Leiterprüfung Checkliste: alle Prüfpunkte für Leitern und Tritte zum Abhaken

Eine Checkliste für den Prüftag, gegliedert in einen Grundteil für jede Leiter und Zusatzteile je Bauart. Mit Bewertungsschlüssel, Druckfunktion und Hinweisen, wie Sie die Liste ins Kontrollbuch übernehmen.

Von Dominik Junge Lesezeit: ca. 11 Min.
Kurz beantwortet

Diese Leiterprüfung Checkliste enthält alle Prüfpunkte zum Abhaken, gegliedert in einen Grundteil für jede Leiter und Zusatzteile für Stehleitern, Anlegeleitern, Mehrzweckleitern, Podestleitern und Tritte. Jeder Punkt wird mit einem von drei Ergebnissen bewertet: in Ordnung, Mangel mit Instandsetzung oder Aussonderung. Am Ende stehen Gesamtergebnis, nächster Prüftermin und die Unterschrift der befähigten Person. Die Liste lässt sich direkt von dieser Seite drucken oder als PDF speichern und gilt als Vorlage für jede Leiter im Bestand.

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Wer darf die Checkliste abzeichnen?

Abhaken kann jeder, unterschreiben sollte nur eine befähigte Person, also die Person, die die Leiter tatsächlich selbst geprüft hat. Die Checkliste ist ein Werkzeug, keine Qualifikation. Sie sorgt dafür, dass kein Prüfpunkt vergessen wird, sagt aber nicht, ob ein leicht verzogener Holm noch tragbar ist oder eine Sprosse schon zu viel Spiel hat. Diese Bewertung ist der Kern der Prüfung und setzt voraus, was die TRBS 1203 verlangt: Berufsausbildung, Erfahrung mit Leitern, eine aktuelle Tätigkeit und die Beauftragung durch den Arbeitgeber.

Eine Checkliste, die ein Beschäftigter ohne diese Voraussetzungen abzeichnet, erfüllt die Prüfpflicht nach der Betriebssicherheitsverordnung nicht. Wer die Liste rechtswirksam unterschreiben möchte, erwirbt das nötige Prüfwissen im Online-Kurs zur befähigten Person für Leitern und Tritte. Ausbildung und Berufserfahrung bringen Sie dafür selbst mit.

Vorbereitung: So setzen Sie die Checkliste ein

Die Checkliste funktioniert auf Papier und auf dem Tablet. Entscheidend ist, dass sie zu Ihrem Bestand passt. Klären Sie vor dem Prüftag:

  • Eine Liste je Leiter oder Sammelliste? Bei bis zu etwa 20 Leitern ist eine Liste pro Leiter übersichtlich. Bei großen Beständen ist eine Sammelliste mit einer Zeile je Leiter schneller, die Details stehen dann nur bei Mängeln.
  • Welche Zusatzteile brauchen Sie? Streichen Sie Teile für Bauarten, die es im Betrieb nicht gibt. Eine Liste mit leeren Blöcken wird schnell unübersichtlich.
  • Inventarnummern: Tragen Sie die Nummern vorab ein, dann ordnen Sie jede Liste sofort der richtigen Leiter zu.
  • Material: Klemmbrett, Stift, Taschenlampe, Plaketten und Sperranhänger griffbereit halten.

Wer die Reihenfolge der Handgriffe an der Leiter noch nicht verinnerlicht hat, liest vorher die Anleitung zur Leiterprüfung. Die Checkliste folgt den Bauteilen, die Anleitung den Handgriffen.

Die Checkliste Teil für Teil

Die Liste besteht aus einem Grundteil, der für jede Leiter gilt, und Zusatzteilen je Bauart. Hinter jeden Punkt setzen Sie eines von drei Ergebnissen, wie es die Grafik zeigt.

Bewertungsschlüssel für jeden Prüfpunkt i. O.in Ordnung,weiter benutzen MMangel: sperren,instand setzen, neu prüfen AAussonderung:unbrauchbar machen Ein einziges M oder A bei einem Punkt entscheidet über die ganze Leiter.
Drei Ergebnisse reichen. Zwischenstufen wie „noch gut“ führen im Streitfall zu Diskussionen.

Teil A: Grundteil für jede Leiter

Der Grundteil deckt die tragenden Bauteile ab, die jede Leiter hat. Er wird bei jeder Prüfung vollständig abgearbeitet, auch wenn die Leiter neu aussieht.

  • Inventarnummer vorhanden, lesbar und identisch mit dem Eintrag im Kontrollbuch
  • Typenschild mit Hersteller, Typ, Belastbarkeit und Benutzungshinweisen vorhanden
  • Holme gerade, ohne Knicke, Beulen, Risse, scharfe Kanten
  • Sprossen oder Stufen fest, nicht verformt, Trittflächen rutschhemmend
  • Niete, Schrauben und Beschläge fest, ohne starke Korrosion
  • Leiterfüße oder Fußkappen vollständig, mit Profil
  • keine Provisorien wie Draht, Klebeband oder Bandagen
  • bei Holz: kein deckender Anstrich, keine Fäulnis; bei Kunststoff: keine ausfasernden Stellen

Teil B: Zusatzpunkte für Stehleitern

Bei Stehleitern hängt die Standsicherheit an der Verbindung beider Leiterteile. Deshalb stehen Spreizsicherung und Kopfbeschlag im Mittelpunkt.

  • Spreizsicherung vollständig und wirksam bei voller Öffnung
  • Kopfbeschlag oder Scharniere ohne Spiel und Risse
  • Leiter steht aufgestellt auf allen vier Füßen, ohne zu kippeln
  • Plattform und Haltebügel, falls vorhanden, fest

Ausführlich: Stehleiter prüfen.

Teil C: Zusatzpunkte für Anlegeleitern

Anlegeleitern rutschen eher weg als dass sie brechen. Die Zusatzpunkte gelten deshalb dem Fuß und dem oberen Auflagepunkt. Mehr dazu unter Anlegeleiter prüfen.

  • Traverse oder Fußverbreiterung fest montiert und unverformt
  • obere Enden mit Holmkappen oder Wandrollen intakt
  • bei Schiebeleitern: Führungsbeschläge, Seilzug und Fallhaken funktionsfähig

Teil D: Zusatzpunkte für Mehrzweck- und Teleskopleitern

Je mehr Stellungen eine Leiter hat, desto mehr Mechanik muss sicher funktionieren. Prüfen Sie jede Stellung, die im Betrieb tatsächlich genutzt wird.

  • alle Gelenke rasten in jeder Stellung hörbar und sicher ein
  • Verriegelungen springen unter Last nicht auf
  • bei Teleskopleitern: jedes Segment arretiert, Einfahrmechanismus ohne Klemmen

Teil E: Zusatzpunkte für Podestleitern und fahrbare Arbeitsbühnen

Wer auf einer Plattform steht, arbeitet oft länger und mit beiden Händen. Seitenschutz und Bremsen verdienen daher besondere Aufmerksamkeit. Größere Rollgerüste folgen eigenen Regeln, siehe Rollgerüst prüfen.

  • Plattform, Geländer und Knieleisten fest und vollständig
  • Rollen drehen, Feststellbremsen halten auf allen gebremsten Rollen
  • Sicherungsbügel oder Kette am Zugang vorhanden

Teil F: Zusatzpunkte für Tritte und Stufenhocker

Tritte sind klein, werden aber täglich genutzt und oft als Sitz oder Ablage zweckentfremdet.

  • Klappmechanismus arretiert sicher, federnde Rollen federn unter Last ein
  • Gummifüße oder Standring vollständig

Ausführlich: Tritte prüfen.

Teil G: Ergebnis und Unterschrift

Erst dieser Teil macht aus der Liste einen Nachweis. Ohne ihn bleibt offen, wer geprüft und was entschieden hat.

  • Gesamtergebnis: freigegeben, gesperrt zur Instandsetzung oder ausgesondert
  • festgestellte Mängel in Stichworten
  • nächster Prüftermin, Datum, Name und Unterschrift der befähigten Person

Welche Mängel übersehen Checklisten am häufigsten?

Eine Checkliste ist nur so gut wie der Blick dahinter. Die folgenden Mängel stehen zwar auf jeder guten Liste, werden in der Praxis aber oft abgehakt, obwohl sie vorhanden sind. Der Grund ist meist, dass man sie nur findet, wenn man gezielt danach sucht.

MangelErkennungsmerkmalMaßnahme
Verriegelung einer Mehrzweckleiter rastet nur halbGelenk steht in der Endstellung, der Bolzen ist aber nicht ganz eingefahrensperren, Hersteller fragen, bei Verschleiß aussondern
Teleskopsegment klemmtSegment lässt sich nur mit Kraft ausziehen oder rastet verzögertsperren, Reinigung nur nach Herstellervorgabe, sonst aussondern
Bremse einer Podestleiter hält nichtLeiter rollt bei festgestellter Bremse unter seitlichem Druck wegsperren, Rolle oder Bremse durch Originalteil ersetzen
Deckend gestrichene HolzleiterFarbe verdeckt die Holzstruktur, Risse sind nicht erkennbaraussondern, da nicht mehr prüfbar
Versprödeter Kunststoffkreidige Oberfläche, feine Fasern treten aus, oft bei Lagerung im Freienaussondern
Wackeliger KlapptrittTritt verwindet sich im aufgestellten Zustand, Scharniere ausgeschlagenaussondern, Tritte werden selten instand gesetzt

Wie Sie mit gesperrten und ausgesonderten Leitern weiter verfahren, zeigt die Seite Leiter aussondern. Ein Tipp für die Praxis: Prüfen Sie Gelenke, Bremsen und Verriegelungen immer unter Belastung, denn im entlasteten Zustand wirken sie häufig einwandfrei. Nehmen Sie sich für diese Punkte bewusst mehr Zeit als für die reine Sichtprüfung. Ein fehlerhaft abgehakter Punkt ist schlimmer als ein offener, weil er Sicherheit vortäuscht.

Checkliste drucken oder als PDF speichern

Die Teile A bis G oben bilden zusammen die vollständige Checkliste. Drucken Sie diese Seite aus oder speichern Sie sie als PDF. Für den Prüftag reicht es, den Grundteil und die Zusatzteile Ihrer Bauarten mitzunehmen, das Ergebnis tragen Sie anschließend ins Kontrollbuch ein. Soll die Liste für jede Leiter einzeln abgelegt werden, nutzen Sie stattdessen unsere Vorlage für das Prüfprotokoll, die Kopfdaten und Unterschrift auf einer Seite vereint. Beim Drucken werden Seitenleiste und Kopfbereich automatisch ausgeblendet. Legen Sie für jede Prüfrunde frische Ausdrucke bereit.

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Wie kommt das Ergebnis ins Kontrollbuch?

Die abgehakte Liste ist ein Arbeitsblatt. Der Nachweis für Berufsgenossenschaft und Behörde ist die Aufzeichnung nach § 14 BetrSichV. Übertragen Sie deshalb nach der Prüfung für jede Leiter Datum, Prüfart, Umfang, Ergebnis, Mängel sowie Name und Unterschrift in das Kontrollbuch oder heften Sie die unterschriebenen Listen dort ab. Beides ist zulässig, solange jede Prüfung eindeutig einer Leiter zugeordnet ist.

Freigegebene Leitern erhalten die Plakette mit Monat und Jahr der nächsten Prüfung. Gesperrte Leitern bekommen einen Sperranhänger mit Datum und Grund. Wie Sie das Kontrollbuch aufbauen, damit es auch nach Jahren noch übersichtlich ist, erklärt die Seite zum Leiterkontrollbuch. Übertragen Sie die Ergebnisse noch am Prüftag, solange Sie die Befunde vor Augen haben. Fotos von Mängeln können Sie dem Eintrag beifügen.

Häufige Fehler beim Arbeiten mit Checklisten

  • Häkchen im Voraus: Wer die Liste am Schreibtisch vorausfüllt und an der Leiter nur noch bestätigt, prüft nicht. Jeder Punkt wird an der Leiter selbst abgehakt.
  • Leere Felder: Ein nicht ausgefüllter Punkt lässt offen, ob er geprüft wurde. Nicht zutreffende Punkte mit „entfällt“ kennzeichnen.
  • Eine Liste für alle Bauarten ohne Zusatzteile: Dann fehlen etwa die Bremsen der Podestleiter oder die Verriegelungen der Mehrzweckleiter.
  • Veraltete Liste: Neue Bauarten im Bestand, etwa eine Teleskopleiter, müssen in die Liste aufgenommen werden.
  • Unterschrift fehlt: Ohne Name und Unterschrift der befähigten Person ist die Liste als Nachweis wertlos.

Welche Pflichten hinter der Liste stehen, erklärt die Übersicht zur Leiterprüfung. Überarbeiten Sie die Liste einmal im Jahr, dann bleibt sie aktuell. Nehmen Sie dabei auch Hinweise der Benutzer auf, die an den Leitern Auffälligkeiten bemerkt haben.

Häufige Fragen zur Checkliste für die Leiterprüfung

Ist eine Checkliste für die Leiterprüfung vorgeschrieben?

Nein, eine bestimmte Checkliste schreibt keine Vorschrift vor. Pflicht ist, dass eine befähigte Person prüft und das Ergebnis aufgezeichnet wird. Eine Checkliste ist aber der einfachste Weg, beides sicherzustellen: Sie sorgt für eine vollständige Prüfung und dient zugleich als Nachweis, welche Punkte geprüft wurden. Die DGUV Information 208-016 enthält dafür ein Muster, an dem sich viele Betriebe orientieren.

Kann ich die Checkliste digital auf dem Tablet ausfüllen?

Ja. Eine elektronische Dokumentation ist zulässig, wenn jede Prüfung eindeutig einer Leiter zugeordnet ist, die prüfende Person erkennbar ist und Einträge nicht unbemerkt geändert werden können. Viele Prüfprogramme bieten dafür Formulare mit Fotofunktion. Achten Sie darauf, dass die Daten gesichert werden und bei einer Kontrolle schnell abrufbar sind, auch wenn das Gerät gerade nicht verfügbar ist.

Brauche ich für jede Bauart eine eigene Checkliste?

Nicht unbedingt. Praktisch ist ein gemeinsamer Grundteil für alle Leitern und Zusatzteile für jede Bauart, wie auf dieser Seite. So bleibt die Liste kurz, und trotzdem fehlen keine bauartspezifischen Punkte wie Spreizsicherung, Bremsen oder Gelenkverriegelungen. Wer nur eine Bauart im Betrieb hat, streicht die übrigen Zusatzteile einfach und erhält eine schlanke Liste.

Wie lange bewahre ich ausgefüllte Checklisten auf?

Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt die Aufbewahrung mindestens bis zur nächsten Prüfung. Viele Betriebe heben die Listen deutlich länger auf, oft für die gesamte Nutzungsdauer der Leiter. Das hat einen praktischen Grund: Nach einem Unfall lässt sich so lückenlos zeigen, dass die Leiter regelmäßig geprüft wurde und welche Mängel früher behoben wurden. Das stärkt die Position des Arbeitgebers.

Ersetzt die Checkliste die Sichtkontrolle vor der Benutzung?

Nein, beides ergänzt sich. Die Sichtkontrolle führt jeder Benutzer vor dem Aufstieg durch, ohne Formular und ohne besondere Qualifikation. Die Checkliste gehört zur regelmäßigen Prüfung durch die befähigte Person, die tiefer geht und dokumentiert wird. Für die Sichtkontrolle eignet sich eine kurze Karte mit fünf Punkten, die an der Leiter oder im Lager aushängt.

Checkliste abzeichnen dürfen

Mit dem Online-Kurs erwerben Sie die Fachkunde, um die Checkliste als befähigte Person zu unterschreiben: Prüfkriterien nach DGUV Information 208-016, Bewertung und Dokumentation.

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Quellen

Dominik Junge · Junge Kranausbildung, Gummersbach
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