Befähigte Person in der Kfz-Werkstatt: Hebebühnen, Werkstattfahrzeuge und Leitern selbst prüfen

Werkstätten haben das technische Know-how im eigenen Haus. Hier lesen Sie, welche Prüfungen Pflicht sind, welche Risiken typisch für die Werkstatt sind und wie schnell sich ein eigener Prüfer rechnet.

Von Dominik Junge Lesezeit: ca. 10 Min.
Kurz beantwortet

Als befähigte Person in der Kfz-Werkstatt prüfen Sie Hebebühnen, eigene Werkstattfahrzeuge und Leitern selbst, statt dafür jedes Jahr einen Prüfdienst zu bezahlen. Hebebühnen und Fahrzeuge sind mindestens jährlich zu prüfen, Leitern nach Gefährdungsbeurteilung. Kfz-Mechatroniker und Meister bringen Ausbildung und Erfahrung meist schon mit. Was fehlt, ist das Prüfwissen zu Regelwerken, Prüfpunkten und Dokumentation. Die drei passenden Online-Kurse kosten zusammen 1.245 €.

Eigene Mitarbeiter zur befähigten Person qualifizieren? Die Online-Kurse gibt es ab 275 €.

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Welche Prüfpflichten hat eine Kfz-Werkstatt?

In einer Werkstatt hängt fast jeden Tag eine Last von über einer Tonne über den Köpfen der Beschäftigten. Deshalb gehören Fahrzeug-Hebebühnen zu den Arbeitsmitteln mit dem höchsten Gefährdungspotenzial im Betrieb. Die DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.10, verlangt, dass Hebebühnen vor der ersten Inbetriebnahme, nach wesentlichen Änderungen und danach mindestens einmal jährlich von einer befähigten Person geprüft werden. Das Ergebnis gehört in das Prüfbuch der Bühne, dessen Aufbau der DGUV Grundsatz 308-003 beschreibt.

Dazu kommen die Fahrzeuge, die der Betrieb selbst einsetzt: der Transporter für den Hol- und Bringdienst, der Pannenhilfswagen, Werkstattersatzwagen, die Beschäftigte für Überführungen fahren. Für sie gilt DGUV Vorschrift 70, die in § 57 eine Prüfung mindestens einmal jährlich verlangt. Diese UVV-Prüfung ist unabhängig von der Hauptuntersuchung, auch wenn die Werkstatt HU-Termine für Kunden täglich organisiert. Leitern und Tritte, etwa für Arbeiten an Transportern oder im Teilelager, runden die Liste ab.

Grundlage aller Prüfungen ist die Betriebssicherheitsverordnung. Sie legt fest, dass der Arbeitgeber Prüfart, Umfang und Fristen bestimmt und die Prüfer auswählt. Warum Werkstätten dafür besonders gute Voraussetzungen haben, erklärt die Seite Voraussetzungen für befähigte Personen.

Typische Arbeitsmittel in der Kfz-Werkstatt

Die Tabelle zeigt die wiederkehrend prüfpflichtigen Arbeitsmittel, die in fast jeder freien oder markengebundenen Werkstatt stehen, und den passenden Kurs dazu.

ArbeitsmittelRegelwerkFristKursPreis
Zwei- und Vier-Säulen-Hebebühnen, ScherenhebebühnenDGUV Regel 100-500 Kap. 2.10, DGUV Grundsatz 308-002mind. jährlichHebebühnen550 €
Transporter, Pannenhilfswagen, Werkstattwagen unter 3,5 tDGUV Vorschrift 70 § 57mind. jährlichFahrzeuge420 €
Stufenstehleitern, Tritte, PodesteDGUV Information 208-016nach Gefährdungsbeurteilung, meist jährlichLeitern & Tritte275 €

Nicht in der Tabelle stehen Arbeitsmittel wie Getriebeheber, Rangierwagenheber, Motorkräne oder Druckluftbehälter der Kompressoranlage. Auch sie sind prüfpflichtig, gehören aber zu anderen Regelwerken, die unsere Kurse nicht abdecken. Bei Fahrzeugen über 3,5 t, etwa einem schweren Abschleppwagen, sind zusätzliche Kenntnisse nötig, die der Fahrzeug-Kurs ausdrücklich nicht vermittelt. Mietet die Werkstatt zusätzliche Ersatzwagen, bleibt der Vermieter für deren Prüfung zuständig. Die übliche Werkstattkombination aus Hebebühnen, Fahrzeugen und Leitern wählt der Kurs-Finder für Werkstätten mit einem Klick vor.

Typische Risiken und Unfälle in der Werkstatt

Die meisten gefährlichen Situationen in der Werkstatt entstehen an der Hebebühne. Die folgenden Befunde sind aus der Prüfpraxis gut bekannt.

Abrutschendes Fahrzeug

Wird ein Fahrzeug nicht an den vorgesehenen Aufnahmepunkten angehoben oder greift die Tragarmarretierung nicht mehr sicher, kann es beim Anheben oder bei Arbeiten mit hohem Kraftaufwand verrutschen. Verschlissene Zahnsegmente der Arretierung und beschädigte Gummiauflagen gehören deshalb zu den wichtigsten Prüfpunkten.

Verlagerter Schwerpunkt beim Ausbau

Beim Ausbau eines Getriebes, einer Hinterachse oder der Hochvoltbatterie eines Elektrofahrzeugs verschiebt sich der Schwerpunkt schlagartig. Die Hebebühne muss dann mit Lasten zurechtkommen, die nicht mehr mittig liegen. Wer prüft, achtet deshalb auf Tragfähigkeit, Zustand der Säulen und Gleichlauf der Hubwagen.

Verschleiß an Tragmutter und Hydraulik

Bei Spindelhebebühnen verschleißt die Tragmutter, eine Sicherheitsmutter fängt den Ausfall ab. Das Spiel zwischen beiden ist ein klares Prüfkriterium. Bei hydraulischen Bühnen stehen Leckagen, poröse Schläuche und die Funktion der Absenksicherung im Vordergrund. Eine ausführliche Liste der Prüfpunkte finden Sie auf der Seite zur Prüfung von Hebebühnen. Bei den Werkstattfahrzeugen sind dagegen Ladungssicherung und Bremsen die häufigsten Mängel.

Nachrüstungen und Umbauten an der Bühne

Werkstätten rüsten Hebebühnen gern nach, etwa mit anderen Tragtellern, Verlängerungen für Transporter oder einer neuen Steuerung. Solche Änderungen können die Tragfähigkeit und die Sicherheitsfunktionen beeinflussen. Nach wesentlichen Änderungen ist eine Prüfung vor der erneuten Inbetriebnahme fällig, und die Änderung gehört ins Prüfbuch. Ohne diesen Eintrag lässt sich später nicht nachvollziehen, in welchem Zustand die Bühne geprüft wurde.

Was kostet die externe Prüfung in der Werkstatt pro Jahr?

Als Musterbetrieb dient ein Kfz-Meisterbetrieb mit 14 Beschäftigten. Er betreibt sieben Hebebühnen (vier Zwei-Säulen-Bühnen, zwei Vier-Säulen-Bühnen mit Achsmessplatz, eine Scherenhebebühne), fünf eigene Fahrzeuge unter 3,5 t und acht Leitern und Tritte. Gerechnet wird mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben, und 40 € pro Stunde für die eigene Prüfzeit.

ArbeitsmittelExterne Prüfung pro JahrEigene Prüfzeit pro Jahr
7 Hebebühnen7 × 280 € = 1.960 €7 × 60 Min. = 7 Std. = 280 €
5 Fahrzeuge5 × 50 € = 250 €5 × 45 Min. = 3,75 Std. = 150 €
8 Leitern und Tritte8 × 15 € + 40 € Anfahrt = 160 €8 × 10 Min. = rund 1,3 Std. = 53 €
Summe2.370 €rund 483 €
Musterwerkstatt: Prüfkosten pro Jahr im Vergleich Externer Prüfdienst pro Jahr Eigene Prüfzeit pro Jahr (40 € je Std.) Hebebühnen (7) 1.960 € 280 € Fahrzeuge (5) 250 € 150 € Leitern (8) 160 € 53 € 3 Kurse einmalig 1.245 €, danach rund 1.890 € Ersparnis pro Jahr
In der Werkstatt machen die Hebebühnen über 80 Prozent der externen Prüfkosten aus. Intern ist der Aufwand gering, weil Werkzeug und Know-how vorhanden sind.

Die jährliche Differenz liegt bei rund 1.887 €. Die drei Kurse für 1.245 € sind damit nach knapp 8 Monaten bezahlt (1.245 € ÷ 157,22 € pro Monat). Wie sich das mit Ihrer Zahl an Bühnen verändert, zeigt der Kostenrechner für Hebebühnen.

Externer Prüfdienst

ca. 2.370 € / Jahr
  • 7 Hebebühnen, 5 Fahrzeuge, 8 Leitern
  • jedes Jahr erneut
  • Bühnen stehen am Prüftag still

Eigene befähigte Person

1.245 € einmalig
  • 3 Online-Kurse
  • plus ca. 483 € eigene Prüfzeit
  • nach knapp 8 Monaten bezahlt

Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.

Die Lösung: eigene befähigte Person für Bühne, Fahrzeug und Leiter

Kaum eine Branche bringt so gute Voraussetzungen mit wie die Kfz-Werkstatt. Kfz-Mechatroniker, Kfz-Meister und Serviceleiter haben eine passende Berufsausbildung, arbeiten täglich mit Hebebühnen und Fahrzeugen und sind damit im Sinne der TRBS 1203 zeitnah tätig. Was ihnen fehlt, ist selten das technische Verständnis, sondern das strukturierte Prüfwissen: welche Prüfpunkte der DGUV Grundsatz 308-002 vorgibt, wann eine Bühne stillgelegt werden muss, wie das Prüfbuch zu führen ist und wie sich die UVV-Prüfung von der Hauptuntersuchung unterscheidet.

Wir empfehlen drei Kurse:

  • Hebebühnen (550 €): der wichtigste Kurs für jede Werkstatt, mit Prüfung von Hydraulik, Tragarmen, Sicherheitseinrichtungen und Prüfbuch.
  • Fahrzeuge unter 3,5 t (420 €): für die eigenen Werkstatt- und Servicefahrzeuge nach DGUV Vorschrift 70.
  • Leitern und Tritte (275 €): kurz und günstig, damit auch die letzten Prüflücken geschlossen sind.

Die Kurse vermitteln die Fachkunde. Befähigte Person wird der Mitarbeiter durch seine Ausbildung, Erfahrung, aktuelle Tätigkeit und die schriftliche Beauftragung. Wer UVV-Prüfungen an Fahrzeugen später auch für Firmenkunden anbieten möchte, findet Hinweise unter Selbstständig als UVV-Prüfer.

Praxisbeispiel: Umstellung in einem Kfz-Meisterbetrieb

Der Musterbetrieb hat bisher für die Hebebühnen einen Prüfdienst des Herstellers beauftragt, die Fahrzeuge liefen über einen Sachverständigen, die Leitern prüfte niemand systematisch. Nach einem Hinweis bei der Betriebsbesichtigung durch die Berufsgenossenschaft stellt der Inhaber die Prüfungen neu auf.

  1. Prüfer bestimmen: Der Werkstattmeister, Kfz-Mechatroniker mit 15 Jahren Berufserfahrung, übernimmt alle drei Bereiche. Ein Geselle mit Meisterambitionen wird als zweiter Prüfer für die Hebebühnen aufgebaut.
  2. Kurse online belegen: Der Meister absolviert die drei Kurse an drei Nachmittagen, jeweils mit Abschlusstest und Zertifikat.
  3. Prüfbücher sichten: Für zwei ältere Bühnen fehlen die Prüfbücher. Der Betrieb legt sie nach DGUV Grundsatz 308-003 neu an und dokumentiert den Ist-Zustand.
  4. Prüftermine legen: Die Bühnen werden in der ruhigen Zeit zwischen den Reifensaisons geprüft, jeweils eine am Tag, sodass kein Arbeitsplatz länger ausfällt.

Ein Nebeneffekt: Die Bühnen stehen nicht mehr einen ganzen Tag still, weil der externe Prüfer alle nacheinander abarbeitet. Die Wartung durch den Hersteller bleibt, denn Wartung und Prüfung sind zwei verschiedene Aufgaben. Mehr zu den Pflichten für Firmenwagen lesen Sie auf der Seite zur UVV-Prüfung von Fahrzeugen, für Betriebe mit großem Fuhrpark unter Fuhrpark und Pflegedienste.

Häufige Fragen zur befähigten Person in der Werkstatt

Darf ein Kfz-Mechatroniker Hebebühnen prüfen?

Ja, wenn er die Anforderungen der TRBS 1203 erfüllt und vom Arbeitgeber schriftlich beauftragt ist. Die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker ist für Fahrzeug-Hebebühnen eine gut passende Berufsausbildung, die tägliche Arbeit an der Bühne liefert Erfahrung und zeitnahe Tätigkeit. Der Hebebühnen-Kurs ergänzt das Prüfwissen nach DGUV Grundsatz 308-002, also Prüfpunkte, Bewertung von Mängeln und die Führung des Prüfbuchs.

Ersetzt die Wartung durch den Hersteller die jährliche Prüfung?

Nein. Wartung und Prüfung sind unterschiedliche Aufgaben. Bei der Wartung werden Verschleißteile erneuert und Funktionen eingestellt, bei der Prüfung bewertet eine befähigte Person den sicheren Zustand und dokumentiert das Ergebnis im Prüfbuch. Beides kann an einem Termin stattfinden, wenn der Techniker des Herstellers auch als befähigte Person beauftragt ist. Das muss dann aber ausdrücklich so vereinbart und dokumentiert sein.

Ist die UVV-Prüfung bei Werkstattfahrzeugen durch die HU abgedeckt?

Nein. Die Hauptuntersuchung prüft die Verkehrssicherheit nach Straßenverkehrsrecht, die UVV-Prüfung nach DGUV Vorschrift 70 den arbeitssicheren Zustand, zum Beispiel Ladungssicherung, Warnkleidung, Verbandkasten, Sitze und Einstiege. Die Prüfungen haben unterschiedliche Ziele und Fristen. Eine Werkstatt kann beide Termine allerdings geschickt zusammenlegen, weil das Fahrzeug dann ohnehin auf der Bühne steht und die Prüfpunkte sich teilweise ergänzen.

Brauchen wir für jede Hebebühne ein eigenes Prüfbuch?

Ja. Jede Hebebühne hat ein eigenes Prüfbuch, in dem Prüfungen, festgestellte Mängel, deren Beseitigung und wesentliche Änderungen festgehalten werden. Der DGUV Grundsatz 308-003 beschreibt den Aufbau. Fehlt das Prüfbuch bei einer älteren Bühne, sollte es neu angelegt werden, beginnend mit einer vollständigen Prüfung des aktuellen Zustands. Das Prüfbuch bleibt bei der Bühne, auch wenn der Prüfer wechselt.

Lohnt sich das für eine Werkstatt mit nur zwei Bühnen?

Bei zwei Hebebühnen kostet die externe Prüfung nach unseren Richtwerten rund 560 € im Jahr, die eigene Prüfzeit etwa 80 €. Der Hebebühnen-Kurs für 550 € ist damit nach knapp 14 Monaten bezahlt. Kommen zwei Servicefahrzeuge und einige Leitern hinzu, verbessert sich die Rechnung kaum. Für kleine Werkstätten ist deshalb oft der Hebebühnen-Kurs allein der sinnvolle erste Schritt.

Werkstatt-Prüfungen selbst in die Hand nehmen

Ihre Mechatroniker kennen jede Bühne. Unsere Online-Kurse vermitteln die Fachkunde für die Prüfung von Hebebühnen, Fahrzeugen und Leitern, zusammen für 1.245 €.

ab 275 € je Kurs

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Junge Kranausbildung, Gummersbach · Schulungen seit 2016

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Quellen

Dominik Junge · Junge Kranausbildung, Gummersbach
Autor und fachlicher Prüfer aller Inhalte. Über uns & wie wir arbeiten
8 Kurse befähigte Person
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