Regalprüfer werden Sie mit drei Voraussetzungen: einer technischen Berufsausbildung, Erfahrung mit Regalanlagen und einer aktuellen Tätigkeit im Lager, ergänzt um die Fachkunde für die Regalinspektion. Diese Fachkunde vermittelt ein Kurs zur befähigten Person für Regale, online in rund drei Stunden für 400 €. Danach beauftragt Sie Ihr Arbeitgeber schriftlich. Einen geschützten Beruf „Regalprüfer“ gibt es nicht, die Rolle heißt rechtlich befähigte Person. Viele übernehmen sie zusätzlich zu ihrer Stelle als Lagerleiter, andere bieten Regalprüfungen selbstständig an.
Was macht ein Regalprüfer im Alltag?
Ein Regalprüfer, rechtlich eine zur Prüfung befähigte Person für Regale, sorgt dafür, dass Regalanlagen sicher bleiben. Seine wichtigste Aufgabe ist die jährliche Inspektion nach DIN EN 15635: Er geht die Anlage Gasse für Gasse ab, misst Verformungen an Stützen und Verbänden, kontrolliert Traversensicherungen, Verankerung, Anfahrschutz und Beladung und stuft jeden Befund nach dem Ampelsystem ein. Rote Schäden lässt er sofort sperren, orange mit Frist reparieren, grüne beobachtet er.
Dazu kommen Aufgaben außerhalb des Jahrestermins. Nach einem Anprall wird er gerufen und entscheidet, ob ein Feld weiter beladen werden darf. Nach Umbauten prüft er, bevor der Bereich wieder in Betrieb geht. Er schreibt Prüfberichte, bringt Prüfplaketten an und bespricht Befunde mit der Lagerleitung.
Ein typischer Prüftag
Ein Prüftag in einem mittelgroßen Lager beginnt mit dem Abgleich von Lagerplan und letztem Bericht. Dann folgt die Abstimmung mit dem Schichtführer, welche Gassen wann frei sind. Den Vormittag verbringt der Prüfer in den Gassen, mit Messlatte, Taschenlampe, Etiketten und Tablet. Nach der Mittagspause folgen die restlichen Gassen und die oberen Ebenen von der Hubarbeitsbühne aus. Am Nachmittag bespricht er die Befunde mit der verantwortlichen Person für die Lagersicherheit und schreibt den Bericht. Angestellte Prüfer erledigen das neben ihren übrigen Aufgaben, selbstständige Regalinspekteure an mehreren Standorten pro Woche.
Wer kann Regalprüfer werden?
Die Anforderungen ergeben sich aus der TRBS 1203 und gelten für alle befähigten Personen. Drei Dinge müssen zusammenkommen, dazu die Beauftragung durch den Arbeitgeber:
- Berufsausbildung: eine abgeschlossene technische Ausbildung, zum Beispiel als Fachkraft für Lagerlogistik mit technischem Verständnis, Metallbauer, Industriemechaniker, Konstruktionsmechaniker oder Regalmonteur. Ein Meister oder Techniker erfüllt die Anforderung ebenfalls.
- Berufserfahrung: praktische Arbeit mit Regalanlagen, etwa im Lagerbetrieb, in der Montage oder in der Instandhaltung.
- Zeitnahe Tätigkeit: Sie arbeiten aktuell im Lagerumfeld und bilden sich regelmäßig fort. Die DGUV empfiehlt, das Fachwissen spätestens alle drei Jahre aufzufrischen.
Ehrliche Einschätzung
Ehrlich gesagt: Wer frisch aus einer kaufmännischen Ausbildung kommt und nie im Lager gearbeitet hat, wird nicht allein durch einen Kurs zum Regalprüfer. Wer dagegen seit Jahren Schichten im Palettenlager führt, bringt oft alles mit bis auf das Wissen zur Norm. Den Selbstcheck finden Sie unter Voraussetzungen für befähigte Personen. Ob Sie geeignet sind, entscheidet am Ende Ihr Arbeitgeber, der Sie beauftragt.
Verdienst und Marktwert
Für angestellte Regalprüfer gibt es keinen eigenen Tarif. Die Prüfaufgabe kommt meist zu einer bestehenden Stelle hinzu, etwa als Lagerleiter oder Schichtführer. Ob sie sich im Gehalt niederschlägt, ist Verhandlungssache. Gute Argumente sind die eingesparten Kosten für den externen Inspekteur und die zusätzliche Verantwortung. Mit mehreren Prüfbereichen, etwa Regale, Stapler und Leitern, steigt der Wert für den Betrieb deutlich.
Richtwerte für Selbstständige
Wer Regalprüfungen als Dienstleistung anbietet, orientiert sich an den Marktpreisen. Als Richtwert, liegen sie bei rund 2 bis 10 € pro Regalfeld oder bei Tagessätzen von etwa 1.200 bis 1.500 € für große Anlagen, jeweils zuzüglich Anfahrt. Das ist Umsatz, nicht Gewinn: Fahrzeug, Messmittel, Haftpflichtversicherung, Berichtszeit und unbezahlte Wege gehen davon ab. Realistisch ist die Regalprüfung für Selbstständige meist ein Baustein neben Stapler- und Leiterprüfungen. Alle Zahlen sind Richtwerte aus veröffentlichten Preisangaben, keine Garantie. Mehr dazu unter selbstständig als UVV-Prüfer und Gehalt von UVV-Prüfern.
Der Weg zum Regalprüfer in fünf Schritten
Der Weg ist kürzer, als viele denken, wenn Ausbildung und Erfahrung schon vorhanden sind:
- Voraussetzungen prüfen: Passen Ausbildung, Regalerfahrung und aktuelle Tätigkeit? Im Zweifel mit dem Vorgesetzten klären.
- Fachkunde erwerben: Im Online-Kurs zur befähigten Person für Regale lernen Sie Regelwerk, Regalkonstruktion, Prüfverfahren, Schadensbewertung und Dokumentation. Lernzeit rund drei Stunden, Abschlusstest mit 20 Fragen in 25 Minuten.
- Zertifikat erhalten: Nach bestandenem Test wird es auf Ihren Namen ausgestellt.
- Beauftragung einholen: Der Arbeitgeber benennt Sie schriftlich als befähigte Person für Regale.
- Erste Inspektion durchführen: am besten bald nach dem Kurs, gern gemeinsam mit einem erfahrenen Kollegen. Den Ablauf zeigt unsere Anleitung zur Regalprüfung.
Von der Anmeldung bis zur ersten eigenen Inspektion vergehen so oft nur wenige Wochen. Wichtig ist, dass Sie danach dranbleiben: Wer jedes Jahr prüft und sich alle paar Jahre auffrischt, erfüllt auch die Anforderung der zeitnahen Tätigkeit dauerhaft.
Welche Qualifikation passt zu Ihnen?
Regale stehen selten allein. Wer ohnehin im Lager prüft, kann weitere Arbeitsmittel übernehmen. Die Tabelle zeigt, welche Kurse zu typischen Berufen passen:
| Beruf / Rolle | Empfohlener Kurs | Preis |
|---|---|---|
| Fachkraft für Lagerlogistik, Schichtführer | Regale, dazu Flurförderzeuge | 400 € + 525 € |
| Lagerleiter im Handel | Regale, dazu Leitern und Tritte | 400 € + 275 € |
| Regalmonteur, Metallbauer | Regale | 400 € |
| Industriemechaniker in der Instandhaltung | Regale, dazu Anschlagmittel | 400 € + 345 € |
| Selbstständiger Prüfdienst für Lager | Regale, Flurförderzeuge, Leitern | 400 € + 525 € + 275 € |
Kombinationen für das Lager
Die häufigste Kombination im Lager ist Regale plus Flurförderzeuge, denn wo Palettenregale stehen, fahren Stapler, und beide müssen jährlich geprüft werden. Im Handel kommen Leitern und Tritte hinzu, in der Produktion oft Anschlagmittel. Die Kurse sind unabhängig voneinander buchbar. Wer mit Regalen beginnt, kann später ergänzen, etwa den Kurs für Flurförderzeuge oder den Kurs für Leitern und Tritte. Alle Kurse im Vergleich finden Sie unter Kurse und Preise. Für jeden weiteren Bereich gilt dasselbe wie bei Regalen: Ausbildung und Erfahrung müssen zum jeweiligen Arbeitsmittel passen, der Kurs ergänzt die Fachkunde.
Beispiel-Werdegang: vom Schichtführer zum Regalprüfer
Das folgende Beispiel ist erfunden, beschreibt aber einen typischen Weg. Ein Schichtführer in einem Getränkelager, gelernte Fachkraft für Lagerlogistik, arbeitet seit acht Jahren im Palettenlager mit rund 300 Regalfeldern. Er organisiert bereits die wöchentlichen Sichtkontrollen und meldet Anfahrschäden an den externen Inspekteur, der einmal im Jahr kommt. Oft vergehen Wochen, bis ein beschädigtes Feld bewertet ist, und in dieser Zeit fehlen Stellplätze.
Er schlägt seiner Lagerleitung vor, die Inspektion selbst zu übernehmen, und legt eine Rechnung vor: rund 1.280 € jährlich für den Inspekteur gegen 400 € einmalig für den Kurs und etwa 15 Stunden eigene Prüfzeit. Die Lagerleitung stimmt zu. Er absolviert den Online-Kurs an zwei Nachmittagen, besteht den Abschlusstest und wird schriftlich beauftragt. Seine erste Inspektion führt er gemeinsam mit dem bisherigen Inspekteur durch, um das Vorgehen abzugleichen. Seitdem bewertet er Anfahrschäden am selben Tag, und gesperrte Plätze sind nach der Reparatur schnell wieder frei.
Finanzierung: Wer bezahlt die Weiterbildung?
In den meisten Fällen zahlt der Arbeitgeber, denn er profitiert direkt von der eingesparten externen Prüfung. Bezahlt wird per Rechnung, die Rechnungsadresse geben Sie bei der Anmeldung an. Für den Betrieb ist die Weiterbildung in der Regel als Betriebsausgabe absetzbar. Zahlen Sie selbst, etwa weil Sie sich selbstständig machen oder den Arbeitgeber wechseln wollen, können Sie die Kosten meist als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ansetzen. Verbindlich klärt das Ihr Steuerberater. Förderprogramme spielen bei einem Kurs dieser Größenordnung selten eine Rolle, weil der Aufwand für Antrag und Nachweise oft höher wäre als der Kurspreis. Wie Sie das Gespräch mit dem Arbeitgeber vorbereiten, lesen Sie unter Arbeitgeber überzeugen, weitere Wege unter Weiterbildung finanzieren.
Externer Regalinspekteur
- 300 Regalfelder zu je 4 €
- plus 80 € Anfahrt und Bericht
- jedes Jahr erneut
Eigene befähigte Person
- Online-Kurs, ca. 3 Stunden
- plus ca. 600 € Arbeitszeit pro Jahr
- bezahlt nach ca. 7 Monaten
Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.
Häufige Fragen: Regalprüfer werden
Ist Regalprüfer ein anerkannter Beruf?
Nein, Regalprüfer oder Regalinspekteur ist keine geschützte Berufsbezeichnung und kein Ausbildungsberuf. Rechtlich handelt es sich um eine zur Prüfung befähigte Person nach Betriebssicherheitsverordnung und TRBS 1203. Die Rolle setzt eine technische Berufsausbildung voraus und wird meist zusätzlich zu einer bestehenden Tätigkeit übernommen. Eine staatliche Prüfung oder behördliche Zulassung für Regalprüfer gibt es in Deutschland nicht. Entscheidend ist die Qualifikation im Einzelfall.
Wie lange dauert es, Regalprüfer zu werden?
Wenn Ausbildung und Erfahrung vorhanden sind, geht es schnell. Der Online-Kurs hat eine Lernzeit von rund drei Stunden, die Sie frei einteilen können. Nach dem bestandenen Abschlusstest erhalten Sie das Zertifikat, danach folgt die schriftliche Beauftragung. Realistisch sind wenige Tage bis wenige Wochen, je nachdem, wann Sie lernen und wann die erste Inspektion ansteht. Einen festen Kurstermin gibt es nicht.
Kann ich als Quereinsteiger Regalprüfer werden?
Das hängt davon ab, was Sie mitbringen. Die TRBS 1203 verlangt eine abgeschlossene Berufsausbildung und Erfahrung mit den zu prüfenden Arbeitsmitteln. Wer eine technische Ausbildung aus einem anderen Bereich hat und inzwischen seit Jahren im Lager arbeitet, kann die Voraussetzungen erfüllen. Ohne technische Ausbildung und ohne Lagererfahrung reicht ein Kurs allein nicht aus. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Arbeitgeber.
Muss ich mich als Regalprüfer regelmäßig fortbilden?
Ja. Die zeitnahe berufliche Tätigkeit gehört zu den Anforderungen der TRBS 1203, und dazu zählt, das Wissen aktuell zu halten. Die DGUV empfiehlt für Regalprüfer eine Auffrischung spätestens alle drei Jahre. Dazu kommt die regelmäßige Praxis: Wer jedes Jahr Inspektionen durchführt, bleibt im Thema. Änderungen an Normen und DGUV-Schriften sollten Sie aufmerksam verfolgen und in Ihre Prüfpraxis übernehmen.
Darf ich als Regalprüfer auch in anderen Betrieben prüfen?
Als Angestellter prüfen Sie im Auftrag Ihres Arbeitgebers, in der Regel im eigenen Betrieb oder an dessen Standorten. Wer Prüfungen für fremde Betriebe anbieten will, macht das meist selbstständig oder für einen Prüfdienst. Dann beauftragt jeweils der Kunde die Prüfung und muss sich vergewissern, dass Sie die Anforderungen erfüllen. Eine Betriebshaftpflicht mit Deckung für Prüftätigkeiten ist dafür dringend zu empfehlen.