Kettenzug-Prüfung Kosten: Was kostet die jährliche Prüfung, und wann lohnt sich ein eigener Prüfer?

Prüfgebühr, Anfahrt, Ausfallzeit und eigene Arbeitszeit im direkten Vergleich. Mit Preistabelle, zwei durchgerechneten Beispielbetrieben und einer ehrlichen Liste, wann der Prüfdienst die bessere Wahl bleibt.

Von Dominik Junge Lesezeit: ca. 11 Min.
Kurz beantwortet

Die Kosten einer Kettenzug-Prüfung durch einen Prüfdienst beginnen bei etwa 45 € pro Gerät und liegen im Mittel bei rund 70 €, dazu kommen Anfahrt oder Versand. Elektrokettenzüge mit Ermittlung der verbrauchten Nutzungsdauer kosten mehr als ein Handkettenzug. Eine eigene befähigte Person kostet einmalig 330 € für den Online-Kurs plus rund 30 Minuten Arbeitszeit je Gerät. Bei den Richtwerten dieser Seite ist der Kurs ab etwa sechs Geräten schon im ersten Jahr bezahlt, bei 20 und mehr Geräten nach wenigen Monaten.

Selbst prüfen statt Prüfdienst? Der Online-Kurs Winden & Hubgeräte kostet 330 €.

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Was kostet die externe Prüfung eines Kettenzugs?

Prüfdienste rechnen Winden, Hub- und Zuggeräte fast immer pro Gerät ab. Hinzu kommt ein Betrag je Termin für Anfahrt und Prüfbericht oder, wenn die Geräte eingeschickt werden, der Versand in beide Richtungen. Wie hoch der Preis im Einzelfall ist, hängt weniger vom Gerätetyp auf dem Papier ab als vom Aufwand vor Ort: Ein Handkettenzug aus der Werkzeugkiste ist in einer Viertelstunde geprüft. Ein Elektrokettenzug an einer Hängebahn in sechs Metern Höhe braucht eine Hubarbeitsbühne, eine Prüflast und die Berechnung der verbrauchten Nutzungsdauer.

GerätRichtwert extern je GerätWas den Preis treibt
Handkettenzugab ca. 45 €Menge, Zustand der Kette, Einsenden oder Prüfung vor Ort
Handhebelzug, Mehrzweckzugab ca. 45 €Menge, Seil- oder Kettenausführung
Elektrokettenzugca. 70 € bis deutlich über 100 €Ermittlung der Nutzungsdauer, Montagehöhe, Prüflast, Tragkonstruktion
Elektroseilzug, Seilwindeca. 70 € bis deutlich über 100 €Seilprüfung, Zugänglichkeit, Befestigung der Winde
Anfahrt und Berichtca. 40 € je TerminEntfernung, Zahl der Termine im Jahr

Richtwerte aus veröffentlichten Preisangaben von Prüfdiensten, netto. Regionale Unterschiede und Mengenrabatte sind üblich, ein Angebot ersetzen diese Werte nicht.

Kosten, die auf keiner Rechnung stehen

Neben der Prüfgebühr entstehen Kosten, die leicht übersehen werden. Der Prüftermin richtet sich nach dem Kalender des Dienstleisters, nicht nach Ihrer Produktion. Geräte, die eingeschickt werden, fehlen einige Tage. In der Veranstaltungstechnik bedeutet das, dass Motorkettenzüge zwischen zwei Produktionen zurückgehalten werden müssen. Und nach einer Überlast, etwa wenn eine Last beim Ausrichten verhakt, darf ein Kettenzug erst nach einer Prüfung wieder genutzt werden. Muss dafür jemand anreisen, steht das Gerät bis dahin still. Wie die Prüfpflicht selbst geregelt ist, lesen Sie auf der Seite zur Prüfung von Kettenzügen und Winden.

Was kostet eine eigene befähigte Person für Hubgeräte?

Die eigene Lösung besteht aus drei Kostenblöcken. Der erste ist einmalig: Der Online-Kurs zur befähigten Person für Winden, Hub- und Zuggeräte kostet 330 € pro Teilnehmer, die Lernzeit liegt bei rund vier Stunden, der Abschlusstest umfasst 15 Fragen in 15 Minuten. Der zweite Block ist die laufende Arbeitszeit. Als Richtwert rechnen wir mit 30 Minuten je Gerät und Jahr, bei einem Stundensatz von 40 € also rund 20 € pro Gerät. Handkettenzüge gehen schneller, ein Elektrokettenzug mit Nutzungsdauerberechnung dauert länger.

Ausstattung und Folgekosten

Der dritte Block ist die Ausstattung, die in vielen Werkstätten schon vorhanden ist: ein Messschieber oder eine Kettenlehre für die Längung der Lastkette, eine Prüflast für die Funktionsprüfung von Bremse und Überlastsicherung, Prüfplaketten und ein Prüfbuch je Gerät. Die Vorlage für das Prüfbuch nach DGUV Grundsatz 309-007 kostet nichts. Hinzu kommt die Fortbildung: Die TRBS 1203 verlangt, dass die befähigte Person ihr Wissen aktuell hält. Eine feste Frist dafür gibt es nicht, viele Betriebe planen alle paar Jahre eine Auffrischung ein. Was der Kurs genau enthält, sehen Sie auf der Seite Kurs befähigte Person Winden mit Preis.

Nicht vergessen werden sollte die Voraussetzung: Der Kurs vermittelt die Fachkunde. Befähigte Person wird nur, wer zusätzlich eine passende Berufsausbildung, Erfahrung mit Hebezeugen und eine aktuelle Tätigkeit in diesem Bereich mitbringt und vom Arbeitgeber beauftragt wird.

Rechenbeispiel: Zwei Betriebe im Kostenvergleich

Die folgenden Beispiele rechnen mit den Richtwerten dieser Seite: 70 € extern je Gerät, 40 € Anfahrt je Termin, 30 Minuten interne Prüfzeit je Gerät bei 40 € pro Stunde. Die Amortisation ergibt sich aus Kurspreis geteilt durch die monatliche Ersparnis.

Kleiner Betrieb: Montagebetrieb mit 6 Hubgeräten

Ein Montagebetrieb für Lüftungsanlagen besitzt vier Handkettenzüge und zwei Handhebelzüge, die in den Servicefahrzeugen mitfahren. Extern kostet die Jahresprüfung 6 × 70 € + 40 € = 460 €. Intern fallen 6 × 30 Minuten an, also drei Stunden oder 120 €. Die Ersparnis beträgt 340 € pro Jahr oder rund 28 € im Monat. Der Kurs für 330 € ist nach knapp 12 Monaten bezahlt. Ab dem zweiten Jahr bleiben die 340 € jährlich im Betrieb.

Größerer Betrieb: Verleih für Veranstaltungstechnik mit 24 Hubgeräten

Ein Verleih besitzt 18 Motorkettenzüge und 6 Handkettenzüge. Extern: 24 × 70 € + 40 € = 1.720 € pro Jahr. Intern: 24 × 30 Minuten sind zwölf Stunden oder 480 €. Die Ersparnis liegt bei 1.240 € im Jahr, gut 103 € pro Monat. Der Kurs ist nach gut drei Monaten bezahlt. Dazu kommt ein Vorteil, der sich nicht in Euro ausdrücken lässt: Der eigene Rigger kann Geräte direkt vor dem Verladen prüfen und muss nicht auf einen Termin warten.

PostenMontagebetrieb (6 Geräte)Verleih (24 Geräte)
Externe Prüfung pro Jahr460 €1.720 €
Interne Prüfzeit pro Jahr120 €480 €
Ersparnis pro Jahr340 €1.240 €
Kurs einmalig330 €330 €
Amortisationknapp 12 Monategut 3 Monate
24 Hubgeräte, Kosten über drei Jahre Prüfdienst 5.160 € Eigene Prüfung 1.770 € Hellblau: Kurs 330 € einmalig · Orange: 3 × 480 € eigene Prüfzeit Prüfdienst: 3 × 1.720 € (70 € je Gerät plus 40 € Anfahrt)
Über drei Jahre spart der Verleih aus dem Beispiel rund 3.390 €. Grundlage sind die Richtwerte dieser Seite, nicht ein konkretes Angebot.

Ihre eigenen Zahlen setzen Sie im Kostenrechner für Winden und Hubgeräte ein: Anzahl der Geräte, Preis je Prüfung und Anfahrt, das Ergebnis erscheint sofort.

Externer Prüfdienst

ca. 1.720 € / Jahr
  • 24 Hubgeräte zu je 70 €
  • plus 40 € Anfahrt je Termin
  • jedes Jahr erneut

Eigene befähigte Person

330 € einmalig
  • Online-Kurs, ca. 4 Stunden
  • plus ca. 480 € eigene Prüfzeit im Jahr
  • Prüfung vor jedem Einsatz möglich

Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.

Vor- und Nachteile: selbst prüfen oder prüfen lassen

Eine eigene befähigte Person ist nicht in jedem Betrieb die bessere Lösung. Die folgende Gegenüberstellung ist bewusst ehrlich, damit Sie die Entscheidung auf einer soliden Grundlage treffen:

KriteriumEigene befähigte PersonExterner Prüfdienst
Laufende Kostennur Arbeitszeit, ab 6 Geräten günstigerjedes Jahr Gebühr je Gerät plus Anfahrt
Verfügbarkeitsofort, auch nach Überlast oder vor einem Einsatznach Terminlage des Dienstleisters
Gerätekenntniskennt Geschichte und Einsatz jedes Gerätssieht das Gerät einmal im Jahr
Blick von außenGefahr der Betriebsblindheitneutraler Blick, Erfahrung aus vielen Betrieben
SpezialfälleGrenzen bei Generalüberholung und Elektroprüfungoft mit Werkstatt, Ersatzteilen und Elektrofachkraft
Personalabhängigkeitfällt die Person aus, braucht es eine Vertretungkein eigenes Personalrisiko

Wann der Prüfdienst die bessere Wahl bleibt

Wer nur zwei oder drei Handkettenzüge besitzt, spart mit einem eigenen Prüfer kaum etwas. Auch wenn im Betrieb niemand eine technische Ausbildung und Erfahrung mit Hebezeugen hat, ist der Kurs allein keine Lösung. Und die Generalüberholung eines Elektrokettenzugs nach Ablauf der theoretischen Nutzungsdauer gehört ohnehin in die Hände des Herstellers oder einer Fachwerkstatt. Viele Betriebe fahren gut mit einer Mischung: Die jährliche Prüfung übernimmt der eigene Instandhalter, Sonderfälle gehen nach außen.

Für wen lohnt sich ein eigener Prüfer für Kettenzüge?

Die Rechnung geht umso eher auf, je mehr der folgenden Punkte zutreffen:

  • Sechs oder mehr Hubgeräte: Ab dieser Zahl ist der Kurspreis bei den Richtwerten im ersten Jahr wieder drin.
  • Geräte an wechselnden Orten: Montagebetriebe und Verleiher können vor jedem Einsatz prüfen, ohne Geräte zurückzuholen.
  • Häufige Sonderprüfungen: Überlast, Absturz oder Reparatur verlangen eine Prüfung vor dem nächsten Einsatz.
  • Vorhandene Fachkraft: Ein Industriemechaniker, Mechatroniker oder Rigger arbeitet ohnehin täglich mit den Geräten.
  • Weitere Hebezeuge: Wer auch Anschlagmittel und Krane betreibt, kann die Prüfbereiche bei einer Person bündeln. Hinweise dazu finden Sie unter Anschlagmittel prüfen und Kranprüfung.

Ob die Person die Voraussetzungen erfüllt, klärt der Selbstcheck auf der Seite Voraussetzungen für befähigte Personen. Wie sich das Profil auch beruflich auszahlt, zeigt der Beitrag Kettenzugprüfer werden.

So überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber

Wenn Sie als Instandhalter oder Rigger die Prüfung selbst übernehmen möchten, überzeugt Ihren Vorgesetzten am ehesten eine Rechnung mit den echten Zahlen des Betriebs. Zählen Sie alle Hubgeräte, auch die Handkettenzüge in Fahrzeugen und Werkzeugkisten, und nehmen Sie die letzte Rechnung des Prüfdienstes dazu. Drei Argumente tragen fast immer: Die Ersparnis ab dem zweiten Jahr, die Verfügbarkeit nach einer Überlast und die Tatsache, dass der Arbeitgeber mit einer dokumentierten Beauftragung seine Pflichten nach Betriebssicherheitsverordnung nachweisbar erfüllt. Schlagen Sie außerdem vor, wer Sie im Urlaub vertritt oder welche Sonderfälle weiterhin extern bleiben, denn ein durchdachter Vorschlag wird eher genehmigt. Eine ausführliche Argumentationshilfe mit Vorlage finden Sie unter Arbeitgeber von der Weiterbildung überzeugen.

Häufige Fragen zu den Kosten der Kettenzug-Prüfung

Wie viel kostet die Prüfung eines Handkettenzugs?

Prüfdienste berechnen für einen Handkettenzug meist ab etwa 45 € netto pro Gerät. Hinzu kommen Anfahrt und Prüfbericht, wenn der Prüfer in den Betrieb kommt, oder Versandkosten, wenn Sie die Geräte einschicken. Bei größeren Mengen sind Staffelpreise üblich. Holen Sie im Zweifel zwei Angebote ein und achten Sie darauf, ob Plakette und Prüfbuch-Eintrag im Preis enthalten sind.

Warum ist die Prüfung eines Elektrokettenzugs teurer?

Beim Elektrokettenzug kommt mehr hinzu als beim Handgerät: Bremse, Überlastsicherung, Endschalter und Steuerung werden geprüft, und die DGUV Vorschrift 54 verlangt, den verbrauchten Anteil der theoretischen Nutzungsdauer zu ermitteln. Oft hängt das Gerät zudem hoch an einer Hängebahn, sodass eine Hubarbeitsbühne und eine Prüflast nötig sind. Das kostet Zeit, und die Zeit bezahlen Sie mit.

Ab wie vielen Geräten lohnt sich der Kurs?

Mit den Richtwerten dieser Seite, also 70 € extern je Gerät, 40 € Anfahrt und 20 € interner Prüfzeit, spart jedes Gerät rund 50 € im Jahr, dazu kommen die eingesparten 40 € Anfahrt. Ab sechs Geräten ist der Kurspreis von 330 € damit schon im ersten Jahr wieder drin. Mit Ihren eigenen Preisen rechnet der Kostenrechner das genauer aus.

Muss der Kurs regelmäßig wiederholt werden?

Eine feste Wiederholungsfrist schreibt kein Regelwerk vor. Die TRBS 1203 verlangt aber eine zeitnahe berufliche Tätigkeit und Fortbildung zum Stand der Technik. Wer regelmäßig prüft und Änderungen der Regelwerke verfolgt, erfüllt das weitgehend. Viele Betriebe planen dennoch alle paar Jahre eine Auffrischung ein und legen den Nachweis zur Beauftragung. So lässt sich die Aktualität auch bei einer Kontrolle belegen.

Welche Kosten übernimmt der Prüfdienst, die intern anfallen würden?

Ein Prüfdienst bringt Messmittel, Prüflast und manchmal eine Hubarbeitsbühne mit und stellt Plaketten und Prüfbericht. Intern müssen Sie diese Dinge selbst bereitstellen. Ein Messschieber, Plaketten und ein Prüfbuch sind günstig, eine geeignete Prüflast ist in Betrieben mit Hebezeugen meist schon vorhanden. Elektrische Messungen nach DGUV Vorschrift 3 übernimmt ohnehin eine Elektrofachkraft, intern oder extern.

Kettenzüge selbst prüfen und die Prüfgebühren sparen

Der Online-Kurs vermittelt Ihrer Fachkraft das Prüfwissen nach DGUV Vorschrift 54, inklusive Nutzungsdauer nach FEM 9.755. Ohne Reise, mit Abschlusstest und Zertifikat.

330 € pro Teilnehmer

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Junge Kranausbildung, Gummersbach · Schulungen seit 2016

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Quellen

Dominik Junge · Junge Kranausbildung, Gummersbach
Autor und fachlicher Prüfer aller Inhalte. Über uns & wie wir arbeiten
Kurs Winden & Hubgeräte
330 €
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