UVV-Prüfer für Fahrzeuge werden: Voraussetzungen, Weg und Verdienst

Wer als Kfz-Fachkraft Firmenwagen und Transporter nach DGUV Vorschrift 70 prüfen möchte, braucht keine neue Ausbildung, sondern das passende Prüfwissen. Hier lesen Sie, wie der Arbeitsalltag aussieht, wer die Voraussetzungen erfüllt und was die Qualifikation beruflich bringt.

Von Dominik Junge Lesezeit: ca. 10 Min.
Kurz beantwortet

UVV-Prüfer für Fahrzeuge werden Sie mit einer fahrzeugtechnischen Berufsausbildung, Berufserfahrung an Pkw und Transportern, einer aktuellen Tätigkeit in diesem Bereich und dem nötigen Prüfwissen nach DGUV Vorschrift 70. Das Prüfwissen vermittelt ein Kurs, etwa unser Online-Kurs für 420 € mit rund drei Stunden Lernzeit, Abschlusstest und Zertifikat. Danach beauftragt Sie Ihr Arbeitgeber schriftlich. Eine staatliche Prüfung oder einen geschützten Titel gibt es nicht, der Begriff „UVV-Prüfer“ ist umgangssprachlich.

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Was macht ein UVV-Prüfer für Fahrzeuge im Alltag?

Ein UVV-Prüfer für Fahrzeuge ist im Sinne der Vorschriften ein Sachkundiger nach § 57 DGUV Vorschrift 70 oder eine befähigte Person nach Betriebssicherheitsverordnung. Er prüft mindestens einmal im Jahr, ob Firmenwagen, Poolfahrzeuge und Transporter betriebssicher sind, bewertet Mängel und dokumentiert das Ergebnis. In den meisten Betrieben ist das keine Vollzeitstelle, sondern eine Aufgabe neben der eigentlichen Arbeit in Werkstatt, Haustechnik oder Fuhrparkservice.

Ein typischer Prüftag

Am Morgen stehen vier Transporter eines Handwerksbetriebs auf dem Hof, die Fahrer haben den Laderaum am Vortag geleert. Der Prüfer sieht zuerst die Mängelmeldungen der Fahrer durch und vergleicht mit den Protokollen des Vorjahres. Dann folgt Fahrzeug für Fahrzeug der gleiche Ablauf: Rundgang, Cockpit, Motorraum, Unterboden über der Grube, Laderaum mit Trennwand und Regalen, Probefahrt. Bei einem Fahrzeug fällt ein poröser Bremsschlauch auf, es wird gesperrt und geht in die Werkstatt. Am Nachmittag schreibt er die Protokolle fertig, klebt die Plaketten und gibt der Fuhrparkleitung die Mängelliste mit Fristen.

Den Ablauf einer einzelnen Prüfung beschreibt die Anleitung zur UVV-Prüfung Fahrzeug. Wer mehrere Arbeitsmittel prüft, etwa zusätzlich Hebebühnen und Leitern, verteilt seine Prüftage über das Jahr. Im Jahr kommen so je nach Flotte einige Dutzend Prüfungen zusammen. Neben dem Prüfen gehören Gespräche dazu: mit Fahrern über ihre Meldungen und mit der Werkstatt über Reparaturen.

Welche Voraussetzungen brauchen Sie?

Die Anforderungen ergeben sich aus der TRBS 1203 und aus der Beschreibung des Sachkundigen in der DGUV Vorschrift 70. Ehrlich gesagt ist das die entscheidende Hürde, nicht der Kurs:

  • Berufsausbildung: eine fahrzeugtechnische Ausbildung, typischerweise Kfz-Mechatroniker, Kfz-Mechaniker, Land- und Baumaschinenmechatroniker oder Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, oder eine vergleichbare Qualifikation wie der Kfz-Meister.
  • Berufserfahrung: praktische Arbeit an Bremsen, Fahrwerk, Lenkung und Elektrik von Pkw und Transportern.
  • Zeitnahe Tätigkeit: Sie arbeiten aktuell an oder mit Fahrzeugen und halten Ihr Wissen auf dem Stand der Technik.

Ehrlicher Selbstcheck

Fragen Sie sich: Könnte ich an einem mir unbekannten Transporter die Bremsleitungen, die Radaufhängung und die Lenkung selbst beurteilen, ohne nachzuschlagen? Habe ich in den letzten Jahren regelmäßig an Fahrzeugen gearbeitet? Wenn Sie beides mit Ja beantworten, fehlt Ihnen vermutlich nur das Wissen zu Prüfumfang, Bewertung und Dokumentation. Wer diese Punkte nicht mitbringt, etwa ein Fuhrparkleiter mit kaufmännischer Ausbildung, wird durch einen Kurs nicht zum Prüfer. Er kann die Prüfungen aber organisieren. Einen Selbstcheck bietet die Seite Voraussetzungen für befähigte Personen.

Verdienst und Marktwert

Für die UVV-Prüfung als Angestellter gibt es keinen eigenen Tarif und keine festgelegte Zulage. Die Qualifikation wirkt sich eher mittelbar aus: Wer Fahrzeuge, Hebebühnen und Leitern prüfen kann, übernimmt Verantwortung, ist schwerer ersetzbar und hat damit eine bessere Ausgangslage in Gehaltsgesprächen. Konkrete Zahlen zu Gehältern nennen wir hier bewusst nicht, weil sie stark von Region, Tarifbindung und Betrieb abhängen. Mehr dazu unter UVV-Prüfer Gehalt.

Marktwert im eigenen Betrieb

Für den Arbeitgeber ist der Wert gut messbar: Jede Prüfung, die intern erfolgt, spart den externen Prüfpreis und die Fahrt zur Werkstatt. Bei 40 Fahrzeugen sind das nach unseren Richtwerten rund 2.000 € externe Prüfkosten im Jahr, dazu etwa 40 Stunden Fahrzeit. Diese Zahlen sind ein gutes Argument, wenn es um Ihre Rolle im Betrieb geht.

Richtwert für Selbstständige

Wer UVV-Prüfungen als Dienstleistung anbietet, verdient am Prüfpreis. Der liegt nach veröffentlichten Preisangaben meist zwischen 15 und 110 € je Fahrzeug, der Richtwert beträgt rund 50 €. Bei rund 45 Minuten je Fahrzeug und einem Kunden mit zehn Fahrzeugen am Standort ergibt ein Prüftag etwa 500 € Umsatz. Davon gehen Anfahrt, Versicherung, Werkzeug, Verwaltung und Steuern ab. Diese Rechnung ist ein Richtwert, keine Verdienstzusage. Was bei der Selbstständigkeit zu beachten ist, beschreibt die Seite Selbstständig als UVV-Prüfer.

Der Weg zum UVV-Prüfer für Fahrzeuge

Wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen, sind es fünf überschaubare Schritte:

  1. Voraussetzungen prüfen: Ausbildung, Erfahrung und aktuelle Tätigkeit ehrlich abgleichen, am besten gemeinsam mit dem Arbeitgeber.
  2. Prüfwissen erwerben: Der Online-Kurs befähigte Person Fahrzeuge für 420 € behandelt Rechtsgrundlagen, Prüfumfang von Bremse bis Laderaum, Abgrenzung zur HU, Mängelbewertung und Dokumentation.
  3. Abschlusstest bestehen: 35 Fragen in 45 Minuten, online, ohne festen Termin. Danach erhalten Sie Ihr Zertifikat.
  4. Schriftlich beauftragen lassen: Ihr Arbeitgeber benennt Sie als befähigte Person für Fahrzeuge unter 3,5 t. Eine Vorlage gibt es unter Beauftragung der befähigten Person.
  5. Praxis aufbauen: Die ersten Prüfungen gründlich und mit Zeit durchführen, Checkliste und Protokoll einheitlich nutzen, regelmäßig fortbilden.

Vom Kursstart bis zur ersten eigenen Prüfung vergehen oft nur wenige Wochen. Planen Sie die ersten Prüfungen großzügig, denn anfangs dauert jedes Fahrzeug länger als die üblichen 45 Minuten.

In fünf Schritten zum UVV-Prüfer für Fahrzeuge 1 Voraussetzungenprüfen 2 Online-Kursca. 3 Stunden 3 Abschlusstest35 Fragen 4 schriftlicheBeauftragung 5 erste eigenePrüfungen
Der Kurs ist nur einer von fünf Schritten. Erst mit Voraussetzungen und Beauftragung dürfen Sie rechtswirksam prüfen.

Welche Qualifikation passt zu Ihrem Beruf?

Viele Kfz-Fachkräfte arbeiten in Betrieben, in denen neben Fahrzeugen weitere prüfpflichtige Arbeitsmittel stehen. Die Tabelle zeigt sinnvolle Kombinationen. Die Preise sind die Summe der regulären Einzelpreise pro Teilnehmer, jeder Kurs endet mit eigenem Abschlusstest und eigenem Zertifikat:

Beruf und Umfeldempfohlene KursePreis
Kfz-Mechatroniker im Autohaus oder in der WerkstattFahrzeuge + Hebebühnen970 €
Kfz-Meister mit eigener WerkstattFahrzeuge + Hebebühnen + Leitern1.245 €
Land- und BaumaschinenmechatronikerFahrzeuge + Stapler945 €
Haustechniker mit Kfz-AusbildungFahrzeuge + Leitern695 €
Karosserie- und FahrzeugbaumechanikerFahrzeuge420 €
Fuhrparkleiter ohne technische Ausbildungkein Prüferkurs, Organisation der Prüfungenentfällt

Die Kombination Fahrzeuge und Hebebühnen liegt nahe, weil in fast jeder Kfz-Werkstatt beides vorkommt und auch Ladebordwände als Hebebühnen geprüft werden. Wer im Betrieb auch Arbeitsbühnen, Kettenzüge oder Regale betreut, kann das Spektrum später erweitern, jeder weitere Bereich braucht aber passende Erfahrung. Mehr zur Hebebühnenprüfung lesen Sie unter UVV-Prüfung Hebebühne. Beim Land- und Baumaschinenmechatroniker ist es der Stapler, der auf dem Hof steht. Welche Kurse zu Ihrem Betrieb passen, zeigt der Kurs-Finder.

Praxisbeispiel: vom Kfz-Mechatroniker zum Prüfer im Fuhrpark

Das folgende Beispiel ist erfunden und steht für einen typischen Werdegang, es beschreibt keine reale Person.

Ein Kfz-Mechatroniker, Mitte dreißig, hat nach seiner Ausbildung elf Jahre in einer freien Werkstatt gearbeitet. Dann wechselt er als Techniker zu einem sozialen Träger mit 40 Fahrzeugen, vom Kleinwagen für den Pflegedienst bis zum Kleinbus für die Tagespflege. Bisher gingen alle Fahrzeuge zur UVV-Prüfung in eine Vertragswerkstatt, jedes Mal eine Stunde Fahrzeit für eine Pflegekraft. Der Geschäftsführer fragt, ob er das übernehmen kann.

Ausbildung, Erfahrung und aktuelle Tätigkeit passen. Er belegt den Online-Kurs, arbeitet die Unterlagen an drei Abenden durch und besteht den Abschlusstest. Der Geschäftsführer beauftragt ihn schriftlich. Im ersten Jahr prüft er die Fahrzeuge rollierend, drei bis vier pro Monat, an der Grube einer benachbarten Werkstatt, mit der der Träger eine Vereinbarung trifft. Die Pflegekräfte müssen nicht mehr in die Werkstatt fahren, und Mängel werden schneller behoben. Später kommt der Kurs für Hebebühnen dazu, weil der Träger einen Kleinbus mit Rollstuhllift anschafft.

Wer bezahlt die Weiterbildung?

In den meisten Fällen der Arbeitgeber, denn er braucht den Prüfer und spart externe Prüfkosten. Bezahlt wird per Rechnung, für den Betrieb ist die Weiterbildung in der Regel eine Betriebsausgabe. Wer den Kurs selbst bezahlt, etwa für eine spätere Selbstständigkeit, kann ihn in vielen Fällen als Werbungskosten oder Betriebsausgabe geltend machen, Einzelheiten klären Sie mit Ihrer Steuerberatung. Staatliche Förderprogramme setzen meist eine zugelassene Maßnahme mit Mindestdauer voraus, das passt zu einem Online-Kurs mit drei Stunden Lernzeit in der Regel nicht. Fragen Sie im Zweifel direkt bei uns nach, wir sagen Ihnen ehrlich, was möglich ist. Weitere Wege beschreibt die Seite Weiterbildung finanzieren. Den rechtlichen Rahmen zur Prüfung erklärt UVV-Prüfung Fahrzeuge.

Werkstatt, 40 Fahrzeuge

ca. 2.000 € / Jahr
  • 40 × 50 € Prüfung
  • plus 40 Stunden Fahrzeit
  • jedes Jahr erneut

Eigene befähigte Person

420 € einmalig
  • Online-Kurs, ca. 3 Stunden
  • plus ca. 1.200 € eigene Prüfzeit
  • Prüfer im eigenen Team

Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.

Häufige Fragen: UVV-Prüfer für Fahrzeuge werden

Ist UVV-Prüfer eine geschützte Berufsbezeichnung?

Nein. Der Begriff UVV-Prüfer ist umgangssprachlich und leitet sich von der Unfallverhütungsvorschrift ab. In den Regelwerken heißt die Rolle Sachkundiger in der DGUV Vorschrift 70 und befähigte Person in der Betriebssicherheitsverordnung. Es gibt keine staatliche Prüfung und keinen geschützten Titel. Entscheidend sind Ausbildung, Erfahrung, zeitnahe Tätigkeit, das Prüfwissen und die schriftliche Beauftragung durch den Arbeitgeber.

Kann ich ohne Kfz-Ausbildung UVV-Prüfer für Fahrzeuge werden?

In der Regel nicht. Die Prüfung verlangt, dass Sie Bremsen, Lenkung, Fahrwerk und Elektrik fachlich beurteilen können. Das setzt eine fahrzeugtechnische Ausbildung oder eine vergleichbare Qualifikation voraus. Ein Kurs ergänzt das Prüfwissen, ersetzt aber nicht die Ausbildung. Wer aus einem verwandten technischen Beruf kommt, sollte mit dem Arbeitgeber ehrlich abwägen, ob Erfahrung und Kenntnisse ausreichen.

Wie lange gilt das Zertifikat?

Das Zertifikat belegt, dass Sie den Kurs und den Abschlusstest bestanden haben. Ein festes Ablaufdatum schreibt die TRBS 1203 nicht vor. Sie verlangt aber eine zeitnahe berufliche Tätigkeit und Fortbildung zum Stand der Technik. Wer jahrelang nicht mehr prüft oder die Entwicklungen etwa bei Assistenzsystemen und Elektrofahrzeugen nicht verfolgt, erfüllt die Anforderungen irgendwann nicht mehr. Regelmäßige Auffrischung ist deshalb sinnvoll.

Darf ich mit der Qualifikation auch für andere Firmen prüfen?

Ja, wenn der Auftraggeber Sie beauftragt und Sie die Anforderungen erfüllen. Dann sind Sie für dessen Fahrzeuge als befähigte Person tätig. Für eine selbstständige Tätigkeit kommen Gewerbeanmeldung, Berufshaftpflichtversicherung und eigene Protokollvorlagen hinzu. Klären Sie außerdem, wo Sie den Unterboden prüfen können, etwa über eine Kooperation mit einer Werkstatt oder mit einer mobilen Lösung.

Darf ich auch Lkw über 3,5 t prüfen?

Unser Kurs ist auf Fahrzeuge unter 3,5 t ausgerichtet, also Pkw, Kastenwagen, Pritschen und Kleinbusse. Schwerere Nutzfahrzeuge haben andere Technik, etwa Druckluftbremsanlagen, und oft Aufbauten mit eigener Prüfpflicht. Wer solche Fahrzeuge prüfen will, braucht dafür passende Erfahrung und zusätzliche Kenntnisse. Für die typische Flotte aus Firmenwagen und Transportern reicht der Kurs dagegen vollständig.

UVV-Prüfer für Fahrzeuge werden: das Prüfwissen online

Ihre Kfz-Ausbildung und Erfahrung bringen Sie mit. Unser Online-Kurs ergänzt Rechtsgrundlagen, Prüfumfang, Mängelbewertung und Dokumentation nach DGUV Vorschrift 70.

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Junge Kranausbildung, Gummersbach · Schulungen seit 2016

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Quellen

Dominik Junge · Junge Kranausbildung, Gummersbach
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