Arbeitszeit.
Wie lange dauert die Prüfung einer Leiter intern?
Mit etwas Routine rechnen Sie mit etwa zehn Minuten pro Leiter, einschließlich Plakette und Eintrag ins Kontrollbuch. Ein einfacher Tritt ist schneller geprüft, eine Podestleiter mit Rollen, Bremsen und Geländer dauert länger. Die erste Prüfrunde braucht mehr Zeit, weil jede Leiter eine Nummer bekommt und der Bestand erfasst wird. In den Folgejahren geht es deutlich schneller.
Ist der Kurs als Betriebsausgabe absetzbar?
Eine betrieblich veranlasste Weiterbildung ist in der Regel als Betriebsausgabe absetzbar, zahlt der Arbeitnehmer selbst, kommen Werbungskosten in Betracht. Die Rechnung wird nach der Anmeldung ausgestellt. Klären Sie den Einzelfall mit Ihrer Steuerberatung. Hinweise zu weiteren Finanzierungswegen, etwa über den Arbeitgeber, finden Sie auf unserer Seite zur Finanzierung der Weiterbildung.
Kann eine Person Leitern und andere Arbeitsmittel prüfen?
Ja, wenn sie für jeden Bereich die Voraussetzungen nach TRBS 1203 erfüllt und die passende Fachkunde erworben hat. Häufig übernimmt die Person, die Leitern prüft, auch die Regalinspektion, weil beides im Lager zusammenkommt. Dafür gibt es einen eigenen Kurs. Jeder Prüfbereich wird einzeln gebucht, damit das Zertifikat genau zu den Arbeitsmitteln passt, die geprüft werden.