Kranprüfung Kosten: Was kostet ein Prüfdienst, und wann lohnt sich ein eigener Prüfer?

Preise externer Kranprüfungen, der echte Aufwand einer eigenen befähigten Person und zwei durchgerechnete Beispiele mit Amortisation. Ehrlich auch dort, wo der Prüfdienst die bessere Wahl bleibt.

Von Dominik Junge Lesezeit: ca. 10 Min.
Kurz beantwortet

Die Kosten einer Kranprüfung durch einen Prüfdienst liegen bei etwa 250 bis 800 € pro Kran und Jahr, je nach Bauart, Tragfähigkeit und Anzahl der Krane. Dazu kommt oft eine Anfahrtspauschale. Eine eigene befähigte Person kostet einmalig 620 € für den Online-Kurs plus rund zwei Stunden Arbeitszeit je Kran und Prüfung. Ab zwei Kranen hat sich das nach unseren Richtwerten meist innerhalb eines Jahres bezahlt gemacht. Die Prüfungen durch Prüfsachverständige, etwa vor der ersten Inbetriebnahme, bleiben in jedem Fall extern.

Selbst prüfen statt Prüfdienst? Der Online-Kurs Krane kostet 620 €.

Zum Kurs & Preis →

Was kostet die externe Kranprüfung?

Die jährliche Prüfung nach DGUV Vorschrift 52 bieten Kranhersteller, Kranservicefirmen und freie Prüfdienste an. Feste Preislisten veröffentlichen nur wenige Anbieter, die meisten erstellen ein Angebot nach Bestand. Aus veröffentlichten Preisangaben ergibt sich trotzdem ein recht stabiles Bild: Ein kleiner Säulenschwenkkran liegt am unteren Ende der Spanne, ein Zweiträger-Brückenkran mit großer Spannweite und mehreren Hubwerken am oberen. Unser Richtwert für einen durchschnittlichen Hallenkran liegt bei 450 € je Prüfung, dazu kommen rund 60 € Anfahrt und Bericht je Termin.

LeistungPreisspanne (Richtwert)Was den Preis treibt
Säulen- oder Wandschwenkkranca. 250 bis 400 € je PrüfungAusladung, Anzahl der Hubwerke, Zugänglichkeit
Einträger-Brückenkranca. 350 bis 550 € je PrüfungSpannweite, Kranbahnlänge, Hubbühne nötig oder nicht
Zweiträger-Brückenkran, Portalkranca. 500 bis 800 € je PrüfungTragfähigkeit, zweites Hubwerk, Steuerungstechnik
Anfahrt und Berichtoft 40 bis 100 € je TerminEntfernung, Region, Bündelung mehrerer Krane
Prüflast, Hubarbeitsbühnenach Aufwandob der Betrieb eigene Prüfgewichte und Zugang stellt
Nachprüfung nach Mängelnhäufig erneut Anfahrt plus Stundensatzob Mängel beim ersten Termin behoben werden können

Richtwerte aus veröffentlichten Preisangaben von Prüf- und Kranservicefirmen. Regionale Abweichungen sind üblich.

Kosten, die in keinem Angebot stehen

Neben der Rechnung entstehen indirekte Kosten. Während der Prüfung steht der Kran still, und wer auf einen Termin wartet, arbeitet unter Umständen mit einer abgelaufenen Frist weiter oder muss den Kran sperren. Nach einer Kollision oder einem Überlastfall darf der Kran erst nach einer Prüfung wieder heben. Muss dafür ein externer Prüfer kommen, stehen Fertigung oder Montage oft einen oder mehrere Tage. Diese Ausfallzeit ist in vielen Betrieben teurer als die Prüfung selbst. Nicht vergessen werden sollte auch der interne Aufwand bei externer Prüfung: Jemand muss den Termin koordinieren, den Kran freiräumen und den Prüfer begleiten.

Was kostet eine eigene befähigte Person für Krane?

Die Kosten einer eigenen befähigten Person bestehen aus drei Teilen. Der größte ist einmalig: Der Online-Kurs zur befähigten Person für Krane kostet 620 € pro Teilnehmer, Lernmaterial und Abschlusstest sind enthalten. Der zweite Teil ist die Arbeitszeit. Für einen typischen Hallenkran rechnen wir mit etwa zwei Stunden für Sichtprüfung, Funktionsprüfung mit und ohne Last und den Eintrag ins Kranprüfbuch. Bei einem internen Stundensatz von 40 € sind das rund 80 € je Kran und Jahr.

Folgekosten realistisch einplanen

Der dritte Teil sind Folgekosten. Für die Funktionsprüfung mit Last brauchen Sie eine bekannte Last, also Prüfgewichte oder gewogene Werkstücke. Viele Betriebe haben passende Lasten ohnehin in der Halle, andere mieten sie. Dazu kommen ein Messschieber, eine Hakenlehre oder ein Maßband für die Ablegekriterien sowie eine Hubarbeitsbühne, falls Kranbahn und Katze nicht anders erreichbar sind. Die TRBS 1203 verlangt außerdem, dass die befähigte Person ihr Wissen aktuell hält. Planen Sie deshalb in einigen Jahren eine Auffrischung ein, etwa wenn sich Regelwerke ändern. Zeit für den Kurs selbst fällt nur einmal an: rund drei Stunden Lernzeit, die sich auf mehrere Tage verteilen lassen.

Rechenbeispiel: kleiner und großer Betrieb

Die folgenden Beispiele rechnen mit unseren Richtwerten: 450 € je Kran für die externe Prüfung, 60 € Anfahrt je Termin, zwei Stunden interne Prüfzeit zu 40 € je Stunde. Die Amortisation ergibt sich aus Kurspreis geteilt durch die monatliche Ersparnis.

Kleiner Betrieb: Schlosserei mit zwei Kranen

Eine Schlosserei mit zwölf Beschäftigten betreibt einen Einträger-Brückenkran in der Werkhalle und einen Säulenschwenkkran an der Schweißstation. Extern kostet die Jahresprüfung 2 × 450 € plus 60 € Anfahrt, also 960 € pro Jahr. Prüft der Werkstattmeister selbst, fallen 2 × 80 € = 160 € Arbeitszeit an. Die Ersparnis liegt bei 800 € im Jahr oder rund 66,67 € im Monat. Der Kurs für 620 € hat sich damit nach etwa 9 Monaten bezahlt gemacht.

Großer Betrieb: Stahlbau mit acht Kranen

Ein Stahlbaubetrieb mit 80 Beschäftigten nutzt vier Brückenkrane in zwei Hallen und vier Säulenschwenkkrane an den Arbeitsplätzen. Extern kostet das 8 × 450 € plus 60 € Anfahrt, zusammen 3.660 € pro Jahr. Intern sind es 8 × 80 € = 640 € Arbeitszeit. Die Ersparnis beträgt 3.020 € im Jahr, also rund 251,67 € im Monat. Der Kurs ist nach knapp 2,5 Monaten bezahlt. Nach drei Jahren stehen 10.980 € extern gegen 2.540 € intern (620 € Kurs plus 3 × 640 € Arbeitszeit).

8 Krane, 3 Jahre: Prüfdienst und eigene Prüfung Prüfdienst 10.980 € (3 × 3.660 €) Eigene Prüfung 2.540 € (620 € Kurs + 3 × 640 € Arbeitszeit) Differenz nach 3 Jahren: rund 8.440 €
Richtwerte: 450 € je Kran extern, 60 € Anfahrt je Termin, 2 Stunden interne Prüfzeit zu 40 €.

Ihre eigenen Zahlen setzen Sie im Kostenrechner für die Kranprüfung ein. Dort können Sie Anzahl, Preis je Prüfung und Stundensatz frei ändern.

Vor- und Nachteile: selbst prüfen oder Prüfdienst?

Geld ist nur ein Teil der Entscheidung. Die folgende Tabelle stellt beide Wege gegenüber, auch dort, wo der externe Prüfdienst im Vorteil ist.

KriteriumEigene befähigte PersonExterner Prüfdienst
Laufende Kostennur Arbeitszeit, Kurs einmaligjedes Jahr volle Rechnung
Reaktion nach SchädenPrüfung sofort möglichabhängig vom nächsten freien Termin
Kenntnis der Anlagekennt Kran, Einsatz und Vorgeschichtesieht den Kran einmal im Jahr
Unabhängiger BlickGefahr der Betriebsblindheitfrischer Blick von außen
Messtechnik, Prüflastenmuss beschafft oder gemietet werdenbringt der Prüfer mit
Personalrisikofällt weg, wenn der Prüfer den Betrieb verlässtunabhängig von einzelnen Mitarbeitern
Verantwortungbleibt beim Arbeitgeberbleibt ebenfalls beim Arbeitgeber

Ehrlich betrachtet: Die Verantwortung für die Prüfung wandert mit einem Prüfdienst nicht aus dem Betrieb. Der Arbeitgeber muss auch dann sicherstellen, dass der Prüfer geeignet ist und festgestellte Mängel behoben werden. Wer intern prüft, sollte gegen Betriebsblindheit vorsorgen, zum Beispiel mit einer festen Checkliste zur Kranprüfung und gelegentlich einer zweiten Meinung von außen.

Externer Prüfdienst

ca. 3.660 € / Jahr
  • 8 Krane zu je ca. 450 €
  • plus 60 € Anfahrt je Termin
  • jedes Jahr erneut

Eigene befähigte Person

620 € einmalig
  • Online-Kurs Krane
  • plus ca. 640 € Prüfzeit pro Jahr
  • Prüfung nach eigenem Plan

Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.

Für wen lohnt sich die eigene Kranprüfung?

Die eigene Kranprüfung rechnet sich nicht für jeden. Nach unserer Erfahrung passt sie besonders gut, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:

  • Sie betreiben zwei oder mehr Krane, oder zusätzlich Kettenzüge und Anschlagmittel, die dieselbe Person mitprüfen kann.
  • Es gibt einen Instandhalter, Industriemechaniker oder Meister, der die Krane technisch kennt und die Voraussetzungen für befähigte Personen erfüllt.
  • Die Krane laufen im Mehrschichtbetrieb oder unter rauen Bedingungen und sollten öfter als einmal im Jahr geprüft werden.
  • Ausfallzeiten nach Schäden sind teuer, etwa in der Serienfertigung oder bei Terminbaustellen.

Weniger geeignet ist der Weg bei einem einzigen kleinen Kran ohne technisches Personal. Bei 510 € externer Prüfung und 80 € Arbeitszeit dauert die Amortisation rund 17 Monate, und ohne passende Ausbildung ist die Qualifikation ohnehin nicht möglich. Prüfungen, die ein Prüfsachverständiger übernehmen muss, bleiben in jedem Fall extern.

So überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber

Wenn Sie selbst die Qualifikation anstreben, überzeugen am schnellsten Zahlen aus dem eigenen Betrieb. Sammeln Sie die Prüfrechnungen der letzten zwei Jahre, zählen Sie die Stillstandstage nach Schäden und rechnen Sie mit dem Kostenrechner vor, wann sich der Kurs bezahlt macht. Ergänzen Sie, welche weiteren Prüfbereiche Sie übernehmen könnten, etwa Anschlagmittel oder Kettenzüge. Wie ein solches Gespräch gut vorbereitet wird, zeigt unsere Argumentationshilfe für das Gespräch mit dem Arbeitgeber. Ein starkes Argument ist außerdem die Reaktionszeit: Nach einem Anprall der Kranbrücke kann eine eigene befähigte Person noch am selben Tag prüfen und den Kran freigeben oder sperren. Und wie die Prüfung später im Alltag abläuft, lesen Sie in der Anleitung zur Kranprüfung.

Häufige Fragen zu den Kosten der Kranprüfung

Was kostet die UVV-Prüfung eines Hallenkrans?

Für einen durchschnittlichen Brückenkran in einer Werkhalle liegen die Preise nach veröffentlichten Angaben meist zwischen 350 und 550 € je Prüfung. Große Zweiträgerkrane mit zwei Hubwerken kosten bis etwa 800 €. Dazu kommt oft eine Anfahrtspauschale je Termin. Nachprüfungen nach festgestellten Mängeln werden meist gesondert berechnet. Holen Sie für einen genauen Preis mehrere Angebote mit Ihrer Kranliste ein.

Warum ist die Prüfung eines Krans so viel teurer als die einer Leiter?

Ein Kran hat deutlich mehr sicherheitsrelevante Baugruppen: Tragwerk, Kranbahn, Hubwerk, Bremsen, Endschalter, Überlastsicherung und Steuerung. Viele davon liegen in großer Höhe und sind nur mit Hubarbeitsbühne erreichbar. Hinzu kommt die Funktionsprüfung mit Last, für die Prüfgewichte bereitstehen müssen. Pro Kran rechnet man deshalb mit etwa zwei Stunden, bei großen Anlagen auch mit einem halben Tag.

Muss ich für die eigene Prüfung teure Messgeräte kaufen?

Für die jährliche Prüfung durch eine befähigte Person reicht meist einfaches Werkzeug: Messschieber, Maßband, Taschenlampe, Hakenlehre oder Schablone und gegebenenfalls ein Drehmomentschlüssel. Teurer sind Prüflasten. Viele Betriebe nutzen gewogene Werkstücke oder mieten Prüfgewichte. Spezielle Messungen wie eine Kranbahnvermessung werden auch bei eigener Prüfung häufig an Fachfirmen vergeben. Klären Sie vor der ersten Prüfung, welche Hilfsmittel im Betrieb schon vorhanden sind.

Kann der Betrieb die Kosten für den Kurs absetzen?

Für Unternehmen ist eine berufliche Weiterbildung wie der Kurs zur befähigten Person für Krane in der Regel eine Betriebsausgabe. Bezahlt wird per Rechnung, die Rechnungsadresse geben Sie bei der Anmeldung an. Zahlt ein Arbeitnehmer den Kurs selbst, kommen Werbungskosten in Betracht. Klären Sie die steuerliche Behandlung im Einzelfall mit Ihrer Steuerberatung, denn wir geben hier keine Steuerberatung.

Lohnt sich die eigene Prüfung bei nur einem Kran?

Rein rechnerisch dauert die Amortisation bei einem Kran mit unseren Richtwerten rund 17 Monate, danach sparen Sie jedes Jahr gut 400 €. Ob sich das lohnt, hängt vor allem von Ihrem Personal ab. Gibt es einen passenden Techniker, der auch Anschlagmittel oder Kettenzüge mitprüft, wird die Rechnung deutlich besser. Ohne technisches Personal ist der Prüfdienst die sinnvollere Wahl.

Kranprüfung selbst übernehmen: Kosten einmal, Nutzen jedes Jahr

Der Online-Kurs vermittelt die Fachkunde für die jährliche Kranprüfung nach DGUV Vorschrift 52. Ausbildung und Erfahrung bringt Ihr Techniker mit, den Rest lernt er in rund drei Stunden.

620 € pro Teilnehmer

Kurs & Preis ansehen

Ersparnis berechnen

Junge Kranausbildung, Gummersbach · Schulungen seit 2016

Weiterlesen

Quellen

Dominik Junge · Junge Kranausbildung, Gummersbach
Autor und fachlicher Prüfer aller Inhalte. Über uns & wie wir arbeiten
Kurs Krane
620 €
Ansehen