Im Facility Management müssen Leitern, Arbeitsbühnen und Servicefahrzeuge regelmäßig von einer befähigten Person geprüft werden, und diese Prüfungen können eigene Haustechniker übernehmen. Weil die Arbeitsmittel auf viele Objekte verteilt sind, kostet die externe Prüfung durch Anfahrten besonders viel. Haustechniker mit technischer Ausbildung und Objekterfahrung bringen gute Voraussetzungen mit. Die Online-Kurse für Leitern, Hebebühnen und Fahrzeuge kosten zusammen 1.245 €, einzeln ab 275 €.
Welche Prüfpflichten gelten im Facility Management?
Facility-Management-Dienstleister, Hausmeisterdienste und technische Gebäudebetreuer arbeiten in Bürogebäuden, Einkaufszentren, Schulen, Wohnanlagen und Kliniken. Ihre Beschäftigten wechseln Leuchtmittel in Atrien, warten Lüftungsanlagen unter der Decke, reinigen Dachrinnen und fahren mit Material und Werkzeug von Objekt zu Objekt. Dabei nutzen sie Leitern, Arbeitsbühnen und Servicefahrzeuge, die alle der Prüfpflicht nach der Betriebssicherheitsverordnung unterliegen.
Die Besonderheit im Facility Management ist die Frage, wem die Arbeitsmittel gehören. Bringt der Dienstleister eigene Leitern und Bühnen mit, ist er als Arbeitgeber für deren Prüfung verantwortlich. Nutzen seine Beschäftigten Arbeitsmittel des Auftraggebers, muss vertraglich geregelt sein, wer prüft. Unklare Zuständigkeiten führen in der Praxis dazu, dass Leitern in Technikräumen und Treppenhäusern jahrelang ungeprüft bleiben.
Die Fristen ergeben sich aus den Regelwerken: Leitern nach Gefährdungsbeurteilung, in der Praxis meist jährlich, Hebe- und Hubarbeitsbühnen mindestens jährlich nach DGUV Grundsatz 308-002, Fahrzeuge mindestens jährlich nach DGUV Vorschrift 70. Wer diese Prüfungen im eigenen Team abdecken kann, bietet Auftraggebern außerdem einen Mehrwert, den viele von ihrem Dienstleister erwarten. Die Grundlagen zur Leiterprüfung erklärt die Seite Leiterprüfung nach DGUV Information 208-016.
Typische Arbeitsmittel im Facility Management
Die folgende Tabelle zeigt die prüfpflichtigen Arbeitsmittel, mit denen Haustechnik und Objektbetreuung am häufigsten arbeiten:
| Arbeitsmittel | Regelwerk | Frist | Kurs | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Stehleitern, Podestleitern, Mehrzweckleitern, Tritte | DGUV Information 208-016 | nach Gefährdungsbeurteilung, meist jährlich | Leitern & Tritte | 275 € |
| Scherenbühnen, Mastbühnen, Anhängerarbeitsbühnen | DGUV Grundsatz 308-002 | mind. jährlich | Hebebühnen | 550 € |
| Servicewagen, Kastenwagen, Pritschenwagen unter 3,5 t | DGUV Vorschrift 70 § 57 | mind. jährlich | Fahrzeuge | 420 € |
Viele weitere Anlagen in den betreuten Gebäuden sind ebenfalls prüfpflichtig, etwa Aufzüge, Druckbehälter, Brandschutzeinrichtungen oder elektrische Anlagen. Diese Prüfungen erfordern Sachverständige, zugelassene Überwachungsstellen oder Elektrofachkräfte und sind nicht Teil unserer Kurse. Bei Objekten mit Hochregallager oder Werkstatt können Regale und Stapler hinzukommen. Für Arbeitsbühnen gilt außerdem: Jede Bühne hat ein eigenes Prüfbuch, das bei einem Standortwechsel mitreist. Tritte in Büros und Teeküchen werden gern übersehen, obwohl sie genauso prüfpflichtig sind wie die Leiter im Technikraum. Die Kombination aus Leitern, Bühnen und Fahrzeugen wählt der Kurs-Finder für das Facility Management vor.
Typische Risiken und Unfälle im Facility Management
Die Risiken im Facility Management entstehen vor allem dadurch, dass Beschäftigte in fremden, ständig wechselnden Umgebungen arbeiten.
Ungeprüfte Leitern im Objekt
In jedem Gebäude stehen Leitern, die niemand zuordnen kann: im Heizungsraum, auf dem Dachboden, im Putzmittelraum. Haustechniker greifen darauf zurück, weil die eigene Leiter im Fahrzeug liegt. Ohne Nummer und Prüfplakette ist nicht erkennbar, ob die Leiter sicher ist.
Arbeitsbühnen auf ungeeigneten Böden
Scherenbühnen und Mastbühnen werden in Gebäuden auf Doppelböden, Fliesen oder Tiefgaragendecken eingesetzt. Punktlasten und Bodenbelastbarkeit müssen vor dem Einsatz geklärt sein. Unter Decken und Glasdächern droht zudem die Gefahr, zwischen Korb und Bauteil eingequetscht zu werden. Funktionierende Not-Halt-Einrichtungen, Notablass und Neigungsüberwachung sind deshalb zentrale Prüfpunkte. Details zur Bühnenprüfung zeigt die Seite Scherenbühne prüfen.
Servicefahrzeuge als rollendes Lager
Servicewagen transportieren Leitern, Ersatzteile, Chemikalien und Werkzeug. Überladung, fehlende Ladungssicherung und schlecht befestigte Dachträger sind häufige Befunde, ebenso Fahrzeuge, die über Wochen niemand kontrolliert, weil sie im Objekt stehen.
Wechselnde Nutzer ohne Einweisung
In betreuten Objekten nutzen oft auch Reinigungskräfte, Subunternehmer oder Mitarbeitende des Auftraggebers die Leitern des Dienstleisters. Sie kennen weder die Prüfplakette noch den Meldeweg für Schäden. Klare Regeln, wer welche Leiter benutzen darf, und abgeschlossene Aufbewahrung verhindern, dass beschädigte Leitern unbemerkt weiter im Umlauf bleiben.
Was kostet die externe Prüfung im Facility Management pro Jahr?
Als Musterbetrieb dient ein Facility-Management-Dienstleister mit 70 Beschäftigten, der zwölf Objekte betreut. Er besitzt 120 Leitern und Tritte, die auf die zwölf Objekte verteilt sind, vier Arbeitsbühnen und zwölf Servicefahrzeuge. Weil ein externer Prüfer jedes Objekt einzeln anfahren muss, fällt die Anfahrtspauschale für Leitern zwölfmal an. Gerechnet wird mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben, und 40 € pro Stunde für die eigene Prüfzeit.
| Arbeitsmittel | Externe Prüfung pro Jahr | Eigene Prüfzeit pro Jahr |
|---|---|---|
| 120 Leitern in 12 Objekten | 120 × 15 € + 12 × 40 € Anfahrt = 2.280 € | 120 × 10 Min. = 20 Std. = 800 € |
| 4 Arbeitsbühnen | 4 × 280 € = 1.120 € | 4 × 60 Min. = 4 Std. = 160 € |
| 12 Servicefahrzeuge | 12 × 50 € = 600 € | 12 × 45 Min. = 9 Std. = 360 € |
| Summe | 4.000 € | 1.320 € |
Die jährliche Differenz beträgt 2.680 €. Die drei Kurse für 1.245 € sind nach knapp 6 Monaten bezahlt (1.245 € ÷ 223,33 € pro Monat). Nicht eingerechnet sind die Wege der eigenen Techniker, weil sie die Objekte ohnehin regelmäßig betreuen. Mit Ihren Zahlen rechnen Sie im Kostenrechner für Leitern.
Externer Prüfdienst
- 120 Leitern in 12 Objekten, 4 Bühnen, 12 Fahrzeuge
- 12 Anfahrten nur für Leitern
- jedes Jahr erneut
Eigene befähigte Person
- 3 Online-Kurse
- plus ca. 1.320 € eigene Prüfzeit
- nach knapp 6 Monaten bezahlt
Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer. Ihr konkretes Angebot kann je nach Region, Menge und Anfahrt abweichen.
Die Lösung: eigene befähigte Personen in der Haustechnik
Im Facility Management arbeiten viele Menschen mit technischer Berufsausbildung: Elektroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima, Mechatroniker oder Metallbauer. Sie nutzen Leitern und Arbeitsbühnen täglich und erfüllen damit für diese Arbeitsmittel die Anforderungen der TRBS 1203 an Ausbildung, Erfahrung und zeitnahe Tätigkeit meist ohne Weiteres. Für die Fahrzeugprüfung ist dagegen eine fahrzeugtechnische Ausbildung nötig. Prüfen Sie im Team, wer einen Kfz-Hintergrund hat. Die Einzelheiten stehen unter Voraussetzungen für befähigte Personen.
- Leitern und Tritte (275 €): für mehrere Objektbetreuer, damit jedes Objekt einen eigenen Prüfer hat.
- Hebebühnen (550 €): für die Techniker, die mit den eigenen Arbeitsbühnen arbeiten. Abschlusstest mit 35 Fragen in 45 Minuten.
- Fahrzeuge unter 3,5 t (420 €): für eine Person mit Kfz-Ausbildung, die den Fuhrpark betreut.
Die Kurse vermitteln die Fachkunde, beauftragt wird schriftlich durch den Arbeitgeber. Weil Leitern in vielen Objekten verteilt sind, lohnt es sich, den Leitern-Kurs von zwei oder drei Technikern belegen zu lassen.
Praxisbeispiel: Prüfungen im Rhythmus der Objektbetreuung
Der Musterbetrieb hat Leitern bisher nur in den Objekten prüfen lassen, in denen der Auftraggeber das ausdrücklich verlangt hat. Bühnen und Fahrzeuge wurden extern geprüft. Nach einem Hinweis im Rahmen einer Kundenauditierung stellt er um:
- Bestand klären: In jedem Objekt wird erfasst, welche Leitern dem Dienstleister und welche dem Auftraggeber gehören. Für Leitern des Auftraggebers wird vertraglich geregelt, wer prüft.
- Drei Techniker qualifizieren: Drei Objektbetreuer, ein Elektroniker und zwei Anlagenmechaniker, belegen den Leitern-Kurs. Einer von ihnen belegt zusätzlich den Hebebühnen-Kurs. Ein Techniker mit abgeschlossener Kfz-Ausbildung übernimmt die Fahrzeuge.
- Prüfung in den Objektkalender: Jedes Objekt bekommt einen festen Prüfmonat. Die Prüfung erfolgt beim regulären Objektrundgang.
- Leistung anbieten: Auftraggeber können die Prüfung ihrer eigenen Leitern als Zusatzleistung buchen.
Aus einer Pflicht ist so eine zusätzliche Leistung geworden, und bei Audits liegen die Nachweise für jedes Objekt vollständig vor. Welche Kurse sich bei eigenen Regalen im Objekt lohnen, zeigt die Seite zur Regalprüfung. Ähnlich verteilt arbeiten Kommunen und Bauhöfe.
Häufige Fragen zur befähigten Person im Facility Management
Wer prüft Leitern, die dem Auftraggeber gehören?
Grundsätzlich der Eigentümer, wenn er sie seinen eigenen Beschäftigten zur Verfügung stellt. Nutzen Beschäftigte des Dienstleisters diese Leitern, muss der Dienstleister als ihr Arbeitgeber sicherstellen, dass sie sicher sind. In der Praxis wird das am besten im Dienstleistungsvertrag geregelt: Entweder prüft der Auftraggeber und legt Nachweise vor, oder der Dienstleister übernimmt die Prüfung als eigene Leistung gegen Vergütung.
Dürfen Haustechniker Hubarbeitsbühnen prüfen?
Ja, wenn sie eine passende technische Berufsausbildung haben, praktische Erfahrung mit Arbeitsbühnen mitbringen und aktuell damit arbeiten. Dann erfüllen sie die Anforderungen der TRBS 1203. Der Hebebühnen-Kurs vermittelt das Prüfwissen nach DGUV Grundsatz 308-002, etwa zu Hydraulik, Sicherheitseinrichtungen, Notablass und Prüfbuch. Die schriftliche Beauftragung durch den Arbeitgeber schließt den Weg zur befähigten Person ab.
Müssen gemietete Arbeitsbühnen im Objekt geprüft werden?
Die wiederkehrende Prüfung gemieteter Arbeitsbühnen liegt beim Vermieter, der das Gerät geprüft übergeben muss. Der Dienstleister als Arbeitgeber der Bediener bleibt aber dafür verantwortlich, dass die Bühne vor dem Einsatz kontrolliert wird, nur unterwiesenes Personal sie bedient und der Boden im Gebäude die Last trägt. Lassen Sie sich den Prüfnachweis bei der Anlieferung zeigen.
Können wir Prüfungen auch für Auftraggeber anbieten?
Ja, sofern die eigenen Prüfer die Anforderungen erfüllen und für die jeweiligen Arbeitsmittel qualifiziert sind. Viele Auftraggeber sind froh, wenn der Dienstleister die Prüfung von Leitern oder Tritten in ihrem Gebäude mit übernimmt. Wichtig ist eine klare vertragliche Regelung zu Umfang, Dokumentation und Haftung. Die Prüfprotokolle gehören dann dem Auftraggeber und werden ihm vollständig übergeben.
Wie organisieren wir Prüfungen über viele Objekte?
Bewährt hat sich ein fester Prüfmonat je Objekt, eingetragen in den Objektkalender, und eine zentrale Liste aller Arbeitsmittel mit Standort, Nummer und letztem Prüfdatum. Die Prüfung erfolgt beim regulären Rundgang durch den Objektbetreuer. Wer die Listen digital führt, erkennt fällige Prüfungen auf einen Blick und kann Auftraggebern jederzeit den aktuellen Stand zeigen, etwa bei einem Audit.