Die Kosten einer externen Regalprüfung liegen meist bei 2 bis 10 € pro Regalfeld, dazu kommen Anfahrt und Prüfbericht, während ein eigener Prüfer einmalig 400 € für den Online-Kurs kostet. Bei großen Anlagen rechnen Regalinspekteure auch mit Tagessätzen von etwa 1.200 bis 1.500 €. Für die eigene Prüfung fällt zusätzlich Arbeitszeit an, als Richtwert rund 3 Minuten je Feld. Ab etwa 150 Regalfeldern hat sich der Kurs in der Regel nach rund einem Jahr bezahlt gemacht. Bei sehr kleinen Lagern dauert es länger, dort kann der Inspekteur die bessere Wahl sein.
Was kostet die externe Regalprüfung?
Regalinspekteure, Wartungsfirmen und Regalhersteller rechnen die jährliche Inspektion nach DIN EN 15635 fast immer pro Regalfeld ab. Ein Regalfeld ist der Bereich zwischen zwei Stützrahmen, und zwar über alle Ebenen. Ein Palettenregal mit 20 Feldern und fünf Ebenen zählt also 20 Felder, nicht 100 Fächer. Bei sehr großen Anlagen bieten Prüfdienste stattdessen einen Tagessatz an, weil ein erfahrener Inspekteur je nach Bauart und Zugänglichkeit mehrere hundert Felder am Tag schafft.
| Kostenposition | Übliche Spanne | Wovon sie abhängt |
|---|---|---|
| Inspektion pro Regalfeld | ca. 2 bis 10 € | Anzahl der Felder, Bauart, Höhe, Zugänglichkeit |
| Tagessatz bei Großanlagen | ca. 1.200 bis 1.500 € | Region, Umfang des Berichts |
| Anfahrt und Prüfbericht | ca. 80 € je Termin, oft pauschal | Entfernung, Mindestpauschale des Anbieters |
| Prüfplaketten und Schadensetiketten | meist inklusive, teils extra | Angebot des Prüfdienstes |
| Nachprüfung nach Reparatur | erneute Anfahrt plus Zeitaufwand | Anzahl der roten und orangen Befunde |
Die Spanne ist breit, weil die Voraussetzungen so unterschiedlich sind. Kleine Anlagen sind pro Feld teurer, da Anfahrt und Mindestpauschale auf wenige Felder verteilt werden. Hochregale mit sechs oder mehr Ebenen kosten mehr als Fachbodenregale in Griffhöhe, weil der Prüfer Hubarbeitsbühne oder Stapler mit Arbeitskorb braucht. Auch die Region spielt eine Rolle: In Ballungsräumen gibt es mehr Anbieter und kürzere Wege. Die Werte oben sind Richtwerte aus veröffentlichten Preisangaben von Prüfdiensten. Ein verbindliches Angebot erhalten Sie nur mit Ihrer Feldzahl.
Kosten, die in keinem Angebot stehen
Neben dem Rechnungsbetrag entstehen Folgekosten, die leicht übersehen werden. Während der Inspektion müssen Gassen frei bleiben, oft begleitet ein eigener Mitarbeiter den Prüfer. Findet der Inspekteur einen roten Schaden, wird das Feld sofort gesperrt, und die Nachprüfung nach dem Austausch kostet einen weiteren Termin. Wer die Kennzeichnung und Nummerierung seiner Anlage nicht vorbereitet hat, bezahlt die Zeit, die der Prüfer mit dem Zuordnen verbringt.
Was kostet eine eigene befähigte Person für Regale?
Die eigene Lösung besteht aus drei Posten. Der größte ist einmalig: Der Online-Kurs zur befähigten Person für Regale kostet 400 € pro Teilnehmer, inklusive Lernmaterial, Abschlusstest mit 20 Fragen in 25 Minuten und Zertifikat. Die Lernzeit beträgt etwa drei Stunden und lässt sich in ruhige Phasen legen, ein Ausfalltag entsteht nicht.
Arbeitszeit für die Inspektion
Der zweite Posten ist die interne Prüfzeit. Als Richtwert rechnen wir mit rund 3 Minuten pro Regalfeld, einschließlich Messen und Dokumentieren. Bei einem internen Stundensatz von 40 € sind das etwa 2 € pro Feld. Für die erste Inspektion sollten Sie mehr Zeit einplanen, weil Nummerierung, Protokollvorlage und Fotos erst entstehen. Ab dem zweiten Jahr geht es spürbar schneller.
Folgekosten: Auffrischung und Material
Drittens braucht die befähigte Person eine zeitnahe Tätigkeit und regelmäßige Fortbildung. Die DGUV empfiehlt, das Fachwissen für die Regalprüfung spätestens alle drei Jahre aufzufrischen. Dazu kommen geringe Materialkosten für Messlatte, Lot, Schadensetiketten in den Ampelfarben und Prüfplaketten. Nicht eingerechnet werden müssen die wöchentlichen Sichtkontrollen, denn die organisiert der Betrieb ohnehin selbst, egal wer die jährliche Inspektion übernimmt.
Rechenbeispiele: kleines Lager und Logistikzentrum
Die folgenden Beispiele rechnen mit den Richtwerten von oben: extern 4 € pro Feld und 80 € für Anfahrt und Bericht, intern 3 Minuten pro Feld zu 40 € Stundensatz. Die Amortisation ergibt sich aus dem Kurspreis geteilt durch die monatliche Ersparnis.
Beispiel 1: Werkstattlager mit 60 Regalfeldern
Ein Elektrogroßhändler hat ein kleines Palettenlager mit 60 Feldern, beladen per Elektro-Hubwagen. Der Inspekteur kostet 60 × 4 € + 80 € = 320 € pro Jahr. Intern dauert die Inspektion 60 × 3 Minuten = 3 Stunden, also 120 €. Die Ersparnis liegt bei 200 € im Jahr. Der Kurs hat sich nach 400 € ÷ (200 € ÷ 12) = 24 Monaten bezahlt gemacht. Das ist ehrlich gesagt knapp. Interessant wird es hier vor allem, wenn dieselbe Person auch Leitern und Stapler prüft oder wenn nach Anfahrschäden schnell entschieden werden muss.
Beispiel 2: Logistikzentrum mit 800 Regalfeldern
Ein Logistikdienstleister betreibt 800 Palettenregalfelder im Schichtbetrieb. Extern kostet die Inspektion 800 × 4 € + 80 € = 3.280 € pro Jahr. Intern sind es 800 × 3 Minuten = 40 Stunden, also 1.600 €. Die Ersparnis beträgt 1.680 € im Jahr, der Kurs ist nach 400 € ÷ (1.680 € ÷ 12) = knapp 3 Monaten bezahlt. Hier lohnt sich sogar ein zweiter Prüfer als Vertretung.
| Größe | Extern pro Jahr | Intern pro Jahr | Ersparnis pro Jahr | Kurs bezahlt nach |
|---|---|---|---|---|
| 60 Felder | 320 € | 120 € | 200 € | ca. 24 Monaten |
| 150 Felder | 680 € | 300 € | 380 € | ca. 13 Monaten |
| 800 Felder | 3.280 € | 1.600 € | 1.680 € | ca. 3 Monaten |
Ihre eigenen Zahlen setzen Sie im Kostenrechner für die Regalprüfung ein, dort lassen sich Feldzahl, Preis pro Feld und Anfahrt anpassen.
Externer Regalinspekteur
- 800 Regalfelder zu je 4 €
- plus 80 € Anfahrt und Bericht
- jedes Jahr erneut
Eigene befähigte Person
- Online-Kurs, ca. 3 Stunden
- plus ca. 1.600 € Arbeitszeit pro Jahr
- Kurs nach knapp 3 Monaten bezahlt
Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.
Vor- und Nachteile: Inspekteur oder eigene befähigte Person
Geld ist nicht das einzige Kriterium. Die folgende Gegenüberstellung zeigt auch, wann ein externer Regalinspekteur die bessere Lösung ist.
| Kriterium | Externer Inspekteur | Eigene befähigte Person |
|---|---|---|
| Kosten | jedes Jahr erneut, planbar | einmalig 400 € plus Arbeitszeit |
| Reaktion nach Anprall | Wartezeit bis zum nächsten Termin | Bewertung am selben Tag |
| Blick von außen | unbefangen, sieht viele Anlagen | Gefahr der Betriebsblindheit |
| Kenntnis der Anlage | kennt Historie nur aus Berichten | kennt Umbauten und Schwachstellen |
| Personalbindung | keine | Prüfzeit, Vertretung, Fortbildung |
| Sonderanlagen | oft mit Herstellerwissen | bei automatischen Anlagen meist nicht ausreichend |
Ehrlich betrachtet spricht für den Inspekteur vor allem der unabhängige Blick und das Wissen aus vielen Anlagen. Manche Betriebe kombinieren deshalb beides: Die eigene befähigte Person prüft jährlich, und alle paar Jahre kommt zusätzlich ein externer Prüfer als Zweitmeinung. Für die eigene Lösung spricht dagegen, dass Anfahrschäden nicht auf den Jahrestermin warten. Ein oranger Befund, der im Frühjahr entsteht, wird sonst womöglich erst bei der nächsten Inspektion entdeckt. Wer ohnehin die Sichtkontrollen verantwortet, schließt mit der Qualifikation genau diese Lücke. Wer dagegen niemanden mit passender Ausbildung und Regalerfahrung im Lager hat, sollte beim Inspekteur bleiben.
Für welche Lager lohnt sich ein eigener Regalprüfer?
Ob sich die Qualifikation lohnt, lässt sich an wenigen Kriterien festmachen. Je mehr davon auf Ihren Betrieb zutreffen, desto klarer fällt die Rechnung aus:
- Mehr als etwa 150 Regalfelder: Ab dieser Größe ist der Kurs nach rund einem Jahr bezahlt, bei mehr Feldern deutlich schneller.
- Viel Staplerverkehr: Häufige Anfahrschäden verlangen schnelle Entscheidungen, nicht erst beim nächsten Termin.
- Häufige Umbauten: Wer Traversenhöhen oft ändert, braucht nach jedem Umbau eine Prüfung.
- Eine geeignete Person ist vorhanden: Lagerleiter oder Schichtführer mit technischer Ausbildung und Regalerfahrung.
- Mehrere Standorte: Ein Prüfer kann alle Lager eines Unternehmens betreuen.
Weniger geeignet ist der Weg für Betriebe mit wenigen Feldern und ohne Staplerverkehr oder für vollautomatische Hochregallager. Wie die Arbeit konkret aussieht, zeigt unsere Anleitung zur Regalprüfung.
So überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber
Wenn Sie selbst Regalprüfer werden möchten, argumentieren Sie mit Zahlen: Nehmen Sie die letzte Rechnung des Inspekteurs, zählen Sie die Regalfelder und rechnen Sie die interne Prüfzeit dagegen. Ergänzen Sie den Sicherheitsgewinn, denn Sie können einen Anfahrschaden sofort bewerten und ein Feld sperren oder freigeben. Und betonen Sie, dass Sie die wöchentlichen Sichtkontrollen ohnehin begleiten. Eine fertige Argumentationshilfe finden Sie unter Arbeitgeber von der Weiterbildung überzeugen, den Überblick über Pflichten und Fristen im Ratgeber zur Regalprüfung. Hilfreich ist auch ein Blick darauf, wie andere Betriebe das Thema organisieren, zum Beispiel in unserem Beitrag zur befähigten Person in Lager und Logistik. Und falls die Frage aufkommt, wer die Weiterbildung bezahlt: Der Kurs wird per Rechnung abgerechnet und kann direkt auf den Betrieb laufen.
Häufige Fragen zu den Kosten der Regalprüfung
Wie wird ein Regalfeld bei der Abrechnung gezählt?
Als Regalfeld gilt in der Regel der Bereich zwischen zwei Stützrahmen, unabhängig davon, wie viele Ebenen darin liegen. Doppelregale, bei denen zwei Regalzeilen Rücken an Rücken stehen, zählen meist doppelt. Manche Anbieter rechnen stattdessen pro laufenden Meter oder pro Stellplatz ab. Fragen Sie vor der Beauftragung nach der Zählweise, sonst sind Angebote nicht vergleichbar, auch wenn der Preis pro Feld ähnlich aussieht.
Warum sind Angebote für kleine Lager pro Feld so teuer?
Anfahrt, Berichtserstellung und Mindestpauschale fallen unabhängig von der Feldzahl an. Bei 40 Feldern verteilt sich dieser feste Anteil auf wenige Positionen, bei 800 Feldern auf viele. Deshalb liegen kleine Anlagen oft am oberen Ende der Spanne von 2 bis 10 € pro Feld. Wer mehrere Standorte hat, kann Termine bündeln und so die Anfahrt nur einmal bezahlen.
Sind die Kosten für den Kurs steuerlich absetzbar?
Zahlt der Arbeitgeber den Kurs, ist er für den Betrieb in der Regel eine Betriebsausgabe. Wer als Selbstständiger oder Arbeitnehmer selbst zahlt, kann die Kosten meist als Betriebsausgabe oder Werbungskosten ansetzen, weil der Kurs beruflich veranlasst ist. Verbindlich klärt das im Einzelfall Ihr Steuerberater. Bezahlt wird per Rechnung, was die Buchung im Betrieb deutlich vereinfacht.
Kostet die Reparatur nach der Prüfung extra?
Ja, bei beiden Wegen. Die Inspektion stellt nur fest, welche Bauteile beschädigt sind. Tausch von Stützen, Traversen oder Anfahrschutz ist eine eigene Leistung, meist durch den Regalhersteller oder einen Montagebetrieb, mit Originalteilen. Eine eigene befähigte Person spart diese Kosten nicht, sie kann aber früh eingreifen, bevor aus einem orangen Befund ein roter wird und das Feld komplett gesperrt werden muss.
Muss nach dem Kurs trotzdem ein externer Prüfer kommen?
Nein, eine zusätzliche externe Prüfung ist für ortsfeste Regale nicht vorgeschrieben. Erfüllt Ihr Mitarbeiter die Anforderungen der TRBS 1203 und ist er schriftlich beauftragt, darf er die jährliche Inspektion allein durchführen. Manche Betriebe holen trotzdem alle paar Jahre eine Zweitmeinung ein, um Betriebsblindheit vorzubeugen. Das ist eine freiwillige Entscheidung, keine Pflicht aus DIN EN 15635.