Diese Checkliste zur UVV-Prüfung Stapler enthält alle Prüfpunkte zum Abhaken, gegliedert in acht Baugruppen: Kennzeichnung, Rahmen und Schutzdach, Fahrwerk, Hubwerk, Lastaufnahmemittel, Fahrerplatz, Elektrik und Antrieb sowie Funktionsprüfung. Jeder Punkt wird als in Ordnung, Mangel oder gefährlicher Mangel bewertet. Messwerte für Hubketten und Gabelzinken tragen Sie direkt ein. Die Checkliste ersetzt nicht die Fachkunde, sie sorgt dafür, dass eine befähigte Person nichts vergisst. Unterschrieben wird sie von der prüfenden Person und dem Prüfprotokoll beigelegt.
Wer darf die Checkliste abzeichnen?
Abhaken kann jeder, abzeichnen darf nur die befähigte Person, die der Arbeitgeber mit der Prüfung nach § 37 DGUV Vorschrift 68 beauftragt hat. Mit ihrer Unterschrift bestätigt sie, dass das Fahrzeug zum Prüfzeitpunkt sicher war. Ohne diese Qualifikation hat die ausgefüllte Liste keinen Wert als Prüfnachweis, egal wie sorgfältig sie ausgefüllt ist. Die Voraussetzungen sind eine technische Berufsausbildung, Erfahrung mit Flurförderzeugen, aktuelle Praxis und die Fachkunde zur Prüfung, wie sie der Online-Kurs für Flurförderzeuge vermittelt. Nicht zu verwechseln ist diese Liste mit der kurzen Checkliste für die tägliche Einsatzprüfung, die jeder Fahrer vor Schichtbeginn abarbeitet. Die Fahrerkontrolle ist wichtig, ersetzt die jährliche Prüfung aber nicht. Beide Listen sollten deshalb auch optisch klar unterscheidbar sein.
Vorbereitung: So setzen Sie die Checkliste richtig ein
- Ein Blatt pro Fahrzeug: Drucken Sie für jeden Stapler eine eigene Liste und tragen Sie oben Hersteller, Typ, Seriennummer, Baujahr und Betriebsstunden ein.
- Anbaugeräte separat: Für Klammern, Drehgeräte oder Gabelverlängerungen führen Sie ein eigenes Blatt, weil sie auch an wechselnden Fahrzeugen genutzt werden.
- Bewertungsspalten: in Ordnung, Mangel mit Frist, gefährlicher Mangel, entfällt. „Entfällt“ nur verwenden, wenn die Baugruppe am Fahrzeug nicht vorhanden ist.
- Messwerte: Halten Sie die Vorjahreswerte für Kettenlängung und Gabeldicke bereit, damit Sie direkt vergleichen können.
- Werkzeug: Messschieber, Kettenlehre, Lampe, Prüflast und Sperrschild gehören neben das Klemmbrett.
Planen Sie außerdem die Prüfung aller Fahrzeuge an einem oder zwei festen Tagen, dann sind Werkzeug und Unterlagen nur einmal vorzubereiten. Wie die Prüfung in der richtigen Reihenfolge abläuft, beschreibt die Anleitung zur UVV-Prüfung Stapler.
Checkliste UVV-Prüfung Stapler: alle Prüfpunkte
Die Gliederung folgt den Baugruppen, nach denen Flurförderzeuge in der Praxis geprüft werden. Jeder Punkt ist so formuliert, dass er sich eindeutig mit Ja oder Nein beantworten lässt.
1. Kennzeichnung und Unterlagen
- Typenschild vorhanden und lesbar, Daten stimmen mit den Unterlagen überein
- Tragfähigkeitsdiagramm vorhanden, auch für jedes eingesetzte Anbaugerät
- Betriebsanleitung am Fahrzeug oder griffbereit
- Mängel aus der letzten Prüfung nachweislich behoben
- Warn- und Hinweisschilder vollständig
- Prüfplakette der letzten Prüfung vorhanden und Frist eingehalten
Stimmen Typenschild und Unterlagen nicht überein, klären Sie das vor der Prüfung. Sonst prüfen Sie womöglich nach den Grenzwerten eines anderen Modells.
2. Rahmen, Fahrerschutzdach und Gegengewicht
- Rahmen ohne Risse, Verformungen und Korrosion an tragenden Stellen
- Fahrerschutzdach und Stützen unbeschädigt, Verschraubung fest
- Lastschutzgitter vorhanden, nicht verbogen
- Gegengewicht fest verschraubt, Anhängerkupplung und Bolzen gesichert
- Abdeckungen und Bodenbleche vollständig
Anfahrschäden an den Schutzdachstützen entstehen oft unbemerkt an Regalen oder Toren. Ein verformtes Schutzdach schützt beim Herabfallen einer Last nicht mehr zuverlässig.
3. Fahrwerk: Räder, Bremsen, Lenkung
- Reifen ohne Ausbrüche und Schnitte, Verschleißgrenze nicht erreicht
- Radmuttern vollständig und fest, Felgen unbeschädigt
- Betriebsbremse wirkt gleichmäßig, Feststellbremse hält
- Lenkung ohne übermäßiges Spiel, Lenkzylinder dicht
- Achsschenkel und Lenkachse ohne Spiel
- Radarme und Stützräder bei Schubmaststaplern unbeschädigt
4. Hubwerk: Hubgerüst, Ketten, Hydraulik
- Hubketten: Längung gemessen, Gelenke beweglich, keine Risse an Laschen
- Kettenanker, Kettenbolzen und Kontermuttern gesichert
- Kettenrollen und Laufrollen leichtgängig, Hubgerüstprofile ohne Risse
- Endanschläge vorhanden und wirksam
- Hub- und Neigezylinder dicht, Schläuche ohne Scheuerstellen
- Hydrauliköl ausreichend, Schlauchleitungen nicht überaltert
Die Kettenlängung messen Sie über eine feste Anzahl Glieder und vergleichen sie mit dem Grenzwert des Herstellers. Tragen Sie den Wert in Prozent ein, nicht nur ein Häkchen.
5. Lastaufnahmemittel: Gabeln und Anbaugeräte
- Gabelzinken: Dicke am Gabelrücken gemessen, keine Risse, nicht verbogen
- Gabelspitzen auf gleicher Höhe
- Gabelarretierung rastet sicher ein, Gabelträger unbeschädigt
- Anbaugeräte fest montiert, hydraulisch dicht, eigene Kennzeichnung vorhanden
- Gabelverlängerungen passend zur Gabel und gegen Abrutschen gesichert
Messen Sie die Gabeldicke an der Biegung, wo der Verschleiß am größten ist, und vergleichen Sie mit dem unbelasteten Schaft oberhalb. Beide Zinken prüfen Sie immer gemeinsam.
6. Fahrerplatz und Bedienung
- Sitz fest, Sitzschalter funktioniert und ist nicht überbrückt
- Rückhaltesystem vollständig und funktionsfähig
- Bedienelemente leichtgängig, selbstrückstellend, mit Symbolen beschriftet
- Hupe, Beleuchtung, Warnleuchte, Spiegel funktionsfähig
- Aufstieg rutschfest, Haltegriffe fest
7. Elektrik, Batterie und Antrieb
- Kabel ohne Isolationsschäden, Stecker unbeschädigt
- Batterie gesichert, Abdeckung vorhanden, Zellen ohne Auslaufen
- Not-Aus trennt den Stromkreis
- Diesel: Kraftstoff- und Abgasanlage dicht
- Gas: Leitungen, Druckregler, Flaschenhalterung, Dichtheit
8. Funktionsprüfung ohne und mit Last
- Fahren vorwärts und rückwärts, Fahrschalter und Geschwindigkeitsstufen
- Heben, Senken, Neigen über den vollen Weg, Endabschaltung
- Lasthaltung: Hubgerüst sinkt mit Prüflast nicht merklich ab
- Bremsen mit Last, Senkgeschwindigkeit angemessen
Die Funktionsprüfung steht bewusst am Ende. Erst wenn alle Sichtpunkte ohne gefährlichen Befund sind, wird der Stapler bewegt und belastet.
Typische Mängel, die mit der Checkliste auffallen
Manche Mängel tauchen bei fast jeder Flotte auf. Die Tabelle zeigt Befunde, die bei flüchtiger Prüfung gern übersehen werden, und wie Sie sie einordnen. Die Maßnahme richtet sich immer nach der Gefahr für Fahrer und Umfeld.
| Mangel | Erkennungsmerkmal | Bewertung / Maßnahme |
|---|---|---|
| Sitzschalter überbrückt | Fahrzeug fährt ohne Fahrer auf dem Sitz, Kabelbrücke am Stecker | gefährlicher Mangel, sofort instand setzen, Fahrer unterweisen |
| Lastschutzgitter verbogen | Streben verformt, Befestigung lose | Mangel mit Frist, bei Bruch sofort tauschen |
| Radmuttern lose oder fehlend | Rostspuren am Gewinde, Mutter lässt sich von Hand drehen | sofort nachziehen oder ergänzen |
| Gabelarretierung defekt | Gabel verschiebt sich ohne Entriegeln | stilllegen bis zur Reparatur |
| Batteriestecker verschmort | braune Verfärbung, Wärmespuren am Kontakt | Stecker tauschen, Ladegerät prüfen lassen |
| Anbaugerät ohne Diagramm | Resttragfähigkeit am Fahrzeug nicht erkennbar | Schild beim Hersteller anfordern, bis dahin nicht einsetzen |
| Warnleuchte ohne Funktion | Rundumleuchte oder Blaulicht leuchtet nicht | Mangel mit kurzer Frist |
Ein überbrückter Sitzschalter ist mehr als ein technischer Befund. Er zeigt, dass Fahrer Sicherheitseinrichtungen umgehen, und gehört deshalb auch in die nächste Unterweisung. Ähnlich ist es bei fehlenden Diagrammen für Anbaugeräte: Häufig wurde das Gerät nachgekauft, ohne dass jemand an die Resttragfähigkeit gedacht hat. Wie Sie Befunde sauber einstufen, erklärt die Seite Stapler-Mängel bewerten.
Checkliste drucken oder als PDF speichern
Über den Button drucken Sie diese Seite mit allen acht Baugruppen aus oder speichern sie als PDF. Wählen Sie dazu im Druckdialog „Als PDF speichern“. Tipp: Legen Sie sich einen Satz Blätter für die ganze Flotte an und nummerieren Sie die Fahrzeuge, damit die Listen später eindeutig zugeordnet werden können. Druckt der Browser zu klein, stellen Sie im Dialog das Format A4 hoch und die Skalierung auf Seitenbreite ein.
Die Checkliste deckt den Prüfumfang ab, ersetzt aber nicht das Protokoll mit Ergebnis und Unterschrift. Das passende Formular finden Sie unter Prüfprotokoll Stapler als Vorlage.
Dokumentation und Prüfplakette
Die ausgefüllte Checkliste ist die Anlage zum Prüfnachweis. Das Protokoll fasst das Ergebnis zusammen, die Checkliste belegt, was im Einzelnen geprüft wurde. Beide gehören zusammen in die Fahrzeugakte und werden mindestens bis zur nächsten Prüfung aufbewahrt, besser für die gesamte Lebensdauer des Staplers. Wer digital arbeitet, fotografiert die unterschriebene Liste oder nutzt ein Tablet mit derselben Gliederung.
Erst wenn in keiner Zeile ein offener Mangel steht, kommt die Plakette mit Monat und Jahr der nächsten Prüfung auf das Fahrzeug, gut sichtbar am Fahrerplatz. Stehen Mängel mit Frist offen, notieren Sie auf der Liste das Datum der Beseitigung und zeichnen die Nachprüfung ab. Wie Sie die Unterlagen für alle Arbeitsmittel ordnen, beschreibt die Seite zur Prüfdokumentation.
Externer Prüfdienst
- 10 Stapler à 100 €
- 10 Hubwagen à 15 €
- jedes Jahr erneut
Eigene befähigte Person
- plus 500 € Arbeitszeit pro Jahr
- Ersparnis 650 € pro Jahr
- Kurs nach ca. 10 Monaten bezahlt
Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.
Welche Fehler passieren beim Abhaken?
- Liste vom Vorjahr kopiert: Wer die alte Liste nur neu datiert, dokumentiert keine Prüfung, sondern ein Risiko.
- „Entfällt“ als Ausweg: Die Gasanlage entfällt beim Elektrostapler, die Kettenmessung entfällt nie.
- Haken ohne Messwert: Bei Ketten und Gabeln gehört eine Zahl in die Liste, kein Häkchen.
- Anbaugeräte fehlen: Seitenschieber und Klammern sind prüfpflichtig, auch wenn sie abgebaut im Lager liegen.
- Unterschrift fehlt: Eine anonyme Liste ist kein Nachweis, weil niemand erkennen kann, ob eine befähigte Person geprüft hat.
- Fahrerkontrolle verwechselt: Die tägliche Liste der Fahrer ist keine UVV-Prüfung, auch wenn sie lückenlos geführt wurde.
Welche Punkte bei Frontstaplern besonders zählen, zeigt die Seite Gabelstapler prüfen. Alle Grundlagen zur Prüfpflicht finden Sie im Ratgeber zur UVV-Prüfung von Staplern.
Häufige Fragen zur Checkliste für die Stapler-Prüfung
Ist eine Checkliste für die UVV-Prüfung vorgeschrieben?
Eine bestimmte Checkliste schreibt weder die DGUV Vorschrift 68 noch die Betriebssicherheitsverordnung vor. Vorgeschrieben ist, dass Art, Umfang und Ergebnis der Prüfung nachvollziehbar dokumentiert werden. Eine Checkliste ist dafür der einfachste Weg, weil sie zeigt, welche Baugruppen tatsächlich geprüft wurden. Viele Prüfer nutzen Listen, die auf der Herstellerrichtlinie FEM 4.004 aufbauen, so wie die Gliederung auf dieser Seite.
Gilt die Checkliste auch für Hubwagen?
Die Baugruppen sind ähnlich, aber viele Punkte entfallen beim Handhubwagen: Es gibt keinen Fahrerplatz, keine Elektrik und kein Hubgerüst mit Ketten. Dafür kommen Deichsel, Pumpe und Absenkventil hinzu. Für Handhubwagen und Elektro-Hubwagen empfehlen wir deshalb eine kürzere, eigene Liste. Worauf es bei diesen Geräten ankommt, erklärt unsere Seite zum Prüfen von Hubwagen im Detail.
Kann ich die Checkliste digital auf dem Tablet ausfüllen?
Ja. Die Betriebssicherheitsverordnung lässt eine elektronische Dokumentation ausdrücklich zu. Wichtig ist, dass die Einträge nachträglich nicht unbemerkt verändert werden können und die prüfende Person eindeutig erkennbar ist, etwa durch eine digitale Unterschrift oder ein persönliches Benutzerkonto. Übernehmen Sie in der App dieselbe Gliederung nach Baugruppen, damit die Prüfung jedes Jahr gleich strukturiert bleibt.
Wie viele Prüfpunkte braucht eine vollständige Checkliste?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist, dass alle sicherheitsrelevanten Baugruppen erfasst sind: Kennzeichnung, Rahmen, Fahrwerk, Hubwerk, Lastaufnahmemittel, Fahrerplatz, Elektrik und die Funktionsprüfung. Die Liste auf dieser Seite hat gut 40 Einzelpunkte. Für Sonderbauarten wie Kommissionierer mit hebbarem Fahrerplatz oder Teleskopstapler ergänzen Sie die Punkte aus der Betriebsanleitung des Herstellers.
Wer bewahrt die ausgefüllten Checklisten auf?
Verantwortlich ist der Arbeitgeber. In der Praxis liegt die Fahrzeugakte bei der Person, die den Fuhrpark oder die Werkstatt betreut, oft zusammen mit Reparaturberichten und Betriebsstunden. Die Unterlagen müssen mindestens bis zur nächsten Prüfung aufbewahrt werden. Bei Kontrollen durch die Berufsgenossenschaft oder nach einem Unfall sollten sie innerhalb kurzer Zeit vorgelegt werden können.