Ihren Arbeitgeber überzeugen Sie am besten mit einer einfachen Rechnung: was die externen Prüfungen heute jedes Jahr kosten, was der Kurs einmalig kostet und wie viel Arbeitszeit die eigenen Prüfungen brauchen. In einem großen Lager ist der Kurs nach Richtwerten oft in wenigen Monaten eingespielt, in kleinen Betrieben kann es ein bis zwei Jahre dauern. Dazu kommen Argumente ohne Preisschild: schnelle Entscheidungen nach Schäden, Fristen im eigenen Griff, Wissen im Haus. Am Ende dieser Seite finden Sie eine Vorlage, die Sie ausfüllen und ausdrucken können.
Was kostet die externe Prüfung Ihren Betrieb heute?
Das stärkste Argument sind die Rechnungen, die Ihr Betrieb schon heute bezahlt. Schauen Sie in die Unterlagen des letzten Jahres: Prüfdienst für Stapler, Regalinspektion, Leiterprüfung, UVV-Prüfung der Firmenwagen. Wenn Sie keinen Zugriff darauf haben, helfen die folgenden Richtwerte. Sie stammen aus veröffentlichten Preisangaben von Prüfdienstleistern, und sind dieselben, mit denen auch unser Kostenrechner arbeitet.
| Arbeitsmittel | Externe Prüfung je Einheit (Spanne) | Rechenwert | Anfahrt und Bericht je Termin |
|---|---|---|---|
| Leitern und Tritte | ca. 9 bis 30 € je Leiter | 15 € | ca. 40 € |
| Regale | ca. 2 bis 10 € je Regalfeld | 4 € | ca. 80 € |
| Stapler und Flurförderzeuge | ca. 60 bis 150 € je Stapler | 100 € | meist enthalten |
| Hebe- und Hubarbeitsbühnen | ca. 150 bis 500 € je Bühne | 280 € | meist enthalten |
| Fahrzeuge unter 3,5 t | ca. 15 bis 110 € je Fahrzeug | 50 € | meist enthalten |
| Krane | ca. 250 bis 800 € je Kran | 450 € | ca. 60 € |
| Anschlagmittel | ca. 25 € je Kette, textile günstiger | 10 € | ca. 40 € |
| Winden und Kettenzüge | ab ca. 45 € je Gerät | 70 € | ca. 40 € |
Was den Preis nach oben oder unten treibt
Die Spannen sind breit, weil mehrere Faktoren zusammenkommen: die Menge (große Bestände werden günstiger je Einheit), die Region und die Anfahrt, der Zustand der Geräte und die Frage, ob Nachprüfungen nach Reparaturen extra berechnet werden. Nicht in der Rechnung stehen versteckte Kosten: Ausfallzeiten, weil ein beschädigtes Regal bis zum nächsten Termin gesperrt bleibt, und der Aufwand, Termine mit dem Prüfdienst abzustimmen.
Was kostet eine eigene befähigte Person?
Auf der anderen Seite der Rechnung stehen drei Posten, die Sie Ihrem Arbeitgeber offen nennen sollten:
- Kursgebühr: einmalig 275 € (Leitern) bis 620 € (Krane) je Arbeitsmittel und Teilnehmer, per Rechnung, ohne Reisekosten.
- Lernzeit: etwa drei Stunden je Kurs, bei Winden etwa vier. Mit 40 € je Stunde sind das rund 120 € Arbeitszeit.
- Prüfzeit: Als Richtwert rund 10 Minuten je Leiter, 3 Minuten je Regalfeld, eine Stunde je Stapler oder Hebebühne, 45 Minuten je Fahrzeug, zwei Stunden je Kran. Das fällt jedes Jahr an.
- Folgekosten: Auffrischung der Fachkunde, üblich spätestens alle drei Jahre, dazu Prüfplaketten und einfache Messmittel.
Wichtig für ein ehrliches Gespräch: Die eigene Prüfzeit ist nicht kostenlos, sie fehlt an anderer Stelle. Und der Kurs vermittelt die Fachkunde, er ersetzt nicht Ausbildung und Erfahrung. Rechnen Sie außerdem eine Vertretung ein: Fällt die befähigte Person länger aus, muss entweder eine zweite Person qualifiziert sein oder der Prüfdienst im Einzelfall einspringen. Klären Sie deshalb vorher mit dem Selbstcheck unter Voraussetzungen für befähigte Personen, ob Sie für das Arbeitsmittel geeignet sind.
Rechenbeispiel: kleiner und großer Betrieb
Zwei erfundene Beispielbetriebe, gerechnet mit den Richtwerten oben und 40 € je interner Arbeitsstunde. Amortisation heißt: Nach so vielen Monaten hat die jährliche Ersparnis den Kurspreis wieder eingespielt.
Kleiner Betrieb: Metallbau mit 25 Leitern und 6 Transportern
Extern kosten die Prüfungen 415 € für die Leitern (25 × 15 € plus 40 € Anfahrt) und 300 € für die Transporter (6 × 50 €), zusammen 715 € im Jahr. Intern braucht die befähigte Person rund 4,2 Stunden für die Leitern und 4,5 Stunden für die Fahrzeuge, zusammen etwa 8,7 Stunden oder rund 347 €. Die Ersparnis liegt bei rund 368 € im Jahr. Die Kurse für Leitern und Fahrzeuge kosten 695 €. Amortisation: rund 23 Monate. Das ist ehrlich gesagt kein schnelles Geschäft. Hier zählen vor allem die anderen Argumente, etwa die sofortige Prüfung eines Transporters nach einem Schaden.
Großer Betrieb: Logistikzentrum mit 12 Staplern, 2.000 Regalfeldern und 60 Leitern
Extern kosten die Prüfungen 1.200 € für die Stapler, 8.080 € für die Regale (2.000 × 4 € plus 80 €) und 940 € für die Leitern, zusammen 10.220 € im Jahr. Intern sind es rund 12 Stunden für die Stapler, 100 Stunden für die Regale und 10 Stunden für die Leitern, zusammen 122 Stunden oder 4.880 €. Die Ersparnis liegt bei rund 5.340 € im Jahr, die drei Kurse kosten 1.200 €. Amortisation: knapp drei Monate.
Ihre eigenen Zahlen rechnen Sie am schnellsten mit dem Kostenrechner. Für die Detailrechnung einzelner Arbeitsmittel lohnt der Blick auf die Pillar-Seiten, etwa zur Regalprüfung oder zur UVV-Prüfung von Staplern.
Vor- und Nachteile: eigene Prüfung oder Prüfdienst?
Ein Arbeitgeber merkt schnell, ob eine Argumentation nur eine Seite zeigt. Nennen Sie deshalb auch die Punkte, die für den Prüfdienst sprechen. Das macht Ihren Vorschlag glaubwürdiger.
| Eigene befähigte Person | Externer Prüfdienst |
|---|---|
| Pro: einmalige Kurskosten statt jährlicher Rechnungen | Pro: keine eigene Arbeitszeit, kein Organisationsaufwand |
| Pro: Prüfung sofort nach Schäden oder Reparaturen | Pro: Erfahrung aus vielen Betrieben und Bauarten |
| Pro: Fristen und Prüfplan im eigenen Griff | Pro: kein Ausfallrisiko bei Urlaub, Krankheit oder Kündigung |
| Pro: Prüferin kennt Geräte und Einsatzbedingungen | Pro: Blick von außen, keine Betriebsblindheit |
| Contra: Prüfzeit fehlt bei der eigentlichen Arbeit | Contra: Kosten fallen jedes Jahr neu an |
| Contra: Vertretung und Auffrischung müssen geregelt sein | Contra: Wartezeit auf Termine, gesperrte Geräte bis dahin |
Extern ist die bessere Wahl, wenn der Bestand sehr klein ist, niemand im Betrieb die Voraussetzungen erfüllt oder Prüfungen anstehen, die eine befähigte Person gar nicht übernehmen darf, etwa bestimmte Sachverständigenprüfungen an Kranen. Viele Betriebe fahren gut mit einer Mischung: eigene Prüfung für Leitern, Regale und Stapler, externe Prüfung für Spezialfälle.
Externer Prüfdienst
- 12 Stapler, 2.000 Regalfelder, 60 Leitern
- jedes Jahr erneut
- gesperrte Regale bis zum Termin
Eigene befähigte Person
- 3 Online-Kurse
- plus ca. 122 Std. eigene Prüfzeit (4.880 €)
- nach knapp 3 Monaten eingespielt
Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.
Für welche Betriebe lohnt sich eine eigene befähigte Person?
Die Rechnung geht besonders gut auf, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
- Der Betrieb hat viele Geräte einer Art, etwa mehr als 50 Leitern, einige hundert Regalfelder oder mehrere Stapler.
- Arbeitsmittel werden oft beschädigt, etwa Regale durch Anfahrschäden, und müssen dann zeitnah bewertet werden.
- Es gibt eine Fachkraft mit passender Ausbildung und Erfahrung, die ohnehin mit den Geräten arbeitet.
- Der Betrieb hat mehrere Arbeitsmittel, die eine Person gemeinsam abdecken kann.
- Externe Termine sind schwer zu bekommen oder passen schlecht zum Betriebsablauf.
Weniger lohnend ist es bei sehr kleinen Beständen ohne Schadensrisiko oder wenn die einzige geeignete Person bald den Betrieb verlässt. Dann ist ein Prüfdienst die ehrlichere Lösung, und Sie sollten das im Gespräch auch so sagen. Ob Ihr Betrieb eher zur ersten oder zur zweiten Gruppe gehört, zeigen die Beispiele oben.
So überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber: Argumente und Vorlage
Ein Gespräch über Weiterbildung scheitert selten am Geld, meist an fehlender Vorbereitung. Mit den folgenden Bausteinen legen Sie Ihrem Vorgesetzten einen Vorschlag vor, über den er entscheiden kann.
Die fünf stärksten Argumente
- Die Prüfpflicht bleibt ohnehin: Nach § 14 BetrSichV und den DGUV-Vorschriften muss geprüft werden. Offen ist nur, wer prüft und was es kostet.
- Die Ersparnis ist messbar: externe Kosten pro Jahr minus eigene Prüfzeit, verglichen mit dem einmaligen Kurspreis.
- Schnelle Entscheidungen: Nach einem Anfahrschaden oder einer Reparatur ist das Gerät am selben Tag bewertet, statt tagelang gesperrt zu bleiben.
- Fristen im Griff: Eine verantwortliche Person im Haus sorgt dafür, dass keine Prüfung vergessen wird. Das hilft auch bei Kontrollen der Berufsgenossenschaft.
- Geringes Risiko: Der Kurs kostet einmalig ab 275 €, läuft online ohne Ausfalltag und wird per Rechnung bezahlt.
So führen Sie das Gespräch
Bitten Sie um einen Termin, statt das Thema zwischen Tür und Angel anzusprechen. Bringen Sie die ausgefüllte Vorlage mit, nennen Sie zuerst die Zahlen und dann die übrigen Argumente. Sprechen Sie die Nachteile selbst an, vor allem die Vertretung bei Urlaub und die Zeit für die Prüfungen, und machen Sie einen Vorschlag dazu. Bieten Sie an, die ersten Prüfungen gemeinsam mit dem bisherigen Prüfdienst durchzuführen. Wie die Beauftragung danach aussieht, zeigt die Vorlage unter Beauftragung der befähigten Person.
Vorlage: Antrag auf Kostenübernahme
Füllen Sie die Felder aus, drucken Sie die Seite aus oder speichern Sie sie als PDF.
| Angabe | Ihr Eintrag |
|---|---|
| Name, Abteilung, Datum | |
| Ausbildung und Erfahrung mit den Geräten (seit wann, welche Arbeiten) | |
| Arbeitsmittel, die ich prüfen möchte, und Anzahl | |
| Externe Prüfkosten im letzten Jahr (laut Rechnung oder Richtwert) | € |
| Kurs(e) und Kurspreis | € |
| Geschätzte eigene Prüfzeit pro Jahr | Std. |
| Ersparnis pro Jahr und Amortisation in Monaten | |
| Vorschlag zu Vertretung und Prüfterminen | |
| Gewünschter Start der eigenen Prüfungen | |
| Entscheidung des Vorgesetzten, Unterschrift |
Weitere Argumente aus Sicht Ihrer Karriere finden Sie unter Weiterbildung finanzieren, alle Kurspreise unter Kurse und Preise.
Häufige Fragen: Arbeitgeber vom Prüferkurs überzeugen
Was mache ich, wenn mein Arbeitgeber ablehnt?
Fragen Sie nach dem Grund. Oft geht es nicht um den Kurspreis, sondern um die Zeit für die Prüfungen, die Vertretung oder die Sorge vor Verantwortung. Auf jeden dieser Punkte können Sie mit einem konkreten Vorschlag antworten. Hilft das nicht, schlagen Sie einen Einstieg mit nur einem Arbeitsmittel vor, etwa Leitern für 275 €. Nach einem Jahr eigener Prüfungen haben Sie echte Zahlen für das nächste Gespräch.
Zählt die Lernzeit als Arbeitszeit?
Wenn der Arbeitgeber die Weiterbildung veranlasst, weil Sie im Betrieb prüfen sollen, wird die Lernzeit in der Regel als Arbeitszeit behandelt. Einzelheiten können Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung regeln. Klären Sie das im Gespräch gleich mit. Da unsere Kurse online laufen und etwa drei Stunden dauern, lässt sich die Lernzeit gut auf ruhige Stunden verteilen, ohne dass ein ganzer Arbeitstag ausfällt.
Wer haftet, wenn ich als interne befähigte Person etwas übersehe?
Der Arbeitgeber bleibt für die Organisation der Prüfungen, die Auswahl der geeigneten Person und die Beseitigung gemeldeter Mängel verantwortlich. Für Arbeitnehmer gelten zudem die Grundsätze der eingeschränkten Arbeitnehmerhaftung, bei leichter Fahrlässigkeit haften Sie in der Regel nicht. Wer sorgfältig nach den Regeln prüft und dokumentiert, ist gut abgesichert. Mehr dazu auf der Seite Haftung der befähigten Person.
Sollte der Betrieb mehr als eine Person qualifizieren?
Bei größeren Beständen ja. Eine zweite befähigte Person sichert Urlaub und Krankheit ab und verhindert, dass Wissen mit einer Kündigung verloren geht. In kleinen Betrieben reicht oft eine Person, wenn für den Ausfall eine Regelung besteht, etwa ein externer Prüfdienst als Rückfallebene. Jeder Teilnehmer braucht ein eigenes Konto, damit das Zertifikat auf den richtigen Namen ausgestellt wird.
Kann ich den Vorschlag auf ein Arbeitsmittel begrenzen?
Ja, und das ist oft der leichtere Einstieg. Beginnen Sie mit dem Arbeitsmittel, bei dem die externen Kosten am höchsten sind oder die Schäden am häufigsten auftreten, im Lager meist die Regale. Wenn sich die eigene Prüfung bewährt, folgen weitere Bereiche. Die Kurse bauen gleich auf, und Sie kennen die Lernplattform dann schon. So wächst die Ersparnis Schritt für Schritt.